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USA: ISM PMI Manufacturing im April etwas verschlechtert - Das Thema Inflation rückt in den Fokus




03.05.21 17:15
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - In den USA sind heute aktuelle Daten zur Entwicklung des ISM PMI Manufacturing veröffentlicht worden, so Tobias Basse von der NORD/LB.

Dieser an den Finanzmärkten sehr populäre nordamerikanische Stimmungsindikator habe sich auch im Berichtsmonat April weiterhin oberhalb der Marke von 60 Zählern halten können - allerdings nur ziemlich knapp. Gemeldet worden sei ein gewisser Rückgang auf "lediglich" noch 60,7 Punkte. Damit werde von dieser Zeitreihe weiterhin ein deutliches Anziehen der ökonomischen Aktivität in der US-Industrie signalisiert; beim Tempo der Besserung der wirtschaftlichen Lage würden sich inzwischen aber doch schon erste Bremsspuren erkennen lassen. Angesichts der ausgeprägten Dynamik in den Vormonaten möge dieses Faktum jedoch mit Blick auf die Nachhaltigkeit des Aufschwungs sogar eine gute Nachricht sein. Zudem spiele die Knappheit von Vorprodukten eine immer größere Rolle.

Die wichtige Produktionskomponente sei im April von zuvor sehr starken 68,1 Zählern auf nur noch starke 62,5 Punkte gefallen. Der von der US-Industrie tastsächlich realisierte Output habe am aktuellen Rand also zwar auch wieder deutlich zulegen können, es würden sich langsam allerdings schon erste Ermüdungserscheinungen zeigen. Dieses Faktum dürfte mit dem Problem der Knappheit von Vorprodukten (vor allem Mikrocontroller und andere Halbleiterchips) und der mangelnden Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften zu tun haben.

Die zumindest leicht in die Zukunft blickende Auftragskomponente habe zwar auch einen gewissen Rückgang hinnehmen müssen, sich aber dennoch recht klar oberhalb der vor allem psychologisch wichtigen Marke von 60 Zählern stabilisieren können. Für den im Berichtsmonat April sei ein Wert von "immerhin" 64,3 Punkten gemeldet worden. Damit würden sich die Order-Bücher der befragten Firmen auch am aktuellen Rand noch sehr zügig füllen.

Die Preiskomponente habe im April dagegen weiter auf nun 89,6 Zähler zugelegt. Der Anstieg der Einkaufspreise in der US-Industrie habe sich somit sogar noch beschleunigt. Kurzfristig dürfte diese Nachricht dennoch keine Implikationen für die US-Notenbank haben. Allerdings werde das Thema Inflation für die Finanzmärkte im Mai sicherlich noch an Bedeutung gewinnen.

Die Arbeitsmarktkomponente des ISM PMI Manufacturing habe sich am aktuellen Rand etwas verschlechtert. Mit 55,1 Punkten notiere dieser Sub-Index aber auch weiterhin klar oberhalb der "magischen" Marke von 50 Zählern, die nach mechanistischer Interpretation Zuwachs signalisiere. In diesem Kontext sei zu bedenken, dass die US-Industrie zunehmend mit einem Mangel an vor allem qualifizierten Personal zu kämpfen habe.

Die verbalen Rückmeldungen der Einkaufsmanager aus der US-Industrie würden immer größere Knappheitsprobleme andeuten. Dies scheine vor allem Halbleiterchips, Stahl und Kupfer zu betreffen. Die Nachfrage der Kunden bleibe zwar sehr stark, mehr und mehr Firmen seien inzwischen aber nicht mehr in der Lage, Aufträge wirklich zügig abzuarbeiten.

Der ISM PMI Manufacturing habe sich im April etwas verschlechtert. Diese Tatsache sei vor allem auf eine zunehmende Knappheit bei den Vorprodukten zurückzuführen. Insbesondere Halbleiterchips, Stahl und Kupfer seien nicht mehr im gewünschten Umfang verfügbar. Dieses Faktum habe natürlich Konsequenzen für die Einkaufspreise. Die Unternehmen würden nun ohne jeden Zweifel verstärkt versuchen, die höheren Kosten auch an ihre Kunden weiterzugeben. Entsprechend werde das Thema Inflation in den USA im Mai noch an Bedeutung gewinnen. (03.05.2021/ac/a/m)







 
 
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