Erweiterte Funktionen


Märkte könnten auf Wahlsieg des populistischen Lagers in Frankreich negativ reagieren




20.04.17 15:35
Edmond de Rothschild Asset Management

Paris (www.aktiencheck.de) - Insgesamt haben sich die Aktienmärkte im März positiv entwickelt - bis auf den US-amerikanischen Markt, der infolge der Obamacare Reform von Donald Trump mit Zweifeln der Investoren zu kämpfen hatte, so Benjamin Melman, Leiter Asset Allocation und Sovereign Debt bei Edmond de Rothschild Asset Management.

Da die Märkte sich in letzter Zeit selbst übertroffen hätten und der Risikoappetit deshalb aktuell groß sei, mahne Melman zur Vorsicht. Die Finanzmärkte seien in solch einer Situation vergleichsweise noch gefährdeter gegenüber schlechten Nachrichten. Der Anlageexperte habe das Aktien-Exposure insgesamt reduziert, um ein ausgewogenes Risikoprofil herzustellen. Dabei setze das Team von Edmond de Rothschild Asset Management eher auf europäische Aktien und habe den Anteil an US-amerikanischen Aktien reduziert.

Der europäische Aktienmarkt sei durchaus attraktiv, sofern Investoren das politische Risiko ignorieren würden. Das habe folgende Gründe: Die globale Konjunktur habe sich erholt, wovon vor allem europäische Unternehmen profitieren würden. Frankreich und Italien hätten zwar nicht vom globalen Konjunkturaufschwung profitieren können, hätten aber zu anderen Ländern der Eurozone aufgeschlossen und so zum europäischen Aufschwung beigetragen. Europäische Mergers & Acquisitions hatten zunächst bescheiden ausgesehen, seien aber jetzt auf einem akzeptablen Weg.

Die Tatsache, dass nun nicht mehr klar sei, ob die Europäische Zentralbank (EZB) an ihrer stark expansiven Geldpolitik festhalten werde, habe den Euro gepuscht. Das seien schlechte Nachrichten für Exporteure, jedoch gute für die Finanzwerte. Vorher seien sie aufgrund des negativen Zinses benachteiligt gewesen, jetzt würden sie von einer steileren Zinskurve in Europa profitieren. Außerdem hatten sie sich von den starken Abschlägen erholt, mit denen sie gehandelt worden seien. All dies habe zu einem paradoxen Umfeld geführt: Das Risiko einer Straffung der Geldpolitik sei nicht als negativ für den Gesamtmarkt zu werten.

Der US-amerikanische Finanzmarkt sei im Vergleich zu anderen Märkten, insbesondere im Vergleich zu Europa, teuer.

Seit Anfang des Jahres 2016 hätten europäische Aktien starke Abflüsse verzeichnet. Dies habe mit dem Brexit-Referendum zusammengehangen, welches Investoren dazu ermutigt habe, Abstand von politischen Risiken zu nehmen. Auch wenn es in den letzten Wochen eine leichte Trendwende in Bezug auf die Mittelzuflüsse gegeben habe, seien US-Investoren durch die Umbrüche in Europa abgeschreckt worden. Sollte die französische Präsidentschaftswahl nicht von einem Frexit-Befürworter gewonnen werden, sei es sehr wahrscheinlich, dass sich der politische Horizont plötzlich zumindest für die nächsten Monate sehr viel klarer zeige, was zu einer Umschichtung in europäische Aktien führen könnte. Die Bundestagswahl in Deutschland erscheine als relativ risikofrei.

Sollte ein französischer Präsident gewählt werden, der ein Referendum im Hinblick auf den Verbleib in der Europäischen Union anstrebe, würde das den europäischen Aktienmarkt ins Wanken bringen. Obwohl die vergangenen politischen Risiken bezüglich der Präsidentschaftswahlen in den USA und dem Brexit einer starken Fehleinschätzung unterlegen hätten, sollte die französische Wahl nicht unterschätzt werden. Schließlich sei der Wahlkampf bisher immer für eine Überraschung gut gewesen - demnach werde die Zeit bis zum Wahlergebnis noch lang.

Auch wenn die Märkte vergleichsweise positiv auf das Brexit-Voting und Donal Trump‘s Wahlsieg reagiert hätten, bezweifle Benjamin Melman, dass ein Sieg eines populistischen französischen Präsidenten genauso begrüßt würde. "Aus diesem Grund sind wir nur leicht in europäischen Aktien übergewichtet und halten am US-Dollar fest - als Absicherung", so Melman. "Wir sind aber vorbereitet auch hier zu reagieren, falls sich Risiken oder Chancen entwickeln." (20.04.2017/ac/a/m)







 
 
Aktien des Tages
  


Mit der Anmeldung für den Newsletter "Aktien des Tages" stimme ich dem gleichzeitigen Erhalt des "GeVestor täglich" unseres Partners GeVestor zu.


Mit der Anmeldung für den Newsletter "Aktien des Tages" stimme ich dem gleichzeitigen Erhalt des "Investors Daily" unseres Partners FID Verlag zu.



Aktien des Tages
  


Mit der Anmeldung für den Newsletter "Aktien des Tages" stimme ich dem gleichzeitigen Erhalt des "GeVestor täglich" unseres Partners GeVestor zu.


Mit der Anmeldung für den Newsletter "Aktien des Tages" stimme ich dem gleichzeitigen Erhalt des "Investors Daily" unseres Partners FID Verlag zu.

RSS Feeds




Bitte warten...