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Kolumnist: Feingold-Research

Das kleine 4×1 der Geldanlage




03.12.19 10:03
Feingold-Research

In unserer Reihe “Das kleine 1×1 der Geldanlage” haben wir uns vorletzte Woche die Funktionsweise von Inlinern wie dem SC0YHG angeschaut. Darüber hinaus haben wir einen Blick auf Bonuspapiere geworfen und erläutert, welche Vorteile diese Papiere haben (wir empfehlen beispielsweise das Capped Bonus Zertifikat auf Barrick Gold CY14UR aus unserer ISIN-Liste). Heute, im vierten Teil der Reihe, schauen wir uns Unternehmens- und Staatsanleihen an und stellen anschließend riskantere Papiere vor, wie Stay-High-Optionsscheine.





Unternehmensanleihen



Sieben Prozent bei Wiener Feinbäcker, fast genauso viel bei Katjes, hohe zweistellige Gewinnchancen bei Mifa, die viele von Euch als Hersteller von E-Bikes für Aldi und Co. kennen – das klingt verdammt gut, aber die Risiken sind sehr hoch. Es erklärt sich von selbst, warum sollte ein Unternehmen sechs oder sieben Prozent Zinsen pro Jahr für Euer Geld geben, wenn ein Großkonzern wie BASF oder BMW nur ein oder zwei Prozent gibt. Klar, die Pleitegefahr und die Gefahr, dass Ihr Euer Geld nicht wiederseht, ist höher. Oft geraten diese Unternehmensanleihen auch unter Wasser während der Laufzeit, dann könnt Ihr sie vorzeitig nur mit Verlust verkaufen. Bestes Beispiel ist Praktiker aus den letzten Jahren.




Berlin_Adidas


Für alle Freunde aus Berlin: Wenn Ihr dem Grafikdesigner mit der “total sicheren Geschäftsidee” zum dritten Mal Geld leihen sollt und Ihr es immer erst spät oder gar nicht zurückbekommt, dann warnt Ihr Eure Freunde. Deshalb schaut auch zweimal hin, wenn jemand mit hohen Renditen wirbt und es bei Banken nur wenige Prozente gibt. Faustregel – bei jeder Unternehmensanleihe die deutlich, also mehrere Prozente über Eurem Tagesgeld abwirft: Ohren und Augen ganz weit auf und Risikolampen an.




Staatsanleihen



“Fünf Prozent sind super, die lassen die Griechen doch niemals pleite gehen.” Den Satz habe ich mehrmals gehört, auch von Freunden, die vor 2-3 Jahren eine Aktie wie Münchner Rück mit der Kneifzange nicht angefasst hätten. Grundsätzlich ist die Logik bei Staatsanleihen einfach. Solange ein Staat seine Schulden und Zahlungsverpflichtungen erfüllen kann, bekommt Ihr Zinsen und Euer Geld zurück. Das kann gutgehen, muss es aber nicht. Schwarze Schwäne, also Ereignisse, die niemand vorhersehen kann, sind immer drin und dann ist die vermeintlich sichere Sache schnell ein Problem. Man stelle sich nur vor, AFD und Co. schneiden bei der nächsten Europawahl besonders gut ab und der Druck auf die EU wird ausgesprochen groß, die wahren und echten Zahlen der Griechen einzufordern, auch ihre “Oberklasse” an der Rettung teilhaben zu lassen.




Urlaub Süden
        Griechen


Vielleicht bräche das Kartenhaus dann zusammen und die 5-Prozent-Rendite auf die Griechenanleihe waren ein schlechtes Geschäft. Wer kennt das nicht – man war früher mal pleite und die Oma hat das finanzielle Loch immer wieder gestopft. Wenn die Oma aber irgendwann nicht mehr da ist, wird das Loch immer größer. Die Oma in Europa ist momentan noch Mario Draghi und solange der gut gelaunt ist, passt alles. Vorerst. Risiko also eigentlich überschaubar – wären da nicht die “schwarzen Schwäne”.




