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Rohstoffpreise 2017: Ein Überblick




06.12.17 11:30
aktiencheck.de

Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Die Flaute scheint vorüber zu sein: 2017 haben sich zahlreiche, für Bauwirtschaft und Industrie notwendigen Materialien, extrem verteuert. Nicht nur Öl wurde im Jahr 2017 teurer - auch die Metallpreise schossen in die Höhe. Eine Preisexplosion, wie etwa vor der Weltwirtschaftskrise 2008, ist - aus heutiger Sicht - jedoch unwahrscheinlich.

Tanken wird wieder teurer



Bild von Zapfpistole

In erster Linie spüren es die Verbraucher an der Tankstelle - in den letzten Monaten wurden die Spritpreise, aufgrund des höheren Ölpreises, wieder deutlich teurer. Seit November kostet die Sorte "Brent" rund 60 US Dollar/Barrel (159 Liter) - das ist der höchste Preis seit mehr als zwei Jahren. Noch im Juli 2017 musste man für ein Fass Öl nicht einmal 50 US Dollar bezahlen. Aber auch andere Rohstoffe wurden über die Sommermonate teurer - die Konjunktur brummte, die Wirtschaft erlebte ein Hoch. Diese Faktoren kurbelten vor allem die Nachfrage nach Industriemetallen an.

Welche Faktoren haben die Ölpreisentwicklung im Jahr 2017 beeinflusst?


Der steile Öl-Preisanstieg kann seit dem Sommer beobachtet werden. "Saudi-Arabien lieferte in den Sommermonaten weniger Öl als sonst, sodass viele Industriestaaten ihre Vorräte anzapfen mussten. Es kam zum kräftigen Lagerabbau. Auch Lieferausfälle im Herbst, aufgrund der Kämpfe zwischen der irakischen Armee und den Kurden im Nordirak und die Angst vor einem neuen Golfkrieg, sorgten für enorme Preissteigerungen", so Carsten Fritsch, Rohstoff-Analyst der Commerzbank. Fritsch ist jedoch überzeugt, dass die Preise demnächst wieder sinken werden. "Im Winter braucht Saudi-Arabien deutlich weniger Öl als im Sommer. Die Exporte werden also wieder zulegen." Zudem habe auch die Ölproduktion in den Vereinigten Staaten ein Rekordhoch erreicht. Auch wenn die OPEC die vereinbarten Förderkürzungen aufrechterhalten will, so befindet sich die Organisation in einem Dilemma: Treiben die Lieferbeschränkungen den Ölpreis nämlich nach oben treiben, umso lohnenswerter wird die Gewinnung des Rohstoffs aus dem amerikanischen Schiefergestein. Zudem sei die Internationale Energie-Agentur (kurz: IEA) sogar der Ansicht, in den USA wird in den nächsten zehn Jahren wohl mehr Öl gefördert als tatsächlich verbraucht. Aber nicht nur der Ölpreis kletterte in die Höhe - auch das silberweiße Metall wurde, seit Anfang des Jahres, um rund 50 Prozent teurer. Derzeit nähert sich der Preis dem Allzeithoch von 2001 - damals kostet eine Feinunze (31 Gramm) 1.094 US Dollar.

Kupfer und Aluminium wurden teurer


Auch Kupfer wurde erheblich teurer. Kupfer ist vor allem für die hohe Leitfähigkeit für Wärme und Elektrizität bekannt; das rötliche Metall wird vorwiegend für Telefon- und Stromkabel verwendet und ist auch ein kaum zu ersetzender Bestandteil von Motoren, Generatoren, Solarmodulen oder Brennstoffzellen. Für Infrastruktur, Bauwirtschaft und Industrie ist das rötliche Metall daher unersetzlich. Das ist auch der Grund, warum der Preis auf die Konjunkturschwankungen im Jahr 2015 reagierte und in den Keller stürzte. Die Trendwende kam erst mit dem Jahresende 2016. In den letzten zwölf Monaten stieg der Kupferpreis um 22 Prozent. Auch seien die Überkapazitäten am Markt abgebaut worden. Noch im Frühjahr sorgten Streiks in Chile, Indonesien und Peru für massenhafte Produktionsausfälle in den Kupferbergwerken; in weiterer Folge stieg jedoch der Bedarf in China. Bei Aluminium konnte ein ähnliches Muster beobachtet werden. Nachdem der Preis im Jahr 2015 einbrach, stieg Aluminium - in den letzten Monaten - um gut ein Fünftel. Die Rallye wird vor allem durch die Schließungen der Aluminiumschmelzungen in China getrieben; China ist schlussendlich der größte Aluminium-Produzent der Welt. Im kommenden Winter sollen zudem zahlreiche Werke die Produktion reduzieren, sodass die Smogbelastung, die in den chinesischen Großstädten immer mehr zum Problem wird, endlich in den Griff bekommen werden kann. Die höheren Aluminiumpreise bekommen vor allem die deutschen Autofahrer zu spüren - in einem PKW, der in Europa gebaut wurde, stecken schlussendlich 160 Kilogramm Aluminium. Das ist ein Drittel des gesamteuropäischen Aluminiumverbrauchs. Ein weiterer Großabnehmer ist die Baubranche - hier wird Aluminium etwa für Fassaden, Fenster oder auch für Dachkonstruktionen verwendet.

Bild von Bohrinsel

(06.12.2017/ac/a/m)








 
 
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