Marktumfeld Q2: Ölpreis steigt, Gold unattraktiv, Inflation in der Beschleunigung




07.04.21 11:56
Moventum

Luxembourg (www.aktiencheck.de) - Das Marktumfeld zeigt sich im zweiten Quartal stabil bis positiv unterstützend, so die Experten von Moventum.

Mit dem Hochfahren der Impfkampagnen gewinne auch die Weltwirtschaft an Fahrt. Das führe zu steigenden Ölpreisen genau wie zu anziehenden Inflationsraten. "Wir gehen von einem soliden Wachstumskurs aus, der die Märkte durchaus noch weiter befeuern kann", sage Carsten Gerlinger, Vice President von Moventum AM.

Weil die USA beim Impfen schneller vorankommen würden als die Europäer, springe dort auch zuerst die Konjunktur an. "Dazu kommen die Billionen Dollar aus dem Fiskalpaket in den USA, die rasch in der Wirtschaft ankommen werden", sage Gerlinger. "Deshalb erwarten wir kurzfristig eine im Vergleich stärkere Dynamik der US-Wirtschaft." Das stütze auch den US-Dollar, zumindest auf mittlere Sicht. Die höhere Rendite langlaufender US-Staatsanleihen würden ebenfalls für Dollarkäufe sorgen, wovon der Kurs zum Euro profitieren sollte. Im Jahresverlauf sollte dann aber auch die europäische Konjunktur wieder stärker anspringen, was dann im Verhältnis den Euro stärken würde. "Insgesamt erwarten wir den US-Dollar in einer unveränderten engen Bandbreite zwischen 1,17 und 1,22 - auf drei Monate", so Gerlinger. "Auf Sicht von zwölf Monaten bleibt es bei der Bandbreite zwischen 1,17 und 1,25."

Die fortschreitende wirtschaftliche Erholung treibe auch den Ölpreis an. Trotzdem sei der Preis sehr politisch geprägt, Unterbrechungen oder auch nur Störungen der Lieferungen wie etwa durch die Blockade des Suezkanals würden sich sofort bemerkbar machen. "Hier bleibt es bei einer volatilen Preisentwicklung", sage Gerlinger. "Dabei ist der Ölpreis aufgrund der zu erwartenden konjunkturellen Befestigung nicht nur nach unten gut abgesichert, sondern besitzt auch noch weiteres Kurspotenzial."

Anders als Gold, das von der Erholung überholt worden sei und jetzt weniger als sicherer Hafen gebraucht werde. "Sowohl die Konjunktur als auch die anziehenden Renditen und Realzinsen sprechen kurzfristig gegen eine deutliche Erholung des Goldpreises", sage Gerlinger. "Als Anlage ist es derzeit unattraktiv." Das könnte sich ändern, wenn tatsächlich die Inflationsraten dauerhaft und stärker anzögen.

"Die Inflation wird natürlich steigen, in Europa wie in den USA sind Raten von um die drei Prozent bis zum Jahresende 2021 möglich", sage Gerlinger. Die bereits angezogenen Konsumentenpreise könnten in den kommenden Wochen und Monaten aufgrund von Basiseffekten bei den Rohstoffpreisen und pandemiebedingten Angebots- oder Lieferkettendisruptionen auch noch weiter steigen. "Die beschlossenen fiskal- und geldpolitischen Programme werden aber zu keiner grundsätzlichen Güterpreisinflation, sondern vielmehr zu einer Assetpreisinflation bei Anleihen, Immobilien und Aktien führen", so Gerlinger. Im kommenden Jahr sei dagegen von einer deutlichen Inflationsberuhigung auszugehen, da dann die Basiseffekte allesamt wegfallen dürften. (07.04.2021/ac/a/m)







 
 
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