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Indien: Starkes Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal




12.09.18 14:30
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Aktuelle Entwicklungen: Das indische Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal um 8,2% yoy gewachsen, nachdem der Zuwachs im ersten Quartal bei 7,7% gelegen hatte, so die Analysten der DekaBank.

Getrieben worden sei die Beschleunigung vor allem vom privaten Konsum, der um 8,6% yoy zugelegt habe, nach 6,7% im ersten Quartal. Das Exportwachstum habe sich deutlich von 3,6% yoy auf 12,7% beschleunigt, während die Importe mit 12,5% yoy nur moderat schneller gewachsen seien als im Vorquartal (10,9%). Die Investitionen seien zwar kräftig um 10,0% yoy gestiegen, doch bedeute dies gegenüber dem Vorquartal einen Rückgang der Dynamik (14,4%). Nach Einschätzung der Analysten der DekaBank sei damit der Höhepunkt in der BIP-Wachstumsdynamik erreicht. Das zweite Quartal 2017 sei durch die Unsicherheit im Vorfeld der Einführung einer landesweiten Mehrwertsteuer belastet gewesen, so dass die Vergleichsbasis für das Wachstum niedrig gewesen sei.

Die Analysten der DekaBank hätten ihre BIP-Prognose für 2018 aufgrund des starken zweiten
Quartals von 7,5% auf 7,7% nach oben, die Prognose für 2019 jedoch von 7,6% auf 7,3% nach unten revidiert. Die Erwartung für den weiteren BIP-Verlauf hätten sie nach unten korrigiert, da die Unsicherheit an den globalen Finanzmärkten auch in Indien zu einer Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen geführt habe. Die indische Notenbank habe den Leitzins im laufenden Jahr um 50 Bp angehoben, um die Inflationsrisiken zu begrenzen. Die anhaltende Schwäche der indischen Rupie mache es wahrscheinlicher, dass die Inflationsrate zu Beginn (April 2019) des kommenden Fiskaljahrs über dem Zielwert von 4% liegen werde. Die Rupie habe seit Jahresbeginn um rund 12% gegenüber dem US-Dollar abgewertet und sei damit die schwächste Währung Asiens. Anfällig sei die Währung vor allem wegen des Anstiegs des Leistungsbilanzdefizits. Dieses stieg im zweiten Quartal von 1,9% auf 2,4% des BIP.

Die Währungsschwäche erhöhe die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung beim Zinsentscheid am 5. Oktober. Dennoch würden die Analysten der DekaBank denken, dass nach zwei Anhebungen nun zunächst eine Pause eingelegt werde. Denn zum einen sei der Preisdruck zuletzt gesunken: Im Juli sei die Inflationsrate aufgrund des nachlassenden Preisdrucks bei Nahrungsmitteln von 4,9% auf 4,2% gefallen und im August könnte die Rate unter 4% gefallen sein. Zum anderen habe sich der Konjunkturausblick aufgrund der gestiegenen globalen Risiken eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex für den indischen Dienstleistungssektor sei im August von 54,2 auf 51,5 Punkte gefallen. Auch der Index für das verarbeitende Gewerbe sei von 52,3 auf 51,7 Punkte gefallen.

Perspektiven: Indien dürfte auf absehbare Zeit die wachstumsstärkste aller großen Volkswirtschaften sein. Dies ändere jedoch nichts an den grundlegenden Problemen des Landes. So gebe es große Mängel in der Infrastruktur, im Bildungswesen und in der öffentlichen Verwaltung. Die Regierung zeige sich wirtschaftsfreundlich, doch die Investitionsschwäche halte an. Ein wichtiger Pluspunkt sei die Glaubwürdigkeit, die die Zentralbank in den vergangenen Jahren gewonnen habe, da hierdurch die Inflationsbekämpfung erleichtert werde. Der gegenwärtige politische Kurs spreche dafür, dass religiöse Spannungen in den kommenden Jahren zunehmen würden.

Länderrisiko: S&P und Fitch würden indische Fremdwährungsverbindlichkeiten mit Baa3/BBB- im untersten Bereich des Investment Grade einstufen. Moody’s habe das Rating am 11. November um eine Stufe auf Baa2 heraufgestuft und damit den stabilitätsorientierten geld- und fiskalpolitischen Kurs sowie die strukturellen Reformen der vergangenen Jahre gewürdigt. S&P und Fitch könnten dem Beispiel von Moody’s in den kommenden Jahren folgen. Das Verhältnis zum Nachbarn Pakistan bleibe angespannt. (12.09.2018/ac/a/m)







 
 
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