Euro-Anleger profitieren von Dollar-Erholung




13.06.18 11:55
Merck Finck Privatbankiers

München (www.aktiencheck.de) - Trump, Regierungswechsel in Italien und Spanien, Dollar-Stärke: Politische Entwicklungen beeinflussen nicht nur Währungen, sondern hängen wie ein Damoklesschwert über der soliden Weltkonjunktur, so Merck Finck Privatbankiers im aktuellen "Marktkompass" Juni 2018.

Seit einigen Wochen sei der US-Dollar auf Erfolgskurs, wovon auch die Euro-Anleger profitieren würden. Denn einerseits hätten die europäischen Aktienmärkte positiv auf die Dollar-Aufwertung reagiert und andererseits sei der Wert von US-Aktien auf Euro-Basis gestiegen. "Auf mittlere Sicht rechnen wir zwar mit einer anhaltenden strukturellen Schwäche des Dollars, kurzfristig könnten konjunkturelle Faktoren die Währung aber weiter beflügeln", erläutere Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck.

Trotz der anhaltenden Handelskonflikte mit den USA sei das globale Wirtschaftswachstum weiterhin auf einem recht soliden Fundament. Die Bildung einer Anti-Establishment-Regierung in Italien sowie Spaniens neue Regierung werde die wirtschaftliche Erholung Europas wohl nicht vom Kurs abbringen. Der starke US-Dollar habe einigen finanzschwächeren Schwellenländern, insbesondere der Türkei und Argentinien, geschadet. "Wir glauben jedoch nicht, dass dieser Effekt in der Breite auf die Emerging Markets übergreifen wird", so Robert Greil.

Aktuell: Handelskrieg, politische Entwicklungen in Italien und in Spanien
Die turbulenten Entwicklungen in Italien hätten die bereits existierende Unsicherheit über das europäische Wachstum weiter vergrößert. Das Thema Handelskriege bleibe nach wie vor ganz oben auf der Agenda der Börsianer. Nachdem Trump mit neuen Zöllen und Drohungen gegen China nachgelegt habe, habe Peking seinerseits mit einem Widerruf von Zusagen gedroht.

Allen politischen Turbulenzen zum Trotz laufe die US-Wirtschaft nach wie vor auf vollen Touren. Dies habe für einen Auftrieb des US-Dollars gesorgt, der damit auch auf steigende US-Anleiherenditen reagiert habe. Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen seien von knapp über 2 Prozent im vergangenen September über 3 Prozent im April im Mai in der Spitze auf 3,1 Prozent gestiegen.

Aktien: neutrale Aktienpositionierung / Anleihen: weiterhin untergewichtet

Die Aktienmärkte hätten sich trotz des globalen Anstiegs der Renditen gut behauptet. Der Wertzuwachs des US-Dollars habe die Wall Street nicht wirklich belastet, einige amerikanische Small-Cap-Indices hätten sogar neue Allzeithochs verzeichnet. "Das Gesamtbild spricht nach wie vor für eine neutrale Gewichtung von Aktien. Wir sehen auch keinen Anpassungsbedarf bei unseren regionalen Präferenzen und dem ausgeglichenen Mix aus Zyklikern und defensiveren Branchen", so Greil.

Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen hätten weiter angezogen und Mitte Mai knapp 3,1 Prozent erreicht, bevor sie wieder auf unter 3 Prozent zurückgefallen seien. Es werde damit gerechnet, dass Amerikas Renditen wieder steigen würden.

Allgemein hätten die Aufschläge von Unternehmensanleihen eine leichte Ausweitung verzeichnet, die Verluste haätten sich aber in Grenzen gehalten. "Wir bleiben im Rentenbereich untergewichtet und halten unverändert sowohl die Renditen wie auch die Zinsaufschläge für viel zu niedrig", sage Greil.

Währungen: Euro angesichts der Dollar-Stärke unter Druck

Der US-Dollar habe in den vergangenen Wochen Boden gut gemacht, wobei der Wert des Euro von 1,23 US-Dollar Mitte April auf aktuell etwa 1,18 US-Dollar gefallen sei. Zwar würden das zunehmende US-Handels- und Haushaltsdefizit mittelfristig eine strukturelle Schwäche darstellen, doch könnte der Greenback durch kurzfristige Faktoren vorübergehend gestärkt werden.

"Steigende US-Zinsen, eine relativ robuste Wirtschaft, die Rückführung von Unternehmensgewinnen in die USA und das Abschmelzen von Spekulationspositionen auf einen stärkeren Euro verleihen dem Dollar Auftrieb", meine Greil. (13.06.2018/ac/a/m)






 
 
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