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Bundestagswahl ohne Börsenrelevanz




13.10.17 11:08
LOYS

Oldenburg (www.aktiencheck.de) - Ohne größere Auswirkungen auf die Börsen blieb die Wahl zum Deutschen Bundestag, so Dr. Christoph Bruns und Ufuk Boydak von LOYS.

Ein inhaltsarmer Wahlkampf habe der Bundeskanzlerin und ihrem überforderten Herausforderer bzw. ihren jeweiligen Parteien erhebliche Einbußen an Zweitstimmen beschert. Derweil sei der FDP ein überzeugender Wiedereinzug in das Berliner Reichstagsgebäude gelungen. Überraschend stabil hätten sich Bündnis 90/Die Grünen und die Linkspartei gezeigt, während mit der AfD eine neue rechtsgerichtete Partei den Sprung in das Parlament geschafft habe.

Gleichwohl dürfte die Regierungsbildung unter Kanzlerin Angela Merkel nicht ganz einfach werden, denn die SPD wolle nachvollziehbarerweise aus parteistrategischen Gründen in die Opposition gehen und die große Koalition nicht fortsetzen. Wie Union, FDP und die Grünen zueinander passen würden, müsse sich aber erst herausschälen. Mit dem Abtritt von Wolfgang Schäuble als Finanzminister stehe aber eine für die Finanzwelt wichtige Personalentscheidung bereits fest. Sollte die FDP dieses Schlüsselressort besetzen, so könnten sich daran Hoffnungen auf eine anlegerfreundlichere Wirtschaftspolitik knüpfen.

Ansonsten habe der September einige interessante Entwicklungen für die Zinsmärkte erbracht. Während nämlich Portugal angesichts einer sich erholenden Wirtschaft ein höheres Rating für seine Staatsanleihen habe einheimsen können, sei Großbritannien von der Ratingagentur Moody's aufgrund der schwierigen Brexit-Situation in seiner Kreditwürdigkeit abgestuft worden.

Wesentlich dramatischer sei es zuletzt für das amerikanische Sonderterritorium Puerto Rico gelaufen. Nachdem bereits im Juni die Zahlungsunfähigkeit verkündet worden sei, hätten zwei Wirbelstürme das Ihrige getan, um die Insel in Chaos und Not zu stürzen. Amerikas wortgewaltiger Präsident habe inzwischen nach einem Besuch vor Ort die Notwendigkeit eines einhundertprozentigen Schuldenschnitts verkündet. An den Märkten für Zinspapiere amerikanischer Gebietskörperschaften (sog. "Muni Bonds") sei Donald Trumps Aussage mit Entsetzen und heftigen Kursabschlägen quittiert worden.

Unterdessen habe die US-Notenbank FED angedeutet, ihr riesiges Anleihenportfolio in Höhe von ungefähr 4,5 Billionen US-Dollar mit Beginn des kommenden Jahres abschmelzen zu lassen. Außerdem sei eine weitere Leitzinserhöhung zum Jahresende angedeutet worden. Angesichts guter Wachstumszahlen der amerikanischen Volkswirtschaft (im 2. Quartal sei die Wirtschaft um 3% gewachsen) sei der Wunsch der Notenbanker nachvollziehbar. Aber nicht nur in den USA habe das Wirtschaftswachstum angezogen. Auch in Deutschland halte der Wirtschaftsboom an und die erwarteten Wachstumsraten seien weiter nach oben gesetzt worden. Selbst Japan, das seit 25 Jahren als stagnierend gelte, habe jüngst deutlich bessere Zahlen im so genannten Tankan-Bericht vermeldet, der vierteljährlich von der Bank of Japan ermittelt werde.

An den Aktienmärkten seien diese positiven Entwicklungen durchaus nicht unbeachtet geblieben. Die amerikanischen und europäischen Aktienindices würden derzeit auf Höchstkursen notieren. Gleiches gelte für die fünf LOYS-Aktienfonds, die allesamt in diesem Jahr gut worden zulegen können. Unter den großen Anlageklassen würden Aktien nach wie vor am attraktivsten aussehen. Solange die Zinsen niedrig bleiben und Zinsanlagen somit keine ernsthafte Alternative zur Aktienanlage darstellen würden, dürfte diese Situation anhalten. (Ausgabe vom 12.10.2017) (13.10.2017/ac/a/m)







 
 
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