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EUR/GBP: Britisches Pfund gerät leicht unter Druck




16.05.18 14:58
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Das britische Pfund ist in den letzten Wochen leicht unter Druck geraten, so die Analysten der DekaBank.

Die Bank of England (BoE) habe ihren Leitzins unverändert bei 0,5% belassen und die Einschätzung der Notenbank sei als zurückhaltend bewertet worden. Die erwartete Zinsanhebung für Mai sei bereits vorab nach einem schwachen vorläufigen BIP-Wachstum im ersten Quartal ausgepreist worden. Die BoE habe sich aber durchaus die Tür für eine Zinsanhebung offen gehalten. Die Schwäche im ersten Quartal sei abgetan worden als Abwärtsverzerrung, verstärkt durch schlechtes Wetter. Nicht nur rechne die Notenbank mit einer Aufwärtsrevision, sondern sie erwarte im zweiten Quartal auch einen Erholungseffekt. Die zuletzt niedrigere Inflation ändere nicht viel am Ausblick. Die jüngste Verlangsamung sei zwar stärker als erwartet gewesen, sei aber durch das Auslaufen des Effekts der GBP-Schwäche begünstigt worden, während der inländische Preisdruck zunehme. Sollte sich diese Einschätzung der BoE bestätigen, stünde einer Anhebung noch in diesem Jahr nichts im Wege. Ansonsten könnte sich zwischen enttäuschendem Wachstum und Brexit-Unsicherheit ein weiterer Schritt auf unbestimmte Zeit verschieben.

Charttechnik: EUR/GBP habe seine aktuellen interessanten Eckpunkte bei 0,9050 und 0,8610. Dazwischen liege eine Zone eines volatilen Handels ohne Nachhaltigkeit in der jeweils eingeschlagenen Handelsrichtung. Die technischen Indikatoren würden den derzeitigen Eindruck unterstreichen. Insofern sei auch erst mit Wochenschlusskursen außerhalb der besagten Chartpunkte mit einer Intensivierung der eingeschlagenen Richtung auszugehen.

Perspektiven: Das britische Brexit-Referendum habe das Pfund bereits seit Ende 2015 stark abwerten lassen. Nun, im Brexit-Prozess, würden hohe Schwankungen und ein Abwertungsrisiko ständige Begleiter bleiben. Aufgrund großer politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit über die zukünftigen britischen Handelsbeziehungen zur EU dürfte das Pfund deutlich schwächer notieren als vor dem Brexit-Referendum (damals unter 0,80 EUR/GBP) und in den kommenden zwei Jahren zwischen einem EUR/GBP-Kurs von 0,85 und 0,95 schwanken - je nach Verlauf der Austrittsverhandlungen. Weitere Zinsanhebung der Bank of England würden stark datenabhängig bleiben. (16.05.2018/ac/a/mb)





 
 
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