MS Industrie: 9M 2021: Lieferschwierigkeiten belastet Powertrain-Geschäft und Sondermaschinenbau - Aktienanalyse




24.11.21 15:11
GBC AG

Augsburg (www.aktiencheck.de) - MS Industrie-Aktienanalyse von der GBC AG:

Cosmin Filker und Marcel Goldmann, Aktienanalysten der GBC AG, stufen in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der MS Industrie AG (ISIN: DE0005855183, WKN: 585518, Ticker-Symbol: MSAG) unverändert mit dem Rating "kaufen" ein.

Die noch im ersten Halbjahr 2021 aufgezeigte Erholungstendenz habe sich bei der MS Industrie AG im abgelaufenen dritten Quartal 2021 nicht fortgesetzt. Dies vor allem vor dem Hintergrund der zunehmenden Lieferengpässe, was beim Hauptkunden Daimler Trucks zu einem mehrtätigen Produktionsstopp im August und im September geführt habe. Auch anhand der LKW-Zulassungszahlen in Europa werde deutlich, dass sich die Anfang 2021 eingesetzte Erholung in den Sommermonaten nicht fortgesetzt habe. Nachdem zwischen Februar und August insgesamt 40,2% mehr schwere Nutzfahrzeuge zugelassen worden seien, sei es im September, erstmals seit sieben Monaten, zu einem Zulassungsrückgang in Höhe von -1,8% gekommen.

Vor diesem Hintergrund habe die MS Industrie AG im dritten Quartal einen um -13,4% unterhalb des Vorjahres liegenden Gesamtumsatz in Höhe von 39,2 Mio. EUR (Q3 2020: 45,2 Mio. EUR) erzielt. Bereinigt um die zum 31.12.2020 verkaufte Elektromotorenwerk Grünhain-Gruppe (EMGR) habe der Umsatzrückgang, den Berechnungen der Analysten zur Folge, bei -3,8% gelegen.

Unter Hinzurechnung der positiven Entwicklung der ersten beiden Quartale sei in den ersten neun Monaten 2021 ein Umsatzplus in Höhe von 4,0% auf 123,0 Mio. EUR (9M 2020: 118,3 Mio. EUR), bzw. bereinigt um den EMGR-Effekt in Höhe von rund 18% erreicht worden.

Auf 9-Monatsbasis werde es ersichtlich, dass die Aufholeffekte insbesondere das Powertrain-Segment positiv beeinflusst hätten. Gemäß Unternehmensangaben hätten die Umsätze in diesem Segment, bereinigt um den Wegfall der EMGR, um rund 29% über dem Vorjahreswert gelegen. Demgegenüber stünden rund 3% niedrigere Umsätze im Ultraschall-Segment. Hier dürfte die Gesellschaft von einer weiterhin niedrigen Nachfrage im Sondermaschinenbau betroffen gewesen sein. Zudem hätten Liefereinschränkungen auch den Sondermaschinenbau beeinträchtigt, so dass Aufträge in die Folgequartale verschoben worden seien.

Analog zum erhöhten Umsatzniveau auf 9-Monatsbasis hätten sich das EBITDA und das EBIT jeweils deutlich verbessert. Das EBITDA habe dabei mit 6,5 Mio. EUR (9M 2020: 1,2 Mio. EUR) oberhalb, das EBIT mit -3,8 Mio. EUR (9M 2020: -8,8 Mio. EUR) jedoch unterhalb der Gewinnschwelle gelegen. Die deutliche Ergebnissteigerung, die aber unter den Analystenerwartungen liege, sei, neben dem Umsatzanstieg zum Teil auch auf umgesetzte Einsparmaßnahmen zurückzuführen. Dies sei insbesondere auf die Schließung des Standortes Zittau sowie auf den EMGR-Verkauf zurückzuführen, wodurch die Mitarbeiteranzahl auf 742 (30.09.2020: 994 Mitarbeiter) deutlich gefallen sei. In Summe sollten die umgesetzten Kosteneinsparmaßnahmen den Break-Even-Umsatz um 20% reduziert haben. Demgegenüber stünden jedoch außerordentliche Aufwendungen im UTG-Segment, welche insbesondere als Anlaufaufwendungen für die Fokussierung auf neue Bereiche (Nonwovens, Serienmaschinen, Systeme & Komponenten) einzustufen seien. Hierzu würden gesteigerte Marketingaufwendungen sowie höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung gehören. Langfristig solle im UTG-Bereich die Automotive-Bedeutung zurückgefahren werden und insgesamt der Wandel hin zum Technologieunternehmen erfolgen.

