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ver.di: Viele Solo-Selbstständige in prekärer Lage - Sorgen um soziale Absicherung - Klare Erwartungen an Gewerkschaft




21.04.17 13:57
aktiencheck.de

Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Seit dem Ausbruch der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 sind die Zinsen auf Spareinlagen immer weiter gesunken und verharren seither auf einem niedrigen Niveau, so ver.di in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:


Viele Solo-Selbstständige befinden sich in einer wirtschaftlich prekären Lage.

Obgleich die Befragten außerordentlich gut qualifiziert sind, erbringt die Selbstständigkeit auch in Vollzeit oft nur bescheidene Erträge. Über ein Fünftel der Vollzeiterwerbstätigen verdient weniger als 1.000 Euro brutto im Monat. Dementsprechend nennen die Befragten als größte Herausforderungen, ein regelmäßiges und ausreichendes Einkommen zu erzielen sowie sich für Krankheit, Alter und Auftragslosigkeit abzusichern. So lauten Ergebnisse einer Studie des Arbeitssoziologen Prof. Dr. Hans Pongratz von der Ludwig-Maximilians-Universität München gemeinsam mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) über die Erwerbssituation von Solo-Selbstständigen. Über 800 ver.di-Mitglieder gaben darin über ihre Situation und die Erwartungen an die Gewerkschaft Auskunft.

Eine Strategie der Selbstständigen, um sich ihre Profession überhaupt leisten zu können, besteht darin, unterschiedliche Erwerbsformen parallel oder im zeitlichen Wechsel auszuführen. Dabei ist die Zahl jener erstaunlich hoch, die zusätzlich zu einem Angestelltenverhältnis oder auch in Kombination mit anderen Einkommensquellen als Selbstständige tätig sind. Diese so genannte Erwerbshybridisierung stellt einen neuen Trend dar. "Das sozialstaatliche Modell zur Regulierung von Beschäftigung sollte alle Bereiche der Erwerbstätigkeit abdecken, ob es sich nun um Angestellte oder Solo-Selbstständige handelt. Schließlich müssen auch Selbstständige ihre Arbeitskraft verkaufen und benötigen als Erwerbstätige einen besseren Schutz", folgert Pongratz.

Zudem vereinfacht die digitale Transformation die Vergabe von Aufträgen an Selbstständige. Für die Gewerkschaften gewinnt daher die Organisierung von Solo-Selbstständigen an Bedeutung. Deren Anforderungen sind anspruchsvoll, wie die Studie belegt: Die Befragten fordern von ver.di unter anderem, dass sie in ihrem Interesse erfolgreich Einfluss auf politische Regelungen nimmt. Daneben wünschen sich Solo-Selbstständige eine umfassende Beratung etwa zur Honorarordnung, die Vernetzung mit anderen Betroffenen und eine höhere Wertschätzung ihrer Leistung als Solo-Selbstständige in der Gesellschaft.

Sie verlangen eine gleichberechtigte Anerkennung ihrer Erwerbsform als Selbstständige. "Die Anzahl jener Menschen, die in dieser relativen Freiheit arbeiten, wird mit der digitalen Transformation zunehmen. Es ist unser Ziel als Gewerkschaft, diese Freiheit auch gegen neue Formen der Abhängigkeit und wirtschaftlichen Zwang zu verteidigen. Mit der Herstellung von Markttransparenz und Kollektivität wollen wir dem für viele Selbstständige existenzgefährdenden Unterbietungswettbewerb entgegenwirken", so der stellvertretende ver.di-Vorsitzender Frank Werneke.

ver.di vertritt rund 30.000 solo-selbstständige Mitglieder. (Pressemitteilung vom 20.04.2017) (21.04.2017/ac/a/m)






 
 
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