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Deutsche Finanzchefs sehen baldigen Konjunkturaufschwung




08.04.21 11:09
Deloitte

München (www.aktiencheck.de) - Schon der CFO Survey von Deloitte im Herbst 2020 zeigte eine damals überraschend positive Stimmung unter den deutschen Unternehmen, so die Experten von Deloitte.

Und in der Tat: Retrospektiv betrachtet hätten die Ergebnisse der halbjährlichen Befragung unter den deutschen CFOs den steilen konjunkturellen Aufschwung im dritten Quartal vorweggenommen. Heute, sechs Monate später, würden die Finanzvorstände deutscher Großunternehmen trotz der der inzwischen dritten Covid-19-Welle optimistisch bleiben. Das zeige der neue CFO Survey von Deloitte, dessen Einschätzungen auf der Befragung von 140 deutschen CFOs in der zweiten Märzhälfte beruhen würden.

"Die von den CFOs wahrgenommene Unsicherheit im ökonomischen und finanziellen Umfeld sinkt auf ein Normalmaß", so Dr. Alexander Börsch, Chefökonom von Deloitte: "Das ist ein deutliches Zeichen, dass die deutschen Finanzvorstände ein baldiges Ende der Krise erwarten. Eine große Mehrheit der Unternehmen hat den akuten Krisenmodus und zum Teil sogar den Erholungsmodus verlassen und beschäftigt sich mit der Zukunftsgestaltung nach der Pandemie. Ebenso erwarten sehr viele Unternehmen, noch in 2021 ihr Vorkrisen-Umsatzniveau wieder zu erreichen. Und: Eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen hat dies bereits geschafft", so Börsch.

Vor allem auf China würden die Finanzvorstände auf einem steilen Wachstumspfad sehen: 89 Prozent würden die wirtschaftliche Lage des Landes als gut bewerten, und 81 Prozent würden eine weitere Verbesserung auf Sicht von einem Jahr erwarten. Ein starkes Comeback würden die USA erleben: Habe im Herbst der Pessimismus für die amerikanische Konjunktur überwogen, so werde die Lage aktuell von über der Hälfte der CFOs als mindestens positiv bewertet, fast 90 Prozent würden eine Verbesserung von Sicht auf einem Jahr erwarten.

Damit würden die USA im CFO Survey die Einschätzung für Deutschland überholen, wo nur knapp die Hälfte eine positive wirtschaftliche Situation erwarte. Den hiesigen Jahresausblick nehme allerdings auch eine große Mehrheit (80%) positiv wahr. Am pessimistischsten im Vergleich hinsichtlich Status und Ausblick würden die Finanzvorstände die Eurozone bewerten.

Die eigenen Geschäftsaussichten seien ähnlich gut. Nur zehn Prozent würden eine Verschlechterung im Vergleich zu vor drei Monaten sehen, fast genau die Hälfte eine Verbesserung - dies sei der zweithöchste Wert seit Beginn des Surveys 2012. Aus Sektor-Perspektive sei die Konsumgüterindustrie am optimistischsten (75%), gefolgt vom Maschinenbau (65%). Generell seien die exportorientierten Sektoren deutlich positiver gestimmt als die Binnenmarkt-orientieren, getrieben vom starken Wachstum in China und dem erwarteten Aufschwung in den USA.

Die gute Stimmung mache sich auch bei der Einstellungs- und Investitionsbereitschaft bemerkbar: Über die Hälfte der Unternehmen würden mehr investieren wollen, nur 15 Prozent weniger. Der Indexwert für die Investitionsbereitschaft zeige damit eine sehr starke Erholung im Vergleich zum Herbst 2020 - ein Zeichen, dass die wirtschaftliche Unsicherheit bei den Unternehmen dem Vertrauen in die weitere wirtschaftliche Entwicklung weiche. Die Einstellungsbereitschaft liege ebenfalls im positiven Bereich, wenngleich mit starken Sektor-Unterschieden: Der Handel sei hier am positivsten, während der Maschinenbau eher Beschäftigung abbauen wolle.

Die Erholung der deutschen Unternehmen von den Krisenfolgen halte an: Bereits 43 Prozent der befragten Unternehmen hätten schon wieder das Vorkrisen-Umsatzniveau erreicht, 23 Prozent würden dies für das laufende Jahr erwarten. Damit wären zwei Drittel der Unternehmen bis Ende 2021 wieder auf dem Ausgangsniveau. Die Mehrzahl der Unternehmen, die sich jetzt schon wieder erholt hätten, komme aus den Bereichen Immobilien, Konsumgüter und Handel. Auto- und Maschinenbau würden mit einer vollständigen Erholung im zweiten Halbjahr 2021 beziehungsweise im ersten Halbjahr 2022 rechnen.

"Die Einschätzungen und Erwartungen der CFOs zeigen nicht nur konjunkturellen Optimismus, sondern auch positive Geschäftsaussichten, eine weitgehende Erholung von den Krisenfolgen und - vielleicht am wichtigsten - eine höhere Investitionsbereitschaft der Unternehmen", erläutere Dr. Börsch.

"Insofern lässt dies hoffen, dass der seit dem vierten Quartal von neuen Infektionswellen und Lockdowns unterbrochene Konjunkturaufschwung schnell wieder Fahrt aufnehmen kann, sobald die Pandemie unter Kontrolle ist. Wir sehen aber auch starke Unterschiede zwischen den Sektoren, wo vor allem die Konsumgüterindustrie in positiver Hinsicht heraussticht, während andere Sektoren wie Automobilindustrie und Maschinenbau noch stärker an dem tiefen Einbruch im ersten Halbjahr 2020 knabbern. Die positive Entwicklung in Schlüsselmärkten wie den USA und China trägt sicher zur positiven Grundstimmung der deutschen Großunternehmen bei und hilft dabei, die Auswirkungen der dritten Corona-Welle und der Beschränkungen wirtschaftlich zu bewältigen." (08.04.2021/ac/a/m)







 
 
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