Mit der Veröffentlichung der Q3-Zahlen 2021 habe das MS-Management die Umsatzprognose nach unten angepasst. Es werde nunmehr mit Umsätzen in Höhe von insgesamt rund 170 Mio. EUR (bisherige Prognose: 180 Mio. EUR) gerechnet. Sowohl das EBITDA als auch das EBIT sollten weiterhin gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert werden. Auf Ebene des Nachsteuerergebnisses werde nunmehr davon ausgegangen, die Gewinnschwelle nicht übertreffen zu können, wenngleich weiterhin eine deutliche Verbesserung des Vorjahreswertes in Aussicht gestellt werde.

Die Analysten würden die reduzierte Unternehmens-Guidance und damit die unterhalb ihrer Erwartungen liegende Umsatz- und Ergebnisentwicklung zum Anlass nehmen, um ebenfalls die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2021 anzupassen. Basierend auf der Erwartung, dass Daimler, als Hauptkunde im Powertrain-Segment im vierten Quartal keine weiteren Produktionsstopps vornehmen werde, sollte die Umsatz-Guidance erreicht werden.

Flankierend hierzu sollte der Sondermaschinebau des Ultraschall-Segments wieder positive Impulse beisteuern. Im Serienmaschinenbau dürften aufgrund der deutlich höheren Fertigungstiefe weniger Lieferengpässe vorliegen, so dass die Gesellschaft insgesamt im UTG-Bereich die vorliegenden hohen Auftragsbestände materialisieren sollte. Zum 30.09.2021 hätten die Auftragsbestände im UTG-Bereich um rund 31% über den durchschnittlichen bereinigten Auftragsbeständen des Geschäftsjahres 2020 gelegen.

Die Analysten würden nun für 2021 von Umsatzerlösen in Höhe von 170 Mio. EUR (bisher: 185,30 Mio. EUR) ausgehen. Die erwarteten niedrigeren Umsätze sollten zumindest auf EBIT- und auf EAT-Basis, analog zur Unternehmens-Guidance, zu negativen Werten führen. Die Analysten würden dabei ein Nachsteuerergebnis in Höhe von -3,44 Mio. EUR (VJ: 1,81 Mio. EUR) prognostizieren. Da sie die Auswirkungen der aktuellen Lieferkrise zunächst auf das laufende Geschäftsjahr beschränken würden, würden sie ihre Prognosen für die kommenden Geschäftsjahre unverändert beibehalten.

Im Rahmen ihres DCF-Bewertungsmodells hätten die Analysten eine Reduktion des Kursziels auf 2,70 EUR (bisher: 2,90 EUR) ermittelt. Die Kurszielminderung sei dabei ausschließlich den niedrigeren Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2021 geschuldet.

Ausgehend vom aktuellen Aktienkurs in Höhe von 1,54 EUR vergeben Cosmin Filker und Marcel Goldmann, Aktienanalysten der GBC AG, für die MS Industrie-Aktie weiterhin das Rating "kaufen". (Analyse vom 24.11.2021)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link.

Börsenplätze MS Industrie-Aktie:

Xetra-Aktienkurs MS Industrie-Aktie:
1,67 EUR 0,00% (24.11.2021, 14:21)

Tradegate-Aktienkurs MS Industrie-Aktie:
1,645 EUR +5,79% (23.11.2021, 22:26)

ISIN MS Industrie-Aktie:
DE0005855183

WKN MS Industrie-Aktie:
585518

Ticker-Symbol MS Industrie-Aktie:
MSAG

Kurzprofil MS Industrie AG:

Die MS Industrie AG (ISIN: DE0005855183, WKN: 585518, Ticker-Symbol: MSAG) mit Sitz in München ist die börsennotierte Muttergesellschaft einer fokussierten Industriegruppe mit den Geschäftsfeldern Antriebstechnik ("Powertrain Technology Group": Systeme und Komponenten für schwere Verbrennungsmotoren und kundenspezifische Elektromotoren) und Ultraschalltechnik ("Ultrasonic Technology Group": Sondermaschinen sowie Ultraschallsysteme und -komponenten). Zu den wesentlichen Kundenbranchen zählen die weltweite Nutzfahrzeug- und die Pkw-Industrie, gefolgt von der Verpackungsmaschinenindustrie und dem allgemeinen Maschinen- und Anlagenbau.

Im Rahmen ihrer Strategie konzentriert sich die MS Industrie AG auf vorwiegend organisches Wachstum und Beteiligungen innerhalb der bestehenden industriellen Kernkompetenzen, flankiert durch Engagements im industriellen Immobiliensektor sowie ergänzende Dienstleistungen. (24.11.2021/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Die diesem Artikel zugrundeliegende Finanzanalyse / Studie zu dieser Gesellschaft ist im Auftrag dieser Gesellschaft oder einer dieser Gesellschaft nahe stehenden Person oder Unternehmens erstellt worden.







 
 
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