Goldmarkt: Zinsanstieg in den USA hinterlässt deutliche Spuren




16.05.18 15:18
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Der Zinsanstieg in den USA hinterlässt derzeit deutliche Spuren am Goldmarkt (ISIN: XC0009655157, WKN: 965515), so die Analysten der DekaBank.

Der World Gold Council weise in seinem Bericht für das erste Quartal 2018 eine ungewöhnlich schwache Goldnachfrage aus. Insbesondere die private Investmentnachfrage nach Goldmünzen und -barren sowie nach mit physischem Gold hinterlegten Fonds (Gold-ETF) sei im Vergleich mit den ersten Quartalen der Vorjahre so niedrig gewesen wie seit vier Jahren nicht mehr. Auch die spekulativ orientierten Goldmarktteilnehmer an den Terminmärkten hätten ihre Wetten auf steigende Goldpreise nochmals deutlich reduziert. Lediglich die Zentralbank-Nachfrage nach Gold sei netto auf einem soliden Niveau geblieben, insbesondere dank Russland und der Türkei. In dieser Gemengelage sei der Goldpreis trotz der vielfältigen Krisen in den letzten Wochen nicht gestiegen, sondern habe sich tendenziell nach unten bewegt. Mit Blick auf ihre Erwartung steigender Zinsen würden die Analysten weiterhin mittelfristig von leicht fallenden Goldpreisen ausgehen.

Gold gelte weltweit als Krisenwährung. Entsprechend steige der Goldpreis in Krisenzeiten in der Regel stark an. Üblicherweise sinke er wieder, wenn eine Krise abflaue. Nach der Finanzmarktkrise und der Staatsschuldenkrise in Europa stünden nun andere Themen an. Zum einen sei dies die von den USA ausgehende Zinswende. Auch im Rest der Welt würden die Zinsen allmählich wieder zu steigen beginnen. Die Renditen würden zwar nur langsam nach oben gehen, denn das Tempo der Leitzinsanhebungen in den USA sei sehr zögerlich. Außerdem seien andere große Notenbanken wie die EZB mit dem Ausstieg aus der ultra-lockeren Geldpolitik extrem vorsichtig. Doch auch mit leicht steigenden Zinsen würden die Opportunitätskosten der Goldhaltung höher, Gold werde also in Relation zu anderen Anlageklassen unattraktiver. Zum anderen hätten die Industrieländer die Deflationssorgen hinter sich gelassen, und die Märkte und Analysten würden sich zunehmend mit dem Thema Inflation beschäftigen.

Zugleich sei die politische Unsicherheit weiterhin recht hoch. Am Ende werde man am Goldmarkt all diese Faktoren gegeneinander abwägen. Aus Sicht der Analysten erscheine es am wahrscheinlichsten, dass der Goldpreis (in US-Dollar notiert)
moderat fallen werde. Auf lange Sicht würden die Analysten dem Goldpreis nicht viel mehr als einen Inflationsausgleich zutrauen. (Ausgabe Mai/Juni) (16.05.2018/ac/a/m)





 
 
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