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Kolumnist: Daniel Schäfer

Das letzte trockene Pulver in Draghis Waffe?




10.03.16 07:45
Daniel Schäfer

Mario Draghi ist nicht zu beneiden. Sein Wunsch, die Inflation mittels lockerer Geldpolitik anzukurbeln, löst sich scheinbar in Luft auf. Das erklärte Ziel, eine Inflationsrate von 2 Prozent, wird weiterhin massiv verfehlt, im Februar lag sie gerade einmal bei 0,2 Prozent. Auch wenn der Ölpreis langsam wieder anzieht, so reicht das sicherlich nicht, um auch nur in die Nähe des avisierten Ziels zu kommen. Deshalb wird allgemein erwartet, dass auch am Donnerstag die Europäische Zentralbank die Anleihekäufe noch weiter ausweiten wird und die Märkte mit Geld schwemmt.


Auch erwarten die meisten Marktteilnehmer eine Erhöhung des Negativzinses für Einlagen bei der Europäischen Zentralbank. Zielsetzung war bei der Einführung der Negativzinsen im Juni 2014, die Banken zu einer höheren Kreditvergabe und Unternehmen zu mehr Investitionen zu bewegen. Richtig gegriffen haben die Maßnahmen allerdings nicht, und fast zwei Jahre später diskutiert man mehr über die Folgen als über die Erfolge dieser Maßnahme. Banken und Versicherer leiden zusehends unter dem Niedrigzins. Unternehmen müssen höhere Beträge als erwartet für ihre Pensionsrückstellungen aufwenden. Und auch den gemeinen Sparer trifft die niedrige Verzinsung mit voller Wucht. So schätzt die DZ-Bank den Zinsverlust gegenüber dem langjährigen Durchschnittszins für deutsche Sparer auf 71 Mrd. Euro allein im Jahr 2015. Demgegenüber stehen 26 Mrd. Euro eingesparte Zinsen durch Kreditnehmer.


Sparer sind also auf alternative Investments angewiesen. Hier aber nur auf steigende Aktienkurse zu setzen wäre sicherlich auch zu kurz gedacht. Zu unsicher sind die weltweiten Konjunkturdaten. So sind zwar gerade die deutschen Produktionsdaten des verarbeitenden Gewerbes um 3,3 Prozent gestiegen und somit so stark wie seit Herbst 2009 nicht mehr, allerdings macht China zusehends Sorgen. So brachen im Februar die Ausfuhren aus dem Reich der Mitte um 20 Prozent ein. Einen solchen Einbruch hat man vor sieben Jahren das letzte Mal gesehen. In einer solchen Gemengelage machen Absolute-Return-Strategien, wie sie bei United Signals zu finden sind, Sinn. Hier können Anleger nicht nur von steigenden Kursen profitieren, sondern auch von fallenden.


Spannend sind hier sicherlich auch Devisenstrategien, gerade Euro/Dollar-Strategien wie FXI Trendfolger EURUSD. Denn der Arbeitsmarktbericht aus den USA ist grundsätzlich solide ausgefallen und schon werden erste Stimmen laut, die auf einen Zinsanstieg in den USA hoffen. Ob sich die FED aber tatsächlich diesen Monat schon zu einem weiteren Zinsschritt durchringen kann, ist sehr ungewiss. Mittelfristig werden die Zinsen in den USA aber wahrscheinlich steigen, was eine verstärkte Nachfrage nach Dollar und steigende Kurse zur Folge haben dürfte. Und sollte Mario Draghis Pulver nicht zünden, wird sicherlich auch die europäische Gemeinschafts-währung in Mitleidenschaft gezogen.



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