Goldpreis in US-Dollar wieder etwas angestiegen




08.08.17 11:00
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - In den vergangenen vier Wochen ist der Goldpreis in US-Dollar wieder etwas angestiegen, so die Analysten der DekaBank.

Ursache sei einmal mehr die Bewegung der US-Renditen gewesen. Deren durch rückläufige Inflationserwartungen ausgelöster Rückgang habe sich in der entsprechenden gegenläufigen Entwicklung des Goldpreises widergespiegelt. Interessant sei der Anstieg insofern gewesen, als physisch gedeckte Gold-Fonds (ETF) im Juli deutliche Abflüsse verzeichnet hätten und die Goldnotierungen dennoch angezogen hätten. Das Minus bei den ETFs sei wohl zumindest teilweise durch einen Anstieg der spekulativen Long-Positionen an den Terminmärkten kompensiert worden. Auch die aktuelle US-Dollar-Schwäche dürfte positiv auf die Goldpreisentwicklung gewirkt haben. Mittelfristig erwarten die Analysten der DekaBank weiterhin einen leichten Rückgang des Goldpreises, zumal sich an ihrer Grundannahme eines moderat steigenden Zinsniveaus, insbesondere in den USA, nichts geändert hat.

Gold gelte weltweit als Krisenwährung. Entsprechend steige der Goldpreis in Krisenzeiten in der Regel stark an. Üblicherweise sinke er wieder, wenn eine Krise abflaue. Die Finanzmarktkrise und die Staatsschuldenkrise in Europa seien am Goldmarkt abgehakt. Nun stünden neue Themen an. Zum einen sei dies die von den USA ausgehende Zinswende. Sie führe dazu, dass auch im Rest der Welt die Zinsen allmählich wieder zu steigen beginnen würden. Die Renditen würden zwar nur langsam nach oben gehen, denn das Tempo der Zinsanhebungen in den USA sei sehr zögerlich. Außerdem würden andere große Notenbanken wie die EZB mit dem Ausstieg aus der ultra-lockeren Geldpolitik extrem vorsichtig sein. Doch auch mit leicht steigenden Zinsen würden die Opportunitätskosten der Goldhaltung steigen, Gold werde also in Relation zu anderen Anlageklassen unattraktiver.

Zum anderen hätten die Industrieländer die Deflationssorgen hinter sich gelassen, und die Märkte und Analysten würden sich zunehmend mit dem Thema Inflation beschäftigen. Die politischen Risiken würden die Märkte derzeit etwas weniger treiben. Am Ende werde man am Goldmarkt all diese Effekte gegeneinander abwägen. Aus Sicht der Analysten der DekaBank erscheine es am wahrscheinlichsten, dass der Goldpreis (in US-Dollar notiert) moderat fallen wird. Auf lange Sicht würden die Analysten dem Goldpreis nicht viel mehr als einen Inflationsausgleich zutrauen. (Ausgabe August/September 2017) (08.08.2017/ac/a/m)





 
 
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