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Bafin klinkt sich in Diesel-Affäre ein




08.08.17 12:21
FONDS professionell

Wien (www.aktiencheck.de) - "Dieselgate" und der schwelende Kartellverdacht gegen deutsche Autobauer beschäftigen die Politik und die Öffentlichtkeit seit Wochen, so die Experten von "FONDS professionell".

Nun müsse sich auch die Finanzaufsicht Bafin mit dem Thema befassen, da zwei Konzerne gegen Berichtspflichten verstoßen haben könnten.

Der von den Behörden verfolgte Verdacht, dass einige deutsche Autokonzerne seit Jahren bei bestimmten Punkten ein Kartell gebildet hätten, beschäftige nun auch die Finanzaufsicht Bafin. "Wir prüfen, ob VW und/oder Daimler im Zusammenhang mit den mutmaßlichen Selbstanzeigen die Ad-hoc-Pflicht beachtet haben", habe die Behörde am Montag dem "Handelsblatt" auf Anfrage mitgeteilt, wie eine Sprecherin der Aufsicht "FONDS professionell ONLINE" bestätigt habe. BMW wiederum sei demnach nicht im Visier der Behörde. Wann mit einem Ergebnis der Prüfung zu rechnen sei, sei nach Angaben der Sprecherin offen.

Hintergrund der Prüfung sei, dass börsennotierte Unternehmen ihre Aktionäre per Ad-hoc-Mitteilungen über Vorgänge informieren müssten, die den Kurs der eigenen Aktie erheblich beeinflussen könnten. Dies sei hier der Fall gewesen: Die Aktien der beiden Autohersteller hätten nach Bekanntwerden der Kartellvorwürfe und der bereits vor Jahren erfolgten Selbstanzeigen von Daimler und VW an der Börse spürbar nachgegeben.

Empfindliche Strafen

Europäische und deutsche Kartellbehörden würden derzeit laut Medienberichten Informationen prüfen, wonach sich VW, BMW, Daimler, AUDI und Porsche unter anderem in technischen Fragen wie der Programmierung von Software für den Test von Dieselemissionen und teilweise beim Einkauf abgesprochen haben sollten. Kämen die Wettbewerbshüter zu dem Schluss, dass diese Absprachen illegal gewesen seien, dürften die Konzerne Strafen in Milliardenhöhe erwarten.

Aber auch bei Feststellung eines Verstoßes gegen die Berichtspflichten drohe den Autobauern finanzielles Ungemach. Gegen juristische Personen wie etwa Unternehmen könnten mittlerweile Bußgelder von bis zu 2,5 Millionen Euro oder von zwei Prozent des gesamten Vorjahresumsatzes verhängt werden. (08.08.2017/ac/a/m)






 
 
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