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Deutsche Zahlungsbilanz im August - Leistungsbilanzüberschuss gesunken




13.10.17 14:16
aktiencheck.de

Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Die deutsche Leistungsbilanz verzeichnete im August 2017 einen Überschuss von 17,8 Mrd. Euro, so die Deutsche Bundesbank in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der Pressemeldung:

Das Ergebnis lag um 1,7 Mrd. Euro unter dem Niveau des Vormonats. Ausschlaggebend dafür war die Ausweitung des Defizits im Bereich der "unsichtbaren" Leistungstransaktionen, die Dienstleistungen sowie Primär- und Sekundäreinkommen umfassen. Der Aktivsaldo im Warenhandel verbesserte sich zwar, aber nur geringfügig.

Der Überschuss im Warenhandel vergrößerte sich im Vormonatsvergleich geringfügig um 0,3 Mrd. Euro auf 21,8 Mrd. Euro im August. Dabei gingen die Warenimporte stärker zurück als die Warenexporte.

Bei den "unsichtbaren" Leistungstransaktionen stieg im August der Passivsaldo um 2,0 Mrd. Euro auf 4,0 Mrd. Euro. Ursächlich dafür waren Saldenverschlechterungen in der Bilanz der Primäreinkommen und der Dienstleistungsbilanz, die den Rückgang des Defizits bei den Sekundäreinkommen überwogen. Der Negativsaldo bei den Sekundäreinkommen sank um 0,9 Mrd. Euro auf 3,5 Mrd. Euro, wobei insbesondere geringere Zahlungen an den EU-Haushalt eine Rolle spielten. Demgegenüber gaben die Nettoeinnahmen bei den Primäreinkommen aber um 1,8 Mrd. Euro auf 4,4 Mrd. Euro nach: Zum einen verringerten sich die Einkünfte, vor allem aus Beteiligungskapital, aber auch die Erträge aus Investmentfondsanteilen und Dividenden von Kapitalengagements im Ausland. Zum anderen glich bei den entsprechenden Ausgaben die Zunahme der Dividendenzahlungen an Gebietsfremde den Rückgang der Zahlungen für die beiden anderen Kapitalinvestments mehr als aus. Zudem erhöhte sich das Defizit in der Dienstleistungsbilanz um 1,1 Mrd. Euro auf 4,9 Mrd. Euro, wozu vor allem der zu dieser Jahreszeit übliche Anstieg der Reiseverkehrsausgaben beitrug.

Mittelabflüsse im Wertpapierverkehr

Die internationalen Finanzmärkte wurden im August durch die gefestigte globale Konjunktur gestützt, standen jedoch gleichzeitig unter dem Einfluss zunehmender geopolitischer Spannungen. Vor diesem Hintergrund sanken die Netto-Kapitalexporte im grenzüberschreitenden Wertpapierverkehr Deutschlands im Vormonatsvergleich um 30,8 Mrd. Euro auf 1,9 Mrd. Euro. Deutsche Investoren bauten ihr Auslandsengagement um 5,8 Mrd. Euro aus. Per saldo erwarben sie hierbei vor allem ausländische Investmentzertifikate (3,0 Mrd. Euro), aber auch Schuldverschreibungen (1,7 Mrd. Euro) und Aktien (1,1 Mrd. Euro). Bei den ausländischen Schuldverschreibungen standen Fremdwährungsanleihen im Fokus ihres Interesses (2,7 Mrd. Euro). Ausländische Investoren stockten im Berichtsmonat ihre hiesigen Wertpapieranlagen um 3,9 Mrd. Euro auf. Sie erwarben dabei vor allem längerlaufende Schuldverschreibungen der öffentlichen Hand (8,7 Mrd. Euro), während sie sich von inländischen Geldmarktpapieren (3,5 Mrd. Euro) und Aktien (2,6 Mrd. Euro) trennten.

Im Bereich der Direktinvestitionen kam es im August zu geringen Netto-Kapitalimporten (0,2 Mrd. Euro), nachdem es bereits im Vormonat zu Mittelzuflüssen gekommen war (1,4 Mrd. Euro). Aus dem Ausland flossen gebietsansässigen Unternehmen per saldo Direktinvestitionsmittel in Höhe von 6,2 Mrd. Euro zu. Dies erfolgte durch die Gewährung konzerninterner Kredite (4,2 Mrd. Euro) - ausschließlich Finanzkredite - und die Bereitstellung von Beteiligungskapital (1,9 Mrd. Euro), vornehmlich in Form reinvestierter Gewinne. Deutsche Unternehmen führten verbundenen Unternehmen im Ausland per saldo Mittel in Höhe von 6,0 Mrd. Euro zu. Sie stockten dabei Beteiligungskapital (8,3 Mrd. Euro) auf, wobei sich Neuanlagen (unter Berücksichtigung von Liquidationen) und reinvestierte Gewinne ungefähr die Waage hielten. Dagegen tilgten verbundene Unternehmen im August Kredite (2,2 Mrd. Euro), und zwar ausschließlich Handelskredite.

Im Übrigen statistisch erfassten Kapitalverkehr, der sowohl Finanz- und Handelskredite (soweit diese nicht zu den Direktinvestitionen zählen) als auch Bankguthaben und sonstige Anlagen umfasst, kam es im August zu Netto-Kapitalexporten (9,8 Mrd. Euro). Im Vormonat waren dagegen Mittel zugeflossen (16,3 Mrd. Euro). Ausschlaggebend für die Mittelabflüsse im August waren hohe Netto-Mittelabflüsse im Bereich der Monetären Finanzinstitute (27,1 Mrd. Euro). Unternehmen und Privatpersonen sowie der Staat verzeichneten dagegen per saldo Zuflüsse in Höhe von 2,8 Mrd. Euro beziehungsweise 0,8 Mrd. Euro. Die Bundesbank baute im August Netto-Verbindlichkeiten auf (13,7 Mrd. Euro). Zum einen stiegen - insbesondere durch Einlagen ausländischer Zentralbanken - ihre Verbindlichkeiten (9,6 Mrd. Euro), zum anderen sanken die TARGET2-Forderungen leicht um 4,0 Mrd. Euro.

Die Währungsreserven der Bundesbank sanken im August - zu Transaktionswerten gerechnet - um 0,9 Mrd. Euro. (Pressemitteilung vom 12.10.2017) (13.10.2017/ac/a/m)






 
 
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