Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

pfp Advisory: "Kommt mit der Corona-Krise der Deutsche Staatsfonds?"




24.03.20 09:51
Redaktion boerse-frankfurt.de

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Für Fondsmanager Peeters ist die Krise angesichts der notwendigen staatlichen Maßnahmen zur Stützung vieler Unternehmen auch eine Chance, konstruktiv über Staatsfonds "zur Vermögenssicherung der künftigen Generationen" nachzudenken.
 


23. März 2020. FRANKFURT (pfp Advisory). Corona hält die Welt in Atem, und das in mehrfacher Hinsicht. Neben der Seuche selbst und ihrer Bekämpfung sind es die für uns alle sehr greifbaren Veränderungen des Alltags, die uns beschäftigen und wahrscheinlich noch mal mehr die ökonomischen Konsequenzen. Der Kreis der Firmen, deren Geschäft massiv negativ beeinflusst ist, hat sich dramatisch ausgeweitet. Der vor allem im zweiten Quartal drohende Absturz beim BIP wird beispiellos in der Geschichte der Bundesrepublik sein.


Die Details dessen, was nun konkret auf uns zukommt, sind naturgemäß noch sehr unsicher. Entsprechend werden die Prognosen noch stetig überarbeitet. Aber letztlich ist allen Szenarien gemeinsam, dass wir es bei der Seuche mit einem schwerwiegenden, aber temporären Phänomen zu tun haben, das irgendwann etwa durch Medikamente und Impfstoffe gelöst wird. Wann, kann niemand genau sagen, aber der Tag wird kommen und es wird sicher nicht mehrere Jahre dauern.


Entsprechend sind die gigantischen Rettungspakete, die auch in der Bundesrepublik nun auch in Windeseile beschlossen sind, ausgerichtet. Konkret will die Regierung um jeden Preis verhindern, dass etwa zahllose Geschäfte, die nun zwangsweise geschlossen werden bzw. Fabriken, die zur Sicherheit der Arbeiter oder mangels vorliegender Vorprodukte die Produktion eingestellt haben, schnurstracks in die Pleite schlittern. Somit geht es bei den verschiedensten Maßnahmen darum, für einige Monate die Liquidität sicherzustellen.


Das ist bei vielen extrem getroffenen Firmen eine nicht zu unterschätzende Größenordnung. Dazu kommt: Es ist gerade den bilanziell schwachen Konzernen nur eine bedingte Hilfe, wenn sie nun mit neuen Krediten belastet werden. Folgerichtig scheint der deutsche Staat diesmal auch die Option ins Auge zu fassen, diesmal den betroffenen Konzernen auch mit Eigenkapital zu Hilfe zu eilen. Vielleicht ist dies eine verspätete Lehre aus der Finanzkrise vor rund 12 Jahren. Damals war es oftmals ein sinnvoller Schachzug, wenn Staaten in die taumelnden Banken investiert hatten und teilweise Jahre später mit Gewinn wieder ausstiegen.


Diesmal wird das Portfolio der Firmen, denen die Bundesrepublik mit einer Beteiligung zur Rettung beistehen wird, deutlich größer und vielfältiger ausfallen. Eine breiter aufkommende Teilverstaatlichung wird spürbare Teile von Industrie und Handel erfassen. Ein Umstand, den man kritisch sehen kann, weil der Staat objektiv nur in seltenen Fällen als der bessere Lenker von Unternehmen gilt.


So lange es aber bei Minderheitsbeteiligungen bleibt und der operative Einfluss entsprechend gering ist, gilt dies nicht. Dann sind Bund und Länder Aktionäre wie andere auch, die ein aufrichtiges Interesse haben, dass sich die Firma langfristig gut entwickelt. Somit dürfen auch puristische Marktwirtschaftler diesem Szenario mit einer angemessenen Gelassenheit entgegen sehen, zumal die Beteiligungen an vielen Stellen wohl alternativlos sind.


Und so bekommt unser Land, als Nebeneffekt dieser über uns hereingebrochenen Katastrophe die Gelegenheit, etwas nachzuholen, bei dem uns andere Staaten durchaus voraus sind: Einen Staatsfonds als eine Stütze zur Vermögenssicherung der künftigen Generationen. Es wäre wirklich eine Überlegung, wenn diese Idee in Berlin vertieft wird und die nun kommenden Beteiligungen nicht bei der nächstbesten Gelegenheit wieder an Pensionskassen aus anderen Staaten oder Hedge Fonds veräußert werden, sondern als Teil der Alterssicherung auch künftiger Generationen genutzt werden und das Fondsvermöge perspektivisch dann über die momentan angeschlagene Konzerne ausgebaut wird, auch über Landesgrenzen hinaus. 


von Roger Peeters, 23. März 2020, © pfp Advisory


Über den Autor


Roger Peeters ist geschäftsführender Gesellschafter der pfp Advisory GmbH. Gemeinsam mit seinem Partner Christoph Frank steuert der seit über 20 Jahren am deutschen Aktienmarkt aktive Experte den DWS Concept Platow Fonds (WKN DWSK62), einen 2006 aufgelegten und mehrfach ausgezeichneten Stock-Picking-Fonds. Weitere Infos unter www.pfp-advisory.de. Peeters ist weiterhin Mitglied des Vorstands der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) e.V.. Roger Peeters schreibt regelmäßig für die Börse Frankfurt.



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