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Deutschlands Aufschwung: Stark!




13.10.17 10:20
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Deutschland boomt, so die Analysten der HSH Nordbank AG.

Zu keinem anderen Ergebnis könne man angesichts der letzten Datenveröffentlichungen kommen. Die Auftragseingänge in der Industrie seien im August um 3,6% im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Das sei stark. Vor allem die Nachfrage aus Ländern außerhalb der Eurozone sei mit einem Plus von 7,7% überragend gewesen, was für eine dynamische Entwicklung der Weltkonjunktur spreche, während die Nachfrage aus der Eurozone den dritten Monat in Folge zurückgegangen sei. Die deutsche Industrieproduktion weise ebenfalls auf eine hohe Aktivität hin. Sie habe im August mit einer Rate von 2,6% gegenüber dem Vormonat zulegen können. Das sei auch stark. Die gut gefüllten Auftragsbücher würden für eine hohe Industrieproduktion in den kommenden Monaten sprechen.

Jetzt würden einige sagen, dass bei den guten Daten aber auch ein Sondereffekt eine Rolle gespielt habe. Der Output in der Industrie sei von einem Ferieneffekt begünstigt worden, denn die Lage der Sommerferien habe im Juli eine stärkere Bremswirkung als für den Juli üblich gehabt. Dieser Belastungsfaktor sei im August weggefallen. Ja, der Ferieneffekt habe sich sicherlich in den Daten niedergeschlagen. Doch er erzähle nicht die gesamte Story. Das Triple perfekt mache die Handelsbilanz, die mit einem Plus von rund 22 Mrd. Euro das höchste Niveau in diesem Jahr und einen der größten Überschüsse überhaupt erreiche.

Was ergebe sich für ein Konjunkturbild aus den Daten? Habe sich das Bild geändert? Deutschland habe im ersten Halbjahr 2017 mit hohen Wachstumsraten von 0,7% und 0,6% expandieren können. Auch für die zweite Jahreshälfte waren die Analysten der HSH Nordbank AG weiterhin von einer hohen Wachstumsdynamik ausgegangen, wenn auch mit etwas verlangsamter Geschwindigkeit. Denn der Euro habe beispielsweise gegenüber dem US-Dollar in den vergangenen Monaten spürbar aufgewertet, was bremsend für die deutsche Exportwirtschaft wirken könne. Es habe nach einer Wachstumsrate von rund 2% für das Gesamtjahr 2017 ausgesehen.

Doch jetzt scheine der Aufschwung in Deutschland mit unverminderter Geschwindigkeit weiterzugehen. Man reibe sich verwundert die Augen und stellt fest: Möglicherweise beschleunige sich dieser sogar. Damit könnte Deutschland in diesem Jahr deutlich über der Marke von 2% wachsen. Das sei so hoch wie schon lange nicht mehr und liege deutlich über dem Potenzialwachstum. Nur 2010 und 2011 habe das Wachstum in den vergangenen Jahren höher gelegen und das sei in einer starken Erholung nach dem dramatischen Konjunktureinbruch 2009 in Reaktion auf die Finanzmarktkrise begründet gewesen.

Der Aufschwung in Deutschland werde breiter. Er erstrecke sich nicht mehr nur auf eine hohe Exporttätigkeit wie früher. Der Private Konsum ziehe schon länger an und jetzt kämen auch die Investitionen dazu. Das aktuelle Umfeld sei günstig: Die Zinsen seien in der Eurozone sehr niedrig und würden Investitionen attraktiv machen. Die politische Unsicherheit habe sich in der Eurozone verringert. Die Weltwirtschaft wachse stärker. Aber es gebe auch Risiken in Form der zähen Brexit-Verhandlungen oder des Katalonien-Konflikts. Doch derzeit heiße es: Deutschland boome. (Ausgabe vom 12.10.2017) (13.10.2017/ac/a/m)







 
 
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