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Aktien: Geopolitik im Fokus der Anleger




16.04.18 14:24
aktiencheck.de

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Hintergrund für freundliche Stimmung zu Beginn der Handelswoche waren Äußerungen von Chinas Staatspräsident Xi Jinping, der bei einer Rede auf einem asiatischen Wirtschaftsforum eine weitere Öffnung seines Landes ankündigte und vor der Rückkehr einer Kalten-Krieg-Mentalität warnte, so die Experten von Union Investment.


 


Er habe zudem mehr Marktzugang, bessere Investitionsbedingungen und geringere Zölle auf Autoimporte (derzeit 25 Prozent) in Aussicht gestellt. Der Finanzsektor solle weiter geöffnet und Beschränkungen für Beteiligungen ausländischer Firmen insbesondere in der Auto-, aber auch in der noch stärker verschlossenen Schiffs- und Flugzeugindustrie, sollten „so schnell wie möglich“ gelockert werden. Xi habe auch einen besseren Schutz des geistigen Eigentums versprochen. Auf den die Aktienmärkte seit Wochen belastenden Handelskrieg sei Xi nicht direkt eingegangen.


 


Ab Wochenmitte sei die Situation in Syrien in den Vordergrund gerückt. Nach dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz des Assad-Regimes am vergangenen Wochenende habe US-Präsident Trump via Twitter den Einsatz von Raketen gegen syrische Ziele angekündigt. Kurz darauf habe Trump einen neuen Tweet nachgeschoben, indem er geschrieben habe, dass das Verhältnis zu Russland schlechter sei als jemals zuvor - auch schlechter als im Kalten Krieg. Diese politische Eskalation habe für Kursrückgänge an den weltweiten Börsen gesorgt. Am Donnerstag seien etwas versöhnlichere Töne aus Washington gekommen. Trump habe angedeutet, dass ein Raketenbeschuss durch das US-Militär nicht notwendig bevorstehen müsse. Diese Deeskalation habe die Börsen aufatmen lassen, die politische Lage bleibe jedoch sehr angespannt, da sich ggf. auch Frankreich und Großbritannien an einer militärischen Aktion gegen Syrien beteiligen würden.


 


Neuigkeiten habe es in dieser Woche auch vom Autobauer Volkswagen (ISIN: DE0007664039, WKN: 766403, Ticker-Symbol: VOW3, NASDAQ OTC-Symbol: VLKPF) gegeben, der sein Geschäft teilweise neu ausrichte. Neben der Ablösung des bisherigen VW-Vorstandsvorsitzenden Matthias Müller und die Ernennung von Herbert Diess als neuen Chef sei unter anderem mitgeteilt worden, dass das Lkw-Geschäft für einen möglichen Börsengang vorbereitet werde.


 


Insgesamt hätten die Börsen den geopolitischen Spannungen trotzen können und auf Basis des MSCI Welt um 1,9 Prozent zugelegt (in lokaler Währung). Die Schwellenländer hätten 1,3 Prozent an Wert gewonnen. Während der marktbreite US-Index S&P 500 (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0) die Woche nahezu unverändert abgeschlossen habe, habe der deutsche DAX-Index (ISIN: DE0008469008, WKN: 846900) einen beträchtlichen Zugewinn von 2,2 Prozent erzielen können. Unter den europäischen Sektoren (Basis: STOXX Europe 600 (ISIN: EU0009658806, WKN: 965880) hätten diese Woche insbesondere die Grundstoffe (+3,4 Prozent) und die Technologiewerte (+2,5 Prozent) positiv hervorgestochen. Nahrungsmittel hätten hingegen als einziger Sektor eine negative Performance aufgewiesen (- 0,9 Prozent).


 


Berichtssaison gewinnt an Fahrt


 


Das Hin und Her im Handelskonflikt habe längst zu einem Gewöhnungseffekt unter den Anlegern geführt. Und in Sachen Geldpolitik hätten die Märkte inzwischen verstanden, dass der Plan der Notenbanken nahezu in Stein gemeißelt sei. An ihm würde nur gerüttelt werden, wenn es deutliche Abweichungen von den Projektionen gebe. Allerdings könnte es nun neuen Schwung für die Aktienmärkte geben: Die Berichtssaison für das erste Quartal des Jahres in den Vereinigten Staaten gehe in ihre heiße Phase.


 


Heute würden die drei großen US-Banken Wells Fargo (ISIN: US9497461015, WKN: 857949, Ticker-Symbol: NWT, NYSE: WFC), JP Morgan J.P. Morgan Chase & Co. (ISIN: US46625H1005, WKN: 850628, Ticker-Symbol: CMC, NYSE-Symbol: JPM) und Citigroup Citigroup (ISIN: US1729674242, WKN: A1H92V, Ticker-Symbol: TRVC, NYSE-Symbol: C) ihre Zahlen vorlegen. Das derzeitige Umfeld für die großen US-Banken könnte derzeit kaum besser sein. Eine höhere Volatilität, steigende Zinsen, eine abgeschwächte Regulierung und niedrige Steuern würden ihnen in die Karten spielen. In der kommenden Woche würden etwa Goldman Sachs (ISIN: US38141G1040, WKN: 920332, Ticker-Symbol: GOS, NYSE-Symbol: GS), IBM (ISIN: US4592001014, WKN: 851399, Ticker-Symbol: IBM, NYSE-Symbol: IBM) und General Electric (ISIN: US4592001014, WKN: 851399, Ticker-Symbol: IBM, NYSE-Symbol: IBM) in den USA sowie Novartis (ISIN: CH0012005267, WKN: 904278, Ticker-Symbol: NOT, SIX Swiss Ex: NOVN, Nasdaq OTC-Symbol: NVSEF) und Nestlé (ISIN: CH0038863350, WKN: A0Q4DC, Ticker-Symbol: NESR, SIX Swiss Ex: NESN, Nasdaq OTC-Symbol: NSRGF) in Europa berichten. Insofern es keine größeren geopolitischen Störfeuer gebe, könnte die Kombination aus guter Unternehmensberichterstattung und einer Anlegerstimmung, die inzwischen nach den Übertreibungen im Januar wieder im neutralen Bereich sei, für Rückenwind an den Aktienmärkten sorgen. (Marktticker vom 13.04.2018) (16.04.2018/ac/a/m)



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