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Deutschland: Hoffnung mal wieder auf das zweite Halbjahr




07.04.21 11:08
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Der Lockdown in Deutschland scheint kein Ende zu nehmen: Die aktuellen Beschlüsse gelten bis zum 18. April, so die Analysten der Helaba.

Die Analysten hätten deswegen ihre Wachstumsprognose für Deutschland für 2021 leicht auf 3,4% gesenkt (vorher: 3,7%). Allerdings werde schon über eine Verschärfung der Anti-Corona-Maßnahmen gesprochen. Sollte sich dies bewahrheiten, könnte eine erneute Senkung unserer Prognose für dieses Jahr erforderlich werden. Im ersten Quartal dürfte das Bruttoinlandsprodukt deutlich gefallen sein. Der Lockdown und die wieder geltenden höheren Mehrwertsteuersätze hätten den Konsum sinken lassen. Dies signalisiere zumindest der deutlich rückläufige Einzelhandelsumsatz. Die Bauwirtschaft habe zeitweise unter kalten Temperaturen und ebenfalls unter der Anpassung der Mehrwertsteuer gelitten. Dagegen sollte der Außenhandel einen positiven Wachstumsbeitrag geliefert haben. Der starke Rückgang der Importe im Januar dürfte bis März kaum aufgeholt werden können. Die Daten zum Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal würden am 30. April veröffentlicht.

Auch die deutsche Industrie sei im ersten Quartal von Sonderfaktoren belastet worden. So hätten knappe Vorprodukte wie Halbleiter die Produktion im Fahrzeugbau gebremst. Trotzdem bleibe der Sektor weltweit ein Hoffnungsträger. Der Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes liege für Deutschland bei 66,6 Punkten, der höchste bisher gemessene Wert. Auftragseingänge und -bestände hätten sich erfreulich entwickelt. Die Industrie profitiere von starken Exporten. China habe die Pandemie seit längerem überwunden. Die Ausfuhren in das Reich der Mitte lägen deutlich über dem Vorkrisenniveau.

Das Wachstum der USA werde von riesigen Konjunkturprogrammen stimuliert. Bereits jetzt würden auch deutsche Unternehmen hiervon profitieren. Dies dürfte sich verstärken, sollte das 2-Billionen-Infrastrukturprogramm umgesetzt werden. Die von der Biden-Administration gewünschte Stärkung der US-Industrie sollte die Nachfrage nach Investitionsgütern "Made in Germany" zusätzlich erhöhen. Aber auch die Güterproduktion im wichtigen "Heimatmarkt" EU mit einem Exportanteil von 53% erhole sich. Zu einem positiven Sondereffekt könnte die an Fahrt gewinnende Impfstoffproduktion werden. Die deutsche Pharmaproduktion habe einen Anteil von 3% am Produktionsindex des Verarbeitenden Gewerbes. Zu erwartende zweistellige Zuwächse der Pharmaproduktion würden sich damit in einer nennenswert höheren Industrieproduktion niederschlagen. Neben der Industrie werde der Bau 2021 zum Wachstum beitragen. Der Wohnungsbau profitiere dieses Jahr von immer noch hohen Auftragsbeständen und der gestiegenen Nachfrage.

Das Wirtschaftswachstum in Deutschland hänge aber in erheblichem Maße von "Corona-sensitiven" Wirtschaftszweigen ab. Aus jetziger Sicht müsse davon ausgegangen werden, dass es nur zögerlich zu weiteren Öffnungen komme. Damit würde das Wachstum ab dem dritten Quartal deutlich zunehmen. Das Ausgangsniveau zu Jahresbeginn 2022 wäre dann höher als bislang veranschlagt. Allein hierdurch steige die Jahreswachstumsrate. Zusätzlich sollte die Normalisierung nach der Krise mit kräftigen Nachholeffekten einhergehen. Die Analysten der Helaba haben deswegen ihre BIP-Prognose für 2022 deutlich auf 3,4% erhöht (2,3%). (07.04.2021/ac/a/m)






 
 
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