Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

pfp Advsory: "Der Krimi um Osram zeigt den Reiz von Übernahmen"




12.08.19 16:10
Redaktion boerse-frankfurt.de

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Fondsmanager Roger Peeters rekapituliert die Übernahmeangebote für Osram. Für ihn machen Übernahmen und Fusionen Investments attraktiver, allerdings müssten auch die grundsätzliche Story der Unternehmen passen.
 


12. August 2019. FRANKFURT (pfp Advisory). Die neue Woche startet mit einem Paukenschlag am deutschen Aktienmarkt. Sonntagabend nahm der seit Monaten anhaltende Poker um den lange zum Siemens-Reich zugehörigen und im MDAX notierten Konzern Osram Licht AG, kurz Osram, eine neue überraschende Wendung. Mit dem nun erfolgten Übernahmeangebot durch den börsennotierten, österreichischen Halbleiterkonzern AMS über 38,50 Euro je Osram-Aktie werden die Karten zur Überraschung vieler Beteiligter erstmal neu gemischt. Der Kurs stieg zum Wochenstart deutlich, blieb aber bis mittags spürbar unter dem neuen Angebot.


Bereits seit geraumer Zeit ist die Entwicklung beim Lichtspezialisten Osram Aufsehen erregend. Weil das Unternehmen, das einen gewichtigen Anteil seiner Erlöse in der kriselnden Automobilindustrie erwirtschaftet, mehrfach seine Geschäftserwartungen nach unten korrigieren musste, legte der zuvor stark gestiegene Aktienkurs eine veritable Talfahrt hin: Vom Hoch Anfang 2018 verlor der Aktienkurs des Konzerns binnen 1,5 Jahren in etwa zwei Drittel seines Werts. Erst Übernahmespekulationen und anschließend ein konkretes Angebot der Finanzinvestoren Bain und Carlyle zu einem Preis von 35 Euro je Aktie konnten die Talfahrt des Dividendentitels stoppen. Pikanterweise hat auch AMS bereits Anfang Juli erstmals öffentlich Interesse an Osram bekundet. Die Offerte der beiden Finanzinvestoren wiederum schien einige Zeit Erfolg versprechend, ehe kürzlich der Großinvestor AGI das Angebot, das wiederum die Zustimmung der Osram-Gremien genoss, abgelehnt hat und somit die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht hat, dass Bain und Carlyle ihre Mindestannahmequote von 70 Prozent des Kapitals verfehlen würden.  


Nun tritt also erneut der strategische Käufer auf den Plan und wirbt nicht nur mit einem gegenüber dem Bain/Carlyle-Angebot um 10 Prozent erhöhten Kaufpreis, sondern auch mit reichlich Synergien im kombinierten Konzern und einigen Bonbons an andere Stakeholder, etwa in der Belegschaft. Pikant an der neuen Wendung: Nach dem ersten Anlauf der Alpenländler inklusive eines Blicks in Osrams Bücher wurde ein Stillhalteabkommen unterzeichnet, das nun auch durch den Osram-Vorstand aufgehoben werden muss.


Spannung scheint also auch in den kommenden Tagen garantiert und wie immer in solchen Szenarien wird auf dem Parkett wild in alle Richtungen spekuliert. Die jeweiligen mehrheitlichen Einschätzungen lassen sich immer indikativ am aktuellen Aktienkurs ablesen.


Übernahmespekulation oder auch Übernahmeverhandlungen sind seit jeher das Salz in der Suppe von Börsianern. Vor dem Hintergrund, dass Anlagen in Aktien selten den Anspruch haben, sich komplett über Zahlungen aus dem Unternehmen (Dividenden, Aktienrückkäufe) zu amortisieren, sondern meist dahingehend erfolgreich enden, dass andere Anleger bereit sind, einen höheren Preis für die erworbenen Aktien zu zahlen, sind Übernahmeszenarien vereinfacht gesprochen eine Verdichtung dessen, was ohnehin stets am Markt stattfindet: Jemand bietet für einen Wert einen höheren Preis und beendet somit eine Spekulation, hier oft einhergehend mit einem Delisting. 


Andererseits, und dies ist am aktuellen Beispiel Osram auch gut nachvollziehbar, sind Übernahmespekulationen oft auch mit einer hohen Unsicherheit behaftet. Viele Transaktionen scheitern, oftmals führen vermeintliche Übernahmekandidaten noch viele Jahre lang ein Schattendasein mit wenig Inspiration im Kursverlauf.


Somit erklärt sich die Aussage der Metapher mit dem „Salz in der Suppe“: Eine gute Suppe ist auch ohne zusätzliche Würzung wohlverträglich, eine ungenießbare Brühe wird auch mit Salz nicht veredelt. Und wenn die besagte Prise die gute Suppe weiter veredelt, nimmt es der Gourmet gerne mit. Der „Feinschmecker“ auf dem Parkett, ebenfalls auf der steten Suche nach „bekömmlichen“ Investments, sucht seine Engagements danach aus, dass er Unternehmen herausfiltert, die in ihrer Substanz, Geschäftsentwicklung und im Preis überzeugen. Macht er dies erfolgreich, münden Engagements durchaus öfter auch in einer lukrativen Offerte. Die reine Spekulation auf eine Übernahme, dies etwa sogar bei Unternehmen, die isoliert betrachtet nicht überzeugen, halten wir bei pfp für den falschen Weg, völlig losgelöst von aktuellen Beispielen.


© 12. August 2019, pfp Advisory


Über den Autor:


Roger Peeters ist geschäftsführender Gesellschafter der pfp Advisory GmbH. Gemeinsam mit seinem Partner Christoph Frank steuert der seit über 20 Jahren am deutschen Aktienmarkt aktive Experte den DWS Concept Platow Fonds (WKN DWSK62), einen 2006 aufgelegten und mehrfach ausgezeichneten Stock-Picking-Fonds. Weitere Infos unter www.pfp-advisory.de. Peeters ist weiterhin Mitglied des Vorstands der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) e.V.. Roger Peeters schreibt regelmäßig für die Börse Frankfurt




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