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Larry Hatheway: Die Aussichten für globale Aktienmärkte bleiben positiv




13.11.17 15:49
GAM

Berlin (www.aktiencheck.de) - Larry Hatheway, Group Head GAM Investment Solutions und Chefökonom bei GAM, kommentiert einmal im Monat die aktuelle Marktlage.

Die Aussichten für die globalen Aktienmärkte seien für den Rest des Jahres 2017 nach wie vor positiv. Aktien würden vom robusten, synchronisierten globalen Wachstum sowie von positiven Gewinnen im dritten Quartal unterstützt. Rund 70 Prozent der Unternehmen im S&P 500 hätten die Konsenserwartungen übertroffen. Die Experten würden damit rechnen, dass die Gewinne in Europa und den Schwellenländern aufgrund der zyklischen Verbesserung der Rentabilität in diesen Regionen noch besser ausfallen würden.

An den Anleihenmärkten sei dagegen eine defensivere Ausrichtung das Gebot der Stunde. Die Zentralbanken würden ihre Geldpolitik allmählich anpassen. Seit Kurzem strebe die Bank of England ebenso wie die US-Notenbank FED und die Europäische Zentralbank die Normalisierung der Geldpolitik an. Die Anleihenrenditen würden sich seitwärts bewegen, dürften nach Ansicht der Experten aber recht bald weiter steigen, was auf magere Erträge bei globalen längerfristigen Anleihen hindeute.

Das größte Risiko für Anleger in den letzten Wochen dieses Jahres gehe von weiteren starken Anstiegen an den Aktienmärkten aus. Die Lage an den Aktienmärkten wirke angespannt, da die Bewertungen in diesem Jahr bereits sehr stark gestiegen seien. Das Momentum treibe kurzfristig alle Märkte weiter an, die Aktienmärkte eingeschlossen. Dies lasse vermuten, dass Aktien im letzten Quartal des Jahres weiterhin stark steigen könnten - ein Szenario, auf das viele Anleger möglicherweise nicht vorbereitet seien.

Das bedeutendste Abwärtsrisiko gehe von einem etwaigen Inflationsanstieg aus. Die Experten würden aktuell zwar nicht viele Anzeichen für eine Beschleunigung der Inflation sehen, die Märkte würden dieses Risiko aber etwas auf die leichte Schulter nehmen - insbesondere jetzt, wo sich die USA, Großbritannien, große Teile Europas und Japan der Vollbeschäftigung nähern würden.

Auch auf die politische Unsicherheit scheinen die Anleger nicht anzusprechen, obwohl es einige Gründe zur Sorge gäbe: Die Gefahr eines geopolitischen Konflikts steht im Raum, die US-Steuerreform könnte scheitern und separatistische Bestrebungen in Europa zunehmen, so die Experten von GAM. Die Volatilität bleibe indes niedrig und risikoreiche Anlagen würden sich nach wie vor gut entwickeln. Die Experten würden glauben, dass ein schwererer Schock nötig sei, um die Märkte zu verunsichern, vor allem, weil die zugrunde liegenden Fundamentaldaten wie das synchrone, nichtinflationäre Wachstum und die hohen Kapitalerträge nach wie vor positiv seien.

Dementsprechend würden die Experten in Bereichen übergewichtet bleiben, in denen die Fundamentaldaten besonders gute Unterstützung bieten würden. Bei globalen Aktien würden die Experten Schwellenländern, Japan und Europa den Vorzug geben. Sie würden es außerdem für klug halten, Engagements im Aktien-"Beta" mit nicht korrelierenden Ertragsquellen zu kombinieren. Hierzu würden Relative-Value-Trades, Merger-Arbitrage- und andere Mean-Reversion-Positionen zählen, die Portfolios mehr Stabilität verleihen würden. Dadurch würden die Experten versuchen, Erträge auf eine Weise zu erzielen, die die Abwärtsrisiken minimiere, ohne dabei auf Staatsanleihen angewiesen zu sein. (13.11.2017/ac/a/m)







 
 
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