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China: Renminbi-Aufwertung kein Signal für Strategiewechsel




14.09.17 08:30
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die Wirtschaft wächst weiterhin robust, so die Analysten der DekaBank.

Die Einkaufsmanagerindices seien im August gestiegen und würden darauf hindeuten, dass die schwächeren Juli-Zahlen lediglich ein Durchhänger gewesen seien. Die Inlandsnachfrage sei dabei die Haupttriebfeder, während die Exportnachfrage gedämpft bleibe. Der Inflationsdruck habe etwas zugenommen: So hätten die Verbraucherpreise im August um 1,8% yoy zugelegt, nachdem der Anstieg im Juli noch bei 1,4% gelegen habe. Getrieben gewesen sei diese Entwicklung vor allem durch höhere Nahrungsmittelpreise. Die Produzentenpreise seien mit 6,3% yoy ebenfalls schneller als im Vormonat gestiegen, was vor allem auf die Entwicklung bei Energie- und Metallprodukten zurückzuführen gewesen sei.

Die Zentralbank habe unterdessen demonstriert, dass sie sich in der Wechselkurspolitik am Währungskorb orientiere: Bis Mitte Mai sei der Renminbi-Kurs zwar zum schwachen Dollar stabil gehalten worden, womit auch der Währungsindex nach unten zeige. Als sich aber abgezeichnet habe, dass sich der Dollar nicht schnell erholen würde, habe die Zentralbank den Renminbi gegenüber dem USD aufwerten lassen, wodurch er auch gegenüber dem Währungskorb wieder zugelegt habe und auf die März-Niveaus angestiegen sei. Die Analysten würden in der jüngsten Aufwertung des Renminbis daher keinen Wechsel in der Währungspolitik sehen.

Unterdessen steige das Risiko, dass es zwischen den USA und China zu neuen Handelsstreitigkeiten komme. Zum einen habe US-Präsident Trump ein Angebot der Chinesen zur Reduzierung der Stahlproduktionskapazitäten abgelehnt, zum anderen würden die USA den Druck auf China erhöhen wollen, um Nordkorea zum Stopp seines Atomwaffenprogramms zu bewegen. Da China die jüngsten Sanktionen gegen Nordkorea mittrage, dürften sich die USA jedoch zunächst schwer tun, weitere Schritte gegen China einzuleiten.

Die Regierung habe als mittelfristiges Wachstumsziel für die Jahre bis 2020 eine Rate von 6,5% festgelegt. Sie dürfte alles daran setzen, dass dieser Wert nicht deutlich unterschritten werde, was für Wachstumsraten oberhalb von 6% spreche. Obwohl die Infrastrukturinvestitionen noch immer einen wichtigen Beitrag zur Stützung der Konjunktur liefern würden, komme der angestrebte Umbau der Wirtschaft voran: Der Dienstleistungssektor steuere mittlerweile über 50% zur Wirtschaftsleistung bei. Die hohe Verschuldung des Unternehmenssektors schüre zwar Sorgen um die Stabilität des Finanzsystems. Solange aber die Verschuldung überwiegend in Inlandswährung erfolge, könne die Notenbank das Finanzsystem stabilisieren und werde dies auch tun. Die Verschärfung der Kapitalverkehrskontrollen habe zu einer Stabilisierung der Währungsreserven geführt, was es der Zentralbank erleichtere, den Kurs des Renminbis zu stabilisieren.

Der massive Anstieg der Unternehmensverschuldung führe zu anhaltenden Sorgen bei Investoren und Ratingagenturen. So habe Moody‘s das Rating von Aa3 auf A1 gesenkt, allerdings gleichzeitig den Ausblick von negativ auf stabil verbessert. Insgesamt würden die Ratings der Agenturen (S&P: AA-; Fitch: A+) aber weiterhin zeigen, dass das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit Chinas sehr hoch sei. Die größten Risiken würden derzeit von den Spannungen um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm und drohenden US-Handelssanktionen gegen China ausgehen. Die USA hätten bereits einige chinesische Firmen mit Sanktionen belegt, die Geschäftsbeziehungen zu Nordkorea unterhalten. Der Kreis dieser Unternehmen könnte noch erweitert werden. Unabhängig vom Nordkoreakonflikt werde das bilaterale Handelsbilanzdefizit der USA mit China ein vom US-Präsidenten als Ausdruck unfairer Handelspraktiken betrachtet, auf die mit Strafzöllen reagiert werden könnte. (Ausgabe vom 13.09.2017) (14.09.2017/ac/a/m)







 
 
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