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Deutsche Bundesbank: Weidmann dämpft Befürchtungen wegen Handelskonflikt




12.10.18 15:15
aktiencheck.de

Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Aus Sicht von Bundesbankpräsident Jens Weidmann belastet die Unsicherheit durch Handelskonflikte insbesondere zwischen den USA und China die Weltwirtschaft bisher nicht einschneidend, so die Deutsche Bundesbank in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

"Gerade in den europäischen Ländern dürfte hinter dem etwas niedrigeren Wachstum eher eine Normalisierung als ein erster Kollateral-schaden des Handelsstreits stehen", sagte er bei einem gemeinsamen Pressetermin mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf Bali.

Gleichzeitig betonte Weidmann, dass die bisher ergriffenen handelsbeschränkenden Maßnahmen die Realwirtschaft durchaus beeinträchtigen dürften. Er zitierte eine Bundesbank-Studie, der zufolge allein die bereits umgesetzten und angedrohten Strafzölle zwischen den USA und China den Welthandel um ein Prozent senken dürfte. "Wir können nicht damit rechnen, als lachende Dritte aus dem Handelsstreit hervorzugehen", so Weidmann.

Abwärtsrisiken überwiegen

Der IWF rechnet in seinem jüngst veröffentlichten World Economic Outlook damit, dass das reale globale Bruttoinlandsprodukt in diesem und im kommenden Jahr um jeweils 3,7 Prozent steigen wird. Dass die Projektionen im Vergleich zum Juli etwas gesenkt wurden, liegt vor allem an den Kurskorrekturen für einige Schwellenländer, allen voran Argentinien und die Türkei. Deren Probleme seien aber "im Kern hausgemacht", so Weidmann. Allerdings habe die geldpolitische Normalisierung in den USA das Finanzierungsumfeld für die Schwellenländer insgesamt erschwert. "Ebenso wie der IWF geht die Bundesbank davon aus, dass die Abwärtsrisiken für die Weltwirtschaft überwiegen", sagte Weidmann.

Gefahr für eine gemeinsame Einlagensicherung

Mit Blick auf Italien warnte Weidmann vor einer hohen Belastung der Bilanzen italienischer Banken mit Staatsanleihen. "Wir sehen die Entwicklung, dass die Bankbilanzen in Italien in letzter Zeit eher mehr Staatsanleihen aufweisen als weniger", sagte er.

Würde eine gemeinsame Einlagensicherung in Europa eingeführt, bestehe Weidmann zufolge die Gefahr, über dieses Instrument auch Ausfallrisiken für Staaten zu übernehmen. Als Grundlage für eine gemeinsame Einlagensicherung müsse man sich deshalb nicht nur um faule Kredite in Bankbilanzen kümmern, sondern auch um staatliche Risiken. Weidmann schlug vor, die regulatorische Privilegierung von Staatsanleihen aufzulösen - also die Befreiung der Banken von der Pflicht, für solche Kredite an den Staat Eigenkapital zurückzulegen. (12.10.2018/ac/a/m)







 
 
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