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Olympische Spiele in Japan - Gedämpfte Stimmung als Chance




21.07.21 13:10
Aberdeen Standard Investment

London (www.aktiencheck.de) - Die Corona-Pandemie hält nicht nur ausländische Besucher davon ab, sich in den kommenden Wochen die Olympischen Spiele in Tokio vor Ort anzusehen, sondern lässt auch Anleger zurückhaltender werden, was Investments in Japan betrifft, so Kwok Chern-Yeh, Deputy Head of Asia Pacific Equities und Head of Japanese Equities bei Aberdeen Standard Investments.

Doch die Durchführung der Olympischen Spiele trotz der Widrigkeiten verkörpere eine Eigenschaft des modernen Japans, die Anleger aufhorchen lassen sollte: Widerstandsfähigkeit.

Obwohl die eingeschränkten Spiele auf die Stimmung drücken würden, sei jetzt ein günstiger Zeitpunkt für Investitionen in Japan. Die Daten würden darauf hindeuten, dass die japanische Wirtschaft wieder anfahre und die Produktionstätigkeit anziehe, während die Volkswirtschaften weltweit beginnen würden, sich von den durch die Pandemie erzwungenen Schließungen zu erholen. Japans Exporte nach China würden steigen, und auch die Exporte in die USA und nach Europa hätten sich von den Tiefstständen des letzten Jahres erholt1. Das zeige das Ausmaß der Abhängigkeit japanischer Unternehmen von einer funktionierenden Weltwirtschaft, und zwar in allen Branchen, von der Automobilindustrie bis zur Halbleiterindustrie.

Die jahrzehntelange wirtschaftliche Not im eigenen Land habe Japans führende Unternehmen dazu gebracht, ihre Marken im Ausland aufzubauen und sie zu kühnen innovativen Ansätzen inspiriert. Heute sei Japan ein weltweiter Pionier in der Automatisierungstechnik, insbesondere in der Robotik. Die automatisierte Fertigung bleibe in China der Schlüssel zur Einsparung von Arbeitskosten und zur Verbesserung der Produktqualität.

Die Belebung des weltweiten Konsums in diesem Jahr, die mit dem Fortschreiten von Impfprogrammen einhergehe, schlage sich auch in den Gewinnaussichten japanischer Unternehmen nieder - viele von ihnen hätten starke Ergebnisse für das erste Quartal vorlegen können. Die inländischen Konsumausgaben würden ebenfalls steigen. Der demografische Wandel sorge dafür, dass die Arbeitslosigkeit in Japan niedrig bleibe, während Arbeitsmarktinstitutionen die Haushaltseinkommen schützen würden. Diese Faktoren würden Arbeitsplatzsicherheit bieten. Und da die Bevölkerung aufgrund der Pandemie vorsorglich viel Geld gespart habe, dürfte selbst eine teilweise Aufhebung der Beschränkungen die Konsumausgaben weiter ankurbeln.

Ein weiterer Schlüsselfaktor für Anleger sei, dass japanische Unternehmen zwangsläufig eine starke Kapitalposition aufgebaut hätten, um wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Inland zu begegnen. Dies ermögliche es ihnen, Chancen zu nutzen, wenn sich die Bedingungen verbessern würden. Momentan sehe Kwok Chern-Yeh deutlich gesteigerte Unternehmensausgaben von Unternehmen, die ihre Expansionspläne während der Pandemie auf Eis gelegt hätten und nun in ihr eigenes Wachstum investieren wollten. Dies solle die Rentabilität steigern, was sich im Laufe der Zeit positiv auf die Aktienkursentwicklung auswirken dürfte.

Entgegen der gängigen Außenwahrnehmung biete Japan eine Fülle an Anlagemöglichkeiten. Von den mehr als 2.000 Aktien im Topix würden über 40% nicht von Analysten beobachtet. Dies ermögliche es aktiven Anlegern, versteckte Werte zu entdecken, insbesondere unter den vielen kleineren, weniger bekannten Unternehmen. In den Augen von Kwok Chern-Yeh seien vielversprechende Bereiche diejenigen mit strukturellem Wachstum wie digitale Transformation, Vernetzung und Gesundheitstechnologie. Japans Sozialausgaben würden in einer Zeit steigen, in der die arbeitende Bevölkerung schrumpfe. Dennoch würden Unternehmen der Medizintechnik weiterhin in innovative Forschung und Entwicklung investieren, um einen Wettbewerbsvorteil zu generieren.

Kwok Chern-Yeh stelle auch fest, dass sich neue Trends abzeichnen würden, da die Volkswirtschaften weltweit eine Politik der ökologischen Nachhaltigkeit verfolgen würden. Viele japanische Unternehmen würden modernste Technologie bieten, um den Übergang zu grüner Energie zu überbrücken. Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards (ESG) würden einen weiteren potenziellen Wachstumsbereich für Anleger bieten. Dies sei nicht nur wichtig für das Risikomanagement, sondern könne auch dazu beitragen, den Unternehmenswert zu steigern.

Insgesamt würden sich also die Aussichten für japanische Unternehmen aufhellen. Andererseits könnte die negative Stimmung rund um die Olympischen Spiele und in der Folge auch die Zurückhaltung an den Aktienmärkten für Anleger eine günstige Gelegenheit sein, die vielen überzeugenden Möglichkeiten zu entdecken, die ein widerstandsfähiges Japan zu bieten habe.

1 Bank von Japan Daten, Mai 2021 (21.07.2021/ac/a/m)







 
 
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