Erweiterte Funktionen


Deutsche Wirtschaft in guter Verfassung - Starke Wachstumszahlen im 2. Quartal erwartet




20.06.17 10:19
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Die deutsche Volkswirtschaft ist im ersten Quartal um 0,6% gewachsen, so die Analysten der HSH Nordbank AG.

Auch im laufenden Quartal deute alles auf starke Wachstumszahlen hin. Für das Gesamtjahr 2017 rechnen die Analysten der HSH Nordbank AG weiterhin mit einer Wachstumsrate von 1,9% (arbeitstagebereinigt: 2,1%). Der Prognose liege zugrunde, dass sowohl die Investitionen als auch der Export bis zum Jahresende deutlich an Fahrt gewinnen würden. Das größte Risiko für die deutsche Volkswirtschaft sei weiterhin ein weltweit niedrigeres Wirtschaftswachstum, das durch globale politische Spannungen ausgelöst werden könnte (Protektionismus initiiert durch die Trump-Administration, Eskalation der Brexit-Verhandlungen, Golfkrise, etc.).

Der starke Start ins Jahr 2017 sei vor allem durch den Außenhandel und den Konsum getragen gewesen. Die Investitionen hätten wider Erwarten einen negativen Beitrag geliefert. Das außenwirtschaftliche Umfeld habe sich deutlich verbessert: Die Eurozone zeige sich konjunkturell derzeit äußerst robust. Die noch zu Beginn des Jahres als größtes Problem ausgemachten politischen Risiken in der Eurozone hätten deutlich abgenommen. Im Vergleich zu den großen Handelspartnern der Eurozone, Großbritannien und die USA, sei die Lage auf dem Kontinent derzeit am wenigsten chaotisch. Diese deutliche Verbesserung der Rahmenbedingungen werde sich auch in den Investitionen niederschlagen.

Die gute Verfassung der deutschen Wirtschaft werde auch durch andere Indikatoren unterstrichen: So sei der Einkaufsmanagerindex in der Industrie noch einmal angestiegen und liege bei nunmehr 59 Punkten - Größenordnungen, die zuletzt in den Boomjahren 2010/2011 erreicht worden seien. Der ifo-Index bleibe weiter deutlich aufwärts gerichtet (Rekordniveau mit 114,6 Punkten).

Für das zweite Quartal erwarten die Analysten der HSH Nordbank AG daher ein weiterhin kräftiges Wachstum von gut 0,6%. Aufgrund der global weiterhin bestehenden Risiken würden die Bremsen bei der Investitionstätigkeit aber auch in diesem Jahr nicht vollständig gelöst werden können. Darüber hinaus bleibe fraglich, inwiefern der Außenhandel langfristig so deutlich positiv zum deutschen Wirtschaftswachstum beitragen könne wie in den letzten Jahren. Die mittlerweile weltweit geführten Debatten über die deutschen Leistungsbilanzüberschüsse würden auf lange Frist auf einen Kurswechsel in der deutschen Finanz- und Wirtschaftspolitik hinauslaufen, sodass in Zukunft größere Teile des Wachstums von binnenwirtschaftlichen Kräften getragen werden müssten und die Importe deutlich ansteigen werden. Werde der Leistungsbilanzüberschuss abgebaut, impliziere dies unweigerlich negative Wachstumsbeiträge vom Außenhandel. Die Analysten der HSH Nordbank AG sind daher vorsichtig, was die Rolle der Exporte als Wachstumstreiber in den nächsten Jahren angeht.

Die Inflationsrate sei im Mai - wie erwartet - wieder deutlich unter die 2%-Marke gefallen. Bei einer Inflationsrate von nun 1,5% dürften die Rufe aus Deutschland nach einer restriktiveren Zentralbankpolitik wieder verstummen. Bedenklich sei dabei, dass die Kerninflationsrate im Mai ebenfalls wieder gesunken sei und nur noch marginal über der Marke von 1% liege. Die Arbeitslosenquote sei im Mai auf 5,6% gesunken. Damit gehe der positive Trend am Arbeitsmarkt ungebrochen weiter. Im April habe die Quote noch bei 5,8% gelegen. Der vor allem in den letzten zwei Jahren drastische Rückgang der Arbeitslosenquote scheine allerdings keinerlei Auswirkungen auf die Inflations- und auch nicht auf die Kerninflationsdynamik zu haben.

Seit der Finanzkrise habe auch in den USA oder in Großbritannien der deutliche Rückgang der Arbeitslosenquote noch nicht zu einem starken Lohn- und Preiswachstum geführt. Ein Grund hierfür könnten Veränderungen am Arbeitsmarkt sein, die ein stärkeres Lohnwachstum als Antwort auf fallende Arbeitslosenquoten verhindern würden oder langfristige Trends am Arbeitsmarkt, die für einen größeren Teil der Rückgänge verantwortlich seien als bisher gedacht.

Die deutsche Wirtschaft sei also damit in einer guten Verfassung. Die Rahmenbedingungen (Wechselkurse, Ölpreis, Zinsen und Dynamik der Handelspartner) würden sehr expansiv ausgerichtet bleiben. Die deutsche Wirtschaft stehe damit auf einem guten Fundament, um auch in den nächsten Jahren starke Wachstumsraten zu erzielen. (Ausgabe vom 19.06.2017) (20.06.2017/ac/a/m)







 
 
Aktien des Tages
  


Mit der Anmeldung für den Newsletter "Aktien des Tages" stimme ich dem gleichzeitigen Erhalt des "GeVestor täglich" unseres Partners GeVestor zu.


Mit der Anmeldung für den Newsletter "Aktien des Tages" stimme ich dem gleichzeitigen Erhalt des "Investors Daily" unseres Partners FID Verlag zu.



Aktien des Tages
  


Mit der Anmeldung für den Newsletter "Aktien des Tages" stimme ich dem gleichzeitigen Erhalt des "GeVestor täglich" unseres Partners GeVestor zu.


Mit der Anmeldung für den Newsletter "Aktien des Tages" stimme ich dem gleichzeitigen Erhalt des "Investors Daily" unseres Partners FID Verlag zu.

RSS Feeds




Bitte warten...