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China: Schlingerkurs der USA im Handelsstreit




16.05.18 16:46
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Im Handelskonflikt zwischen China und den USA wechseln insbesondere die USA in kurzen Zeitabständen von Eskalation auf Entspannung und umgekehrt, so die Analysten der DekaBank.

Der Besuch einer amerikanischen Handelsdelegation sei für die chinesische Seite sehr unerfreulich verlaufen: Die USA hätten ihre Forderung an China, den bilateralen Handelsüberschuss um 100 Mrd. US-Dollar zu reduzieren, auf 200 Mrd. aufgestockt. 2017 habe der Überschuss bei 337 Mrd. US-Dollar gelegen, sodass es kaum möglich erscheine, diesen innerhalb von zwei Jahren so stark zu reduzieren, wie die USA dies fordern würden. Kurz darauf habe das große chinesische Telekommunikationsunternehmen ZTE vor dem Aus gestanden. Die USA hätten es als erwiesen angesehen, dass das Unternehmen die Sanktionen gegen Nordkorea und Iran unterlaufen habe, woraufhin ZTE den Zugang zu wichtigen Zulieferkomponenten aus den USA verlieren sollte. Völlig überraschend habe Trump dann angekündigt, die Sanktionen gegen das Unternehmen lockern zu wollen, um das Überleben zu sichern. Offenbar habe er damit auf eine Bitte des chinesischen Präsidenten Xi Jingping reagiert.

Dies deute zwar zunächst wieder auf Entspannung im Konflikt der beiden Großmächte hin, doch die massive Kritik, die Trump für sein Entgegenkommen in den USA geerntet habe, spreche eher dafür, dass es schon bald zu einer neuen Verschärfung des Tons komme.

Die chinesische Wirtschaft zeige sich unterdessen in guter Verfassung: Die Industrieproduktion habe im April um 7% yoy zugelegt. Die Anlageinvestitionen seien in den ersten vier Monaten des Jahres ebenfalls um 7% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Das Wachstum der Infrastrukturinvestitionen lasse etwas nach, was auf das Bemühen der Regierung zurückzuführen sein dürfte, die Verschuldung der Gebietskörperschaften stärker zu kontrollieren. Schwächer habe sich auch das Wachstum der Einzelhandelsumsätze entwickelt, das von 10,1% auf 9,4% yoy zurückgegangen sei. Hier deute sich ebenfalls ein niedrigeres Trendwachstum an, das aber angesichts sinkender Lohnzuwächse keine Überraschung darstelle.

Die Regierung habe als mittelfristiges Wachstumsziel für die Jahre bis 2020 eine Rate von 6,5% festgelegt. Sie dürfte alles daran setzen, dass dieser Wert nicht deutlich unterschritten werde, was für Wachstumsraten oberhalb von 6% spreche. Der angestrebte Umbau der Wirtschaft komme voran: Der Dienstleistungssektor steuere mittlerweile über 50% zur Wirtschaftsleistung bei. Die hohe Verschuldung des Unternehmenssektors schüre zwar Sorgen um die Stabilität des Finanzsystems. Solange aber die Verschuldung überwiegend in Inlandswährung erfolge, könne die Notenbank das Finanzsystem stabilisieren. Die Verschärfung der Kapitalverkehrskontrollen habe zu einer Stabilisierung der Währungsreserven geführt, was es der Zentralbank erleichtere, den Kurs des Renminbis zu kontrollieren.

Die langfristige Machtperspektive für Staatspräsident Xi Jingping werde zu einer Marginalisierung abweichender Ideen innerhalb des Partei- und Regierungsapparats führen. Die großen Reformprojekte wie die "Neue Seidenstraße" und die Stärkung des Finanzsystems würden auf Jahre hinaus Eckpunkte der Politik sein.

Der massive Anstieg der Unternehmensverschuldung führe zu anhaltenden Sorgen bei Investoren und Ratingagenturen. So habe S&P im September das Rating auf A+ herabgestuft, nachdem zuvor schon Moody's die Bonitätsnote gesenkt habe. Insgesamt würden die Ratings der Agenturen (Moody's: A1; Fitch: A+) aber weiterhin zeigen, dass das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit Chinas sehr hoch sei. Der sich anbahnende Handelskonflikt könnte zwar negative Folgen für das Wirtschaftswachstum haben, doch eine Gefährdung für die Bonität sehen die Analysten der DekaBank dadurch nicht. Geopolitisches Konfliktpotenzial würden vor allem die Konflikte um das nordkoreanische Atomprogramm sowie die Taiwanfrage bergen. (16.05.2018/ac/a/m)






 
 
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