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US-Dollar: Hausse erschlafft




21.04.17 07:08
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Der US-Dollar trat in den letzten Wochen eher auf der Stelle, so die Analysten der Helaba.

Gegenüber dem Euro habe die US-Währung marginal aufwerten können, habe jedoch deutlich gegenüber dem Japanischen Yen und dem Britischen Pfund verloren. Die Trump-Euphorie habe sichtbar nachgelassen, sei aber auch nicht ins Gegenteil umgeschlagen. Dabei habe der US-Präsident bereits versucht, den Dollar verbal zu schwächen ("unsere Währung wird zu stark"). Die Kursreaktion habe sich jedoch Grenzen gehalten. Trumps Aussage über den überbewerteten US-Dollar könne nicht widersprochen werden. Selten sei der Greenback - ob handelsgewichtet oder gegenüber dem Euro - teurer gewesen. Das hohe US-Handelsdefizit ohne Ölprodukte unterstreiche dies.

Die US-Wirtschaft boome - jedoch nur bei Betrachtung der Stimmungsindikatoren. Die gute Laune bei Unternehmen und Konsumenten spiegle sich kaum in den "harten" Daten wider. Das Bruttoinlandsprodukt sei im ersten Quartal wohl nur marginal gewachsen. Die Industrieproduktion oder der Einzelhandelsumsatz hätten nur mäßig zugelegt. Die Arbeitslosenquote sei zwar auf ein langjähriges Tief gefallen, der Beschäftigungsaufbau habe sich jedoch zuletzt verlangsamt. Die "phänomenalen" Steuersenkungen oder die höheren Infrastrukturausgaben würden weiter auf sich warten lassen.

Insgesamt dürfte die US-Wirtschaft 2017 mit einer soliden Rate von gut 2% wachsen, aber bei weitem nicht mit den optimistischen Werten wie von den Stimmungsindikatoren, Präsident Trump oder den Finanzmärkten erhofft. Die Inflation in den USA habe wohl bereits ihren Zenit im Februar mit 2,7% gegenüber Vorjahr überschritten. Der Ölpreiseffekt werde den Preisanstieg bald dämpfen, die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel liege ohnehin schon bei nur 2,0%. Für die Federal Reserve bestehe damit kein Zwang, ihre Zinserhöhungen zu beschleunigen. Die Notenbank dürfte weiterhin mit gemächlichem Tempo voranschreiten und den Leitzins 2017 nur noch einmal anheben. Der US-Renditevorteil gegenüber dem Euro sei daher jüngst sogar zurückgegangen.

Im Gegensatz zur japanischen Währung habe der Euro kaum von den sinkenden US-Renditen profitieren können. Die anstehenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich würden Anlegern Sorgen bereiten. Ein Sieg der EU-feindlichen Kandidatin Le Pen brächte gravierende Konsequenzen für die Währungsunion mit sich. Zwar sei ihr Erfolg eher unwahrscheinlich, dennoch würden sich einige Marktakteure präventiv absichern, was den Euro zuletzt belastet habe. Bei einem mutmaßlichen Erfolg des Europafreundlichen Macron würden diese Absicherungen wieder aufgelöst werden, der EUR/USD-Kurs sollte davon einen erkennbaren Schub bekommen.

Die konjunkturelle Lage in der Eurozone sei recht robust. Die Inflation habe zwar auch hier einen Rücksetzer erlitten, befinde sich aber mit 1,5% weit oberhalb der früheren Krisenniveaus. Die EZB habe zunächst die Hoffnungen auf einen vorzeitigen Kurswechsel ihrer sehr expansiven Politik gedämpft. Dennoch könnte sie spätestens im kommenden Jahr eine andere Richtung einschlagen. Die Zeit der divergierenden Geldpolitiken nähere sich damit ihrem Ende. Der US-Dollar habe zu viel vorweggenommen, die US-Stimmung werde noch weiter ernüchtern und die Europa-Ängste weiter abebben. Der EUR/USD-Kurs werde daher von 1,07 in den kommenden Monaten in den Bereich 1,10 bis 1,15 ansteigen. (Ausgabe vom 20.04.2017) (21.04.2017/ac/a/m)







 
 
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