Deutschland: Übertriebener Pessimismus




13.09.19 13:45
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Der Pessimismus von Unternehmen und Finanzanalysten hat ein hohes Maß erreicht, so die Analysten der Helaba.

In den letzten Monaten hätten Verunsicherungen wie der eskalierende Handelsstreit, der Brexit und die gestiegene Rezessionsgefahr hierzu beigetragen. Nun habe die sentix-Umfrage für September positiv überrascht. Da diese eine gute Indikation für die ZEW-Befragung liefere, dürften sich die Finanz-analysten auch hier besser gestimmt zeigen. Der Regierungswechsel in Italien entspanne das Verhältnis zwischen Rom und Brüssel, wenngleich diese Regierung kaum die notwendigen Strukturreformen angehen werde. Die erneute Lockerung der Geldpolitik durch die EZB sei an den Märkten positiv vorweggenommen worden und die Risiken für einen Hard-Brexit seien durch die Parlamentsniederlagen des Premierministers Johnson etwas gesunken.

Auch seien die jüngsten Außenhandelszahlen für Deutschland besser ausgefallen als erwartet. Die nominalen Exporte seien im Juli um 0,7% gegenüber dem Vormonat gestiegen, während die Importe um 1,5% zurückgegangen seien. Der Überschuss habe sich damit deutlich erhöht. Dies deute darauf hin, dass das Wachstum im dritten Quartal nicht erneut massiv durch den Außenhandel belastet werde. Im zweiten Vierteljahr sei das Bruttoinlandsprodukt um real 0,1% geschrumpft, wobei allein der Außenhandel um 0,5 Prozentpunkte gebremst habe. Im zweiten Quartal seien die Exporte nach Großbritannien eingebrochen, nachdem zuvor die Läger vor dem vermeintlichen Brexit Ende März aufgefüllt worden seien. Mittlerweile habe sich die Lagestabilisiert. Die Lieferungen in den wichtigen US-Markt würden weiter zulegen, während die Verkäufe in die EU stagnieren würden.

Trotz der weltweiten Verunsicherungen seien die deutschen Ausrüstungsinvestitionen im zweiten Quartal zum zehnten Mal in Folge gestiegen, wenngleich die Dynamik im Vorjahresvergleich abgenommen habe. Damit hätten sie sich bislang besser entwickelt als beispielsweise während der Staatsschuldenkrise 2012. Dies gelte auch für die Bauinvestitionen, die jedoch im letzten Quartal rückläufig gewesen seien. Aufgrund des hohen Bedarfs im Wohnungs- und öffentlichen Bau und zu erwartender Impulse aus dem Klimapaket der Bundesregierungen dürfte sich der zugrundeliegende Wachstumstrend allerdings fortsetzen.

Zwar sei nicht auszuschließen, dass das Bruttoinlandsprodukt auch im dritten Vierteljahr leicht rückläufig sei. Eine derartige "technische" Rezession sollte jedoch rasch überwunden werden. Weiterhin stabilisiere der Konsum: Deutlich steigende monetäre Sozialleistungen, höhere Tariflöhne und eine immer noch zunehmende Beschäftigung würden vorerst keine Änderung erwarten lassen. Während die privaten Konsumausgaben 2019 um 1,4% zulegen dürften, expandiere der öffentliche Konsum voraussichtlich sogar um 1,7%. Er stehe immerhin für ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts. (13.09.2019/ac/a/m)






 
 
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