Fremdwährungsanleihen



Wow, das klingt toll. 7,5 Prozent mit einer Anleihe pro Jahr. Eine Türkei-Anleihe, aber die Türkei kann ihre Schulden doch bezahlen oder? Leider ist man auf dem Holzweg, wenn man Fremdwährungsanleihen mit Staatsanleihen in Verbindung bringt. Vielfach wurden in den letzten Jahren Anleger mit hohen Zinszahlungen geködert, indem man die Auszahlung am Ende vom Kurs einer Fremdwährung abhängig macht. Abhilfe können dort alle Flugbegleiterinnen schaffen, die auf den Langstreckenflügen im Einsatz sind. Wer 2010 und 2014 in Australien gewesen ist, wird sich wundern, wie viel günstiger auf einmal alles ist. Ähnliches gilt für die Türkei.




Währungen sind teilweise extrem schwankend. Insofern erkauft Ihr Euch die hohe Verzinsung über die Unsicherheit, wieviel Euro Ihr am Ende für wieviel Lira, Real oder australischen Dollar zurückbekommt. Das Risiko ist also durchaus nicht gering, fürs Bauchgefühl können wir durchaus auch die Damen der Lufthansa fragen. Die wissen gewöhnlich ganz gut, wo Handtaschen und Parfum deutlich billiger oder teurer sind als in den Vorjahren.




Stay-High-Optionsscheine



Börse_Frankfurt


Wie wir jüngst gelernt haben, verdienen Piloten ordentliches Geld. Aus diesem Grund kommen auch aus dieser Richtung gerne einmal Fragen, womit man denn so spekulieren kann. Wie wäre es mit Stay-High-Optionsscheinen? Diese sind wirklich einfach zu erläutern. Es ist wie bei einem Flug – der Vogel oder im Produktfall der Stay-high-Optionsschein sollte während der Laufzeit / Flugzeit, immer über  dem Boden oder der “Barriere” bleiben. Gelingt das, gibt es final die maximale Auszahlung. Im Falle des Flugs gesunde Passagiere und bei Ankunft auf den Balearen sogar einen Applaus. Falls es nicht gelingt, ist der gesamte Einsatz / die Boeing oder der Airbus, verloren. Risiko – sehr hoch.




Schauen wir uns als Beispiel den Stay-High-Optionsschein SC021K auf den DAX an. Das Papier kostet zur Zeit 5,62 Euro und Anleger bekommen pro Optionsschein 10 Euro am Laufzeitende zurück, wenn der DAX bis dahin die Knock-out-Schwelle von 11.400 Punkten nicht unterschreitet. Klingt verlockend? Ist es, aber Achtung: Bis September kann viel passieren. Und allen, die sich immer noch nicht dazu durchringen konnten ein Depot zu eröffnen, empfehlen wir noch einmal einen Blick auf die Preisgestaltung bei DeGiro zu werfen.




Memory-Expresszertifikate



Börse_Frankfurt_Skyline


Neben ihrem Beruf als Handwerker, Chirurgen oder Lehrer laufen viele von Euch Marathon. Als Marathonlauf kann man sich auch das Investment in ein Memory-Expresszertifkat vorstellen. Schnelle Gewinne könnt Ihr dort vergessen, Geduld und Durchhaltevermögen können sich aber auszahlen. Denn ein Memory-Zertifikat läuft über mehrere Jahre, es gibt wie beim Marathon Zwischenzeiten und Zwischenstationen. Manchmal ist der Marathon oder in dem Fall die Laufzeit des Produkts früher zu Ende. Beim Memory-Papier ist das jedoch nicht weiter schlimm, dann hat sich der Basiswert nämlich wirklich gut entwickelt. Memory-Papiere sind etwas für Anleger, die mehr als die übliche Tagesgeldrendite wollen, gleichzeitig einen Risikopuffer aber auch ein wenig Risiko eingehen möchten. Wer dann noch Geduld hat, kann oft zwischen vier und acht Prozent pro Jahr verdienen. Eigentlich was für alle, die nicht mit Vollgas aber doch mit ein bisschen Risiko in den Markt wollen.




Das sollte für heute als Info dann erst einmal wieder genügen, schließlich möchten wir euch noch ein wenig Zeit geben euch mit den einzelnen Papieren zu beschäftigen. Darüber hinaus empfehlen wir die Anleger-Handbücher von BNP Paribas. Hier findet ihr weitere Details und sehr gute Erklärungen zu den meisten Produkten. Morgen, im letzten Teil der Reihe, schauen wir uns dann noch einmal Knock-out-Papiere und Gold als Anlageideen an.



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