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Die Aufnahme von chinesischen A-Aktien in MSCI Indices ist nur eine Frage der Zeit




19.06.17 12:06
Comgest

Paris (www.aktiencheck.de) - Am kommenden Dienstag, dem 20. Juni, entscheidet der Indexanbieter MSCI darüber, ob chinesische A-Aktien erstmals in den MSCI EM Index aufgenommen werden. David Raper, Portfoliomanager für Asien ex Japan des auf Qualitätswachstum spezialisierten, unabhängigen internationalen Asset Managers Comgest, erläutert, was das für Investoren bedeutet und analysiert die mit der Entscheidung verbundenen Risiken.

Die Entscheidung von MSCI über die Aufnahme der A-Aktien sei für die Anlageklasse von hoher Bedeutung und gleichzeitig die Anerkennung der Bemühungen Chinas, den heimischen Aktienmarkt für ausländische Investoren zu öffnen. China spiele heute in internationalen Aktienindices nur eine Nebenrolle. Mit der Entscheidung von MSCI werde sich das ändern. Es sei letztlich nur eine Frage der Zeit, wann A-Aktien in den Index aufgenommen würden, nicht des ob.

Der MSCI EM Index ignoriere bislang die Börsen von Shenzhen und Schanghai, die im Jahr 2016 22 Prozent des weltweiten Börsenumsatzes oder 50 Prozent der Marktkapitalisierung Chinas ausgemacht hätten. Damit spiegle der Index nicht die wirtschaftliche Macht Chinas und die Breite seines Aktienmarktes wider. Wenn er es täte, würde China bei einer vollständigen Einbeziehung von A-Aktien in den MSCI EM rund 40 Prozent dieses Index ausmachen. Langfristig werde eine solche Verschiebung die Struktur der Vermögensklasse Schwellenlandaktien maßgeblich verändern, da China diese dominieren werde.

Allerdings sei China kein Markt für passive Investoren. Der Aktienmarkt des Festlandes eigne sich für die Generation von Alpha. Nur 10 Prozent der Marktkapitalisierung lägen in den Händen professioneller Investoren, gegenüber 80 Prozent in Europa. Gleichzeitig mache die breite Streuung der Renditen deutlich, dass der Markt ineffizient sei. Indexorientierte Investoren seien zum Beispiel vollständig den staatlichen Unternehmen des "alten" China ausgesetzt, die rund 50 Prozent der Marktkapitalisierung ausmachen würden. Ein Index-Exposure spiegle deshalb die Chancen nicht wider, die sich aus dem Wandel der Wirtschaft zu mehr Dienstleistungen und Konsum ergeben würden.

Es gebe allerdings Risiken, welche die Aufnahme in den MSCI EM Index gefährden könnten. MSCI ignoriere die Aktien der chinesischen Festlandsmärkte aufgrund nur langsam nachlassender Bedenken, zum einen hinsichtlich der Kapitalmobilität und zum anderen aufgrund der hohen Zahl an Aktien, die vom Handel ausgesetzt würden. Sie seien das Spiegelbild von Chinas kontrollierter Kapitalbilanz. Das große Bild sei jedoch, dass Peking den Renminbi internationalisieren wolle, was letztlich die volle Konvertierbarkeit der Währung, nicht nur für den Handel, sondern auch für Finanztransaktionen, bedeute. Die Öffnung der Anleihe- und Aktienmärkte Chinas müsse in diesem Licht gesehen werden. Der Prozess sei nicht leicht reversibel. Eine mögliche Abkehr von diesem Öffnungskurs sollte daher eher als "Tail Risk" gesehen werden und weniger als Basisszenario. Damit sei ein Risiko für die Aufnahme chinesischer A-Aktien in den MSCI EM Index im Jahr 2017 zwar real, aber dieses Risiko werde im Laufe der Zeit abklingen. (19.06.2017/ac/a/m)






 
 
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