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Korrektur an den Aktienmärkten: Kein Grund zur Panik




14.02.18 10:50
La Financière de l´Echiquier

Paris (www.aktiencheck.de) - Fast 10% - so viel haben die amerikanischen Aktienmärkte in zwei Wochen eingebüßt, so Olivier de Berranger, Chief Investment Officer, und Enguerrand Artarz, Cross Asset Manager La Financière de L'Echiquier.

Auch die europäischen Märkte seien abgesackt und hätten knapp 8% verloren. Ein in der Börsengeschichte ebenso ungewöhnliches Ereignis wie Schneefall im Februar in den Annalen der europäischen Meteorologie. Die Ruhe und Gelassenheit des Jahres 2017 scheine diese Tatsache jedoch aus dem Gedächtnis der Anleger gestrichen zu haben. Es stelle sich nun die Frage: Müsse man sich allmählich Sorgen machen? Eine Antwort in drei Punkten:

Zunächst zum Ausmaß der Korrektur: Vom Höchst- bis zum Tiefstand habe der STOXX Europe 600 (ISIN EU0009658202/ WKN 965820) fast 8% eingebüßt. Nach dem Brexit-Votum im Jahr 2016 sei er mehr als 10% zurückgegangen, zum Sommerende 2015 habe er aufgrund von Besorgnissen über China mehr als 15% verloren und zwischen November 2015 und Februar 2016 aus ähnlichen Gründen um über 20% nachgegeben. Darüber hinaus hätten sich September 2014 (-10,9%) oder Juni 2013 (-11,2%) anführen lassen. Kein Grund zur Panik also.

Zweitens zum "technischen" Aspekt: Der "Sell-off" habe sich stärker bei Instrumenten wie ETFs oder bei systematischen Strategien eingesetzten Derivaten als in direkten Transaktionen traditioneller Anleger geäußert. Er sei zudem durch die massive Auflösung von "Short-Volatility"-Positionen (die auf den Rückgang der Volatilität der Aktienmärkte setzen würden) beschleunigt worden. Diese Positionen seien in den letzten Monaten übermäßig akkumuliert worden, und eine längerfristige "Bereinigung" bei diesen Strategien könnte zur Fortsetzung des Abwärtstrends beitragen.

Komme man schließlich zu den fundamentalen Ursachen: Den langfristigen Zinsen und der Inflation. Der kräftige Anstieg der langfristigen Zinsen in den USA und anschließend in Europa, ein deutlich höherer Inflationsdruck als in den vergangenen Monaten und die Aussichten auf ein aggressiveres Handeln der Zentralbanken in Richtung einer geldpolitischen Normalisierung hätten die Korrektur ausgelöst. Letztere habe nach einer leichten Erholung wieder Rückenwind bekommen, insbesondere nach den Ankündigungen der Bank of England, die trotz des Damoklesschwerts des Brexits die Möglichkeit angedeutet habe, im Einklang mit der Anhebung ihrer Wachstums- und Inflationsprognosen ihre Leitzinsen schneller und massiver zu erhöhen.

In Wirklichkeit könnten diese Zinserhöhungen ebenso wie das relative Anziehen des Inflationsdrucks zwar durch ihr Timing und ihre Schnelligkeit überraschen, jedoch gewiss nicht durch ihre Kohärenz mit der Entwicklung des Konjunkturzyklus. Man solle nicht vergessen, dass eine der wesentlichen Fragestellungen des Jahres 2017 die niedrige Inflation betroffen habe sowie die Unfähigkeit der Ökonomen und Zentralbanken, dieses Phänomen zu erklären. Somit fänden die langfristigen Zinsen und die Inflation einfach wieder auf Niveaus zurück, die mit dem Voranschreiten der Konjunkturzyklen der verschiedenen Regionen übereinstimmen würden. Gestützt auf die eingangs angeführten Faktoren, könnte sich die Korrektur daher fortsetzen. Angesichts ihrer Ursachen werde sie indes letzten Endes eine willkommene Verschnaufpause sein und einen Einstiegspunkt darstellen, den im Jahr 2017 viele vergeblich gesucht hätten. (14.02.2018/ac/a/m)







 
 
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