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USA: Wachstum an der Kapazitätsgrenze




07.04.21 11:20
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die US-Konjunktur brummt, so die Analysten der Helaba.

Trotz der noch immer schwierigen Pandemielage würden die Daten auf ein kräftiges Wachstum im ersten Quartal hindeuten. Gestützt worden sei die Nachfrage dabei durch die "Steuerschecks" des Stimuluspakets vom Dezember. Dies sei zwar ein Einmaleffekt im Januar gewesen, nach einer nur kurzen "Durststrecke" lege das Finanzministerium aber jetzt noch mal nach: Die neue Runde an Finanzspritzen falle pro Haushalt sogar mehr als doppelt so hoch aus wie jene im Dezember. Zusammen mit all den anderen Maßnahmen von Joe Bidens Konjunkturprogramm, der fortschreitenden Impfkampagne und dem sich damit abzeichnenden Entladen der aufgestauten Nachfrage lasse dies auch im Sommerhalbjahr hohe Wachstumsraten erwarten.

Kein Wunder, dass die Stimmungsindikatoren durch die Decke gehen würden. Die ISM-Einkaufsmanagerindices für die Industrie- und Dienstleistungssektoren seien im März auf die höchsten Stände seit Jahrzehnten gestiegen - und dies, obwohl die pandemiebedingte Eintrübung 2020 viel kürzer und weniger ausgeprägt gewesen sei als zum Beispiel jene in der Finanzkrise 2008/2009. Tatsächlich werde zunehmend thematisiert, dass die Nachfrage an vielen Stellen an Kapazitätsgrenzen stoße - das Wachstum also noch um einiges höher sein könnte, wenn es nur genügend Vorprodukte bzw. Transportmöglichkeiten gäbe.

Auch am Arbeitsmarkt sei die Lage besser als erwartet. Die Arbeitslosenquote sei im März auf 6,0% gefallen. Dies sei viel niedriger als man sich vor einem Jahr habe erhoffen können, als die Quote auf den Rekordwert von 14,8% gesprungen sei. Die Beschäftigung in der Privatwirtschaft habe im März um 780.000 zugenommen. Getragen worden sei diese Entwicklung wie schon im Vormonat vor allem von den Dienstleistungen (+597.000) und hier insbesondere dem Bereich "Freizeit und Gastronomie" (+280.000).

Das so genannte "Infrastrukturprogramm" der Regierung, das Ende März angekündigt worden sei, sehe zusätzliche Staatsausgaben von rund 2 Billionen Dollar vor - wenn auch über einen Zeitraum von acht Jahren. Es solle zu einem guten Teil über neue Schulden finanziert werden. Die in Aussicht gestellten Unternehmenssteuererhöhungen seien bereits auf Kritik gestoßen, selbst bei Demokraten.

Angesichts der enormen Engpässe in der Industrie und zunehmend auch anderswo überrasche es nicht, dass sich das Preisklima deutlich eintrübe. In den kommenden Monaten sollte die Teuerungsrate jedenfalls merklich anziehen. Für den Jahresschnitt rechnen die Analysten der Helaba mit einem Anstieg der Verbraucherpreise von rund 3%. Ins Jahr 2022 hinein würden bei der Kernrate (ohne Nahrungsmittel
und Energie) vor dem Hintergrund der aktuellen Kapazitätsengpässe und der anhaltenden kräftigen fiskal- und geldpolitischen Impulse die Aufwärtsrisiken dominieren.

Dies scheine die US-Notenbank jedoch nicht zu irritieren. Sie beharre auf ihrer "forward guidance" einer auf Jahre hinaus extrem expansiven Politik. Viele FOMC-Mitglieder, nicht zuletzt FED-Chef Powell, würden sich weigern, auch nur über die Höhe des massiven Anleihekaufprogramms mit einem Volumen von 120 Mrd. Dollar pro Monat zu reden. (07.04.2021/ac/a/m)






 
 
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