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Zyklische Märkte erholt - Gold profitiert von geopolitischer Unsicherheit




25.07.19 12:15
WisdomTree Europe

London (www.aktiencheck.de) - Während wir uns der von der US-Notenbank FED vorab zugesagten Zinssenkung nähern, erholen sich die zyklischen Märkte, so die Experten von WisdomTree Europe.

So habe beispielsweise der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) in diesem Monat neue Höchststände erreicht, die Preise für Industriemetalle hätten die Verluste vom Mai 2019 wettgemacht und die Energiepreise hätten die höchsten Gewinne seit über einem Jahr erzielt. Unterdessen seien historisch defensive Anlagen wie Gold so schnell gestiegen wie seit Januar 2018 nicht mehr.

Diese scheinbare Gegensätzlichkeit sei verständlich: Während die Handelsgespräche zwischen den USA und China wieder aufgenommen würden und das geldpolitische Umfeld gelockert werde - beides komme zyklischen Vermögenswerten entgegen - erhöhe sich das Risiko, dass etwas schief laufe und damit komme der Wunsch der Anleger auf, ihre Positionen abzusichern. Da die Wirtschaftsdaten aus den USA kein überzeugendes Argument für eine Zinssenkung liefern würden, sei das Risiko eines politischen Fehlers hoch. Die niedrige Inflation könne nur ein vorübergehendes Phänomen sein. Starke Arbeitsmarktdaten stünden im Missklang zur aktuellen geldpolitisch zurückhaltenden Rhetorik der Notenbank und würden zeigen, dass die Zentralbank selektiv nur einen Teil ihres Mandats prüfe. Investoren scheinen Gold als Risikoversicherung einzusetzen, so die Experten von WisdomTree Europe. Sie hätten sich den Reihen der Zentralbanken der Schwellenländer angeschlossen, die in den letzten Jahren ihr Edelmetall aufgebraucht hätten. Geopolitische Risiken würden zudem die Goldnachfrage stützen. Die Scharmützel auf der arabischen Halbinsel und die unheimliche Ruhe an der Handelsfront würden einige Investoren beunruhigen.

Obwohl die Internationale Energieagentur ihre Prognose für die Ölnachfrage nach unten korrigiert habe, habe die OPEC ihre Angebotsverknappung um weitere neun Monate verlängert. Das Ölkartell zeige damit, dass es auf die aktuellen Entwicklungen reagiere. Es sei klar, dass das Kartell mit Preisen, die näher an 70 US-Dollar pro Barrel und nicht unter 60 US-Dollar pro Barrel lägen, zufrieden sei. Die Experten