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Kapriolen in Argentinien, anhaltende Spannung in China - Schwellenländer unter Druck




17.05.18 10:03
Legal & General IM

London (www.aktiencheck.de) - Die Schwellenländer geraten in den letzten Wochen zunehmend unter Druck, was nicht zuletzt mit dem steigenden Zinsniveau in den USA und einem erstarkenden US-Dollar zusammenhängt, so die Experten von Legal & General Investment Management (LGIM).

Beide Entwicklungen würden sich in volatilen Wechselkursschwankungen der Schwellenländerwährungen widerspiegeln. Zudem sei in den vergangenen Wochen Kapital aus Schwellenländer-Anleihefonds abgeflossen. Das möge auf den ersten Blick nicht berichtenswert erscheinen, sei jedoch ein seltener Fall, blicke man auf die erfolgreiche Entwicklung der Schwellenländer in den vergangenen Jahren zurück. Insbesondere der argentinische Peso leide derzeit unter turbulenten Wechselkursschwankungen.

Argentinien - Zinssatz springe von 27,25 Prozent auf 40 Prozent

"Die Nachricht des Nachrichtenportals Bloomberg, die argentinische Zentralbank (BCRA) werde künftig weniger in den Währungsmarkt intervenieren, sollte nicht allzu überraschend sein", sage Emiel van den Heiligenberg, Head of Asset Allocation bei LGIM. "Die BCRA verfügt nicht über die notwendigen Reserven, um in großem Umfang in das Marktgeschehen einzugreifen." Stattdessen habe sie die Zinsen innerhalb einer Woche drei Mal - von ursprünglich 27,25 Prozent auf 40 Prozent - angehoben, nachdem sie zuvor bereits fünf Milliarden US-Dollar an Devisenreserven erschöpft habe. "Es scheint, als meine die BCRA es ernst: Sie wird wohl die Zinsen erneut anheben, sollte es danach aussehen, dass der schwache Peso die Inflation weiter ankurbelt", sage van den Heiligenberg. Die Regierung habe außerdem angekündigt, das ursprüngliche Defizitziel von -3,2 Prozent des GDP auf -2,7 Prozent zu reduzieren.

"Manche vermuten einen spekulativen Angriff auf den Peso und die argentinische Wirtschaft. Das bezweifeln wir jedoch. Für einen Stillstand der argentinischen Wirtschaft braucht es mehr. Das Land ist nicht fremdverschuldet genug, nachdem es für mehr als ein Jahrzehnt von den internationalen Kapitalmärkten ausgeschlossen gewesen ist", so van den Heiligenberg weiter. "Die Fremdverschuldung bei Unternehmen liegt unter 10 Prozent des BIP und die Banken weisen mehr Fremdvermögen als Fremdverbindlichkeiten auf." Argentinien sei aber auch eine Gläubigernation: Die Verwundbarkeit liege in den Finanzverbindlichkeiten, die das derzeitige Haushaltsdefizit vorantreiben würden. Nichtsdestotrotz werde das Defizitproblem von den Behörden addressiert und ausländische Kapitalgeber schienen zufrieden zu sein. "Wir behalten daher unsere Long-Position beim Peso bei und sind davon überzeugt, dass die BCRA alles dafür tun wird, die Inflation in Schach zu halten und - falls notwendig - die Zinsen weiter anzuheben, um die argentinische Währung zu stabilisieren."

Globaler Handel - China gerate zunehmend unter Druck

Für das größte und bedeutendste Schwellenland China stelle sich die Situation etwas anders dar. Hier sei der brodelnde Handelsstreit mit den USA weiterhin die größte Unwägbarkeit für die Zukunft des Landes. Obwohl bereits einige Zeit verstrichen sei, stehe weder ein zeitnaher Friedensschluss, noch ein ausgewachsener Handelskrieg unmittelbar bevor. Vieles deute darauf hin, dass der Streit zwischen beiden Nationen sich hinziehen werde. "Beide Parteien sehen sich bei den Verhandlungen im Vorteil", sage van den Heiligenberg. "Die Trump-Administration fühlt sich überlegen, da die chinesische Wirtschaft stärker von Exporten abhängig ist. China hingegen weist unter anderem auf die interne Spaltung innerhalb der Republikanischen Partei hinsichtlich Handelsfragen sowie auf die anstehenden Mid-Term-Wahlen hin." Zudem rücke es beide Seiten bei ihrer jeweiligen politischen Basis in ein gutes Licht, wenn sie in den Verhandlungen besonders hart erschienen. "Es kann daher noch Monate dauern, bis der derzeitige Handelsstreit gelöst wird", so van den Heiligenberg. (17.05.2018/ac/a/m)






 
 
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