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Kapitalmarkt: Vorhang auf für den nächsten Akt




08.08.17 17:16
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - In diesem Jahr ist dem geneigten Kapitalmarktpublikum schon wirklich viel geboten worden, und zwar zumeist im positiven Sinne, so die Analysten der DekaBank.

Die Aktienanleger würden mit ihren Anlagen deutlich im Plus liegen. Überhaupt sei die ganze makroökonomische Aufführung bisher vielversprechend gelaufen: Die weltwirtschaftliche Expansion verlaufe weitgehend synchron, und dies mit hinreichenden und stabilen Wachstumsraten. Die Auslastungsgrade der Volkswirtschaften würden zunehmen, und die Arbeitslosigkeit sinke fast überall. Die Staatsdefizite würden sich verringern, wenngleich nur geringfügig. Die Gewinne der Unternehmen würden sprudeln. Und vonseiten der politischen Risiken in Europa und den USA gebe es zwar gewisse Störgeräusche, diese könnten jedoch den positiven Gesamteindruck nicht nachhaltig trüben.

Als Höhepunkt der Darbietung würden nun alle auf Inflationsraten warten, die nachhaltig in Richtung der Notenbankziele steigen würden. Mit den zunehmenden Auslastungsgraden der Gesamtwirtschaft sei gemäß dem so genannten Philips-Kurven-Konzept (sinkende Arbeitslosenquoten würden zu steigenden Löhnen und Preisen führen) der Boden dafür auch bereitet. So sei der Vorhang für den nächsten Akt aufgegangen, die Notenbanken würden sich unter Beifall des Publikums an den Ausstieg aus der ultra-lockeren Geldpolitik wagen. Die US-Notenbank FED habe schon mit ersten Maßnahmen begonnen, die Europäische Zentralbank dürfte dagegen erst im kommenden Jahr starten.

Eigentlich sollte dies ein US-Dollar-freundliches Umfeld sein. Doch habe der US-Dollar Mitte Juli entgegen der Analystenerwartungen das Band zwischen 1,05 und 1,15 verlassen, in dem er sich seit rund zweieinhalb Jahren gegenüber dem Euro bewegt habe. Derzeit werde er zusehends schwächer und nähere sich schon der Marke von 1,20. Eine Erklärung scheine schwierig. Es möge an politischen Wirren in den USA wie dem Personalkarussell im Weißen Haus oder den gescheiterten Abstimmungen zur Gesundheitsreform liegen. Es könnte aber auch sein, dass die Devisenmärkte von der FED eine deutlich schnellere Straffung erwartet hätten und nun enttäuscht reagieren würden.

Die Analysten der DekaBank nehmen ihre Einschätzung für den Euro etwas nach oben, lassen sich aber ansonsten hiervon ebenso wenig verwirren wie von der Unsicherheit mit Blick auf die US-Sanktionen gegen Russland, die politischen Querelen in Polen und Venezuela oder den Diesel-Skandal in Deutschland. Am Ende des Tages werde sich ihrer Einschätzung nach die positive konjunkturelle Grunddynamik durchsetzen und die erwartete geldpolitische Wende mit ganz allmählich steigenden Renditen am Kapitalmarkt ermöglichen. Aus Anlegersicht könne weiterhin eine akzeptable Rendite beispielsweise bei Anleihen geringerer Bonität über den höheren Kupon oder bei Aktien nicht zuletzt über die Dividendenrendite gefunden werden. Insofern seien die Aussichten mit Blick auf die sich mittelfristig normalisierende Geldpolitik durchaus konstruktiv. Sie würden zwar nicht zu Beifallsstürmen einladen, wohl aber zu einem perspektivisch wieder festeren US-Dollar. (Ausgabe August / September 2017) (08.08.2017/ac/a/m)






 
 
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