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China: USA fordern China auf vielen Feldern heraus




13.06.18 12:25
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - China sieht sich immer stärker in eine Position gedrängt, aus der heraus es lediglich auf die Aktionen von US-Präsident Trump reagieren kann, so die Analysten der DekaBank.

Dies gelte für den Handelskonflikt, die Zukunft des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms und den diplomatischen Status von Taiwan. Im Handelskonflikt hätten die USA den Ton wieder verschärft und würden wahrscheinlich schon in wenigen Tagen Strafzölle auf Importe aus China verhängen, auf die China seinerseits mit Strafzöllen reagieren dürfte. Gleichzeitig hätten die USA die existenzbedrohenden Sanktionen gegen den chinesischen Telekommunikationsausrüster ZTE in eine Strafzahlung abgewandelt, was wohl vor allem dem Wunsch Trumps geschuldet sei, das Verhältnis zum chinesischen Präsidenten Xi Jinping nicht zu stark zu belasten.

In die Gespräche zwischen Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un über die Zukunft des nordkoreanischen Atomprogramms sei China nicht involviert. Da China noch immer als Schutzmacht Nordkoreas gelte, sei die Nichteinladung als Seitenhieb seitens der USA gegen China zu sehen. Dies gelte auch für die Intensivierung der diplomatischen Kontakte der USA zu Taiwan, das China als Provinz Chinas betrachtet werde. Es sei nicht absehbar, wie China aus dieser passiven Stellung herausfinden könne, doch der Druck, Stärke zu demonstrieren, nehme zu. Die jüngsten Außenhandelszahlen würden die Einschätzung stützen, dass der Handelskonflikt mit den USA nicht so bald beigelegt werden könne.

Der Handelsbilanzüberschuss Chinas sei im Mai zwar auf 24,9 Mrd. US-Dollar gesunken, doch der Überschuss gegenüber den USA sei gleichzeitig auf 24,6 Mrd. US-Dollar gestiegen. Mit dem Rest der Welt sei die chinesische Handelsbilanz damit weitgehend ausgeglichen gewesen. China stehe damit vor einem Dilemma: Würden sie den Überschuss mit den USA reduzieren, um Trumps Forderungen nachzukommen, würde die chinesische Leistungsbilanz wohl ins Defizit rutschen. Einen Teil der Anpassung hätten jedoch andere Handelspartner zu tragen, aus denen China dann weniger Waren einführen würde.

Die Regierung habe als mittelfristiges Wachstumsziel für die Jahre bis 2020 eine Rate von 6,5% festgelegt. Sie dürfte alles daran setzen, dass dieser Wert nicht deutlich unterschritten werde, was für Wachstumsraten oberhalb von 6% spreche. Der angestrebte Umbau der Wirtschaft komme voran: Der Dienstleistungssektor steuere mittlerweile über 50% zur Wirtschaftsleistung bei. Die hohe Verschuldung des Unternehmenssektors schüre zwar Sorgen um die Stabilität des Finanzsystems. Solange aber die Verschuldung überwiegend in Inlandswährung erfolge, könne die Notenbank das Finanzsystem stabilisieren.

Die Verschärfung der Kapitalverkehrskontrollen habe zu einer Stabilisierung der Währungsreserven geführt, was es der Zentralbank erleichtere, den Kurs des Renminbis zu kontrollieren. Die langfristige Machtperspektive für Staatspräsident Xi Jinping werde zu einer Marginalisierung abweichender Ideen innerhalb des Partei- und Regierungsapparats führen. Die großen Reformprojekte wie die "Neue Seidenstraße" und die Stärkung des Finanzsystems würden auf Jahre hinaus Eckpunkte der Politik sein.

Der massive Anstieg der Unternehmensverschuldung führe zu anhaltenden Sorgen bei Investoren und Ratingagenturen. So habe S&P im September das Rating auf A+ herabgestuft, nachdem zuvor schon Moody’s die Bonitätsnote gesenkt habe. Insgesamt würden die Ratings der Agenturen (Moody‘s: A1; Fitch: A+) aber weiterhin zeigen, dass das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit Chinas sehr hoch sei. Der sich anbahnende Handelskonflikt könnte zwar negative Folgen für das Wirtschaftswachstum haben, doch eine Gefährdung für die Bonität würden die Analysten dadurch nicht sehen. Geopolitisches Konfliktpotenzial würden vor allem die Konflikte um das nordkoreanische Atomprogramm sowie die Taiwanfrage bergen. (Ausgabe vom 12.06.2018) (13.06.2018/ac/a/m)






 
 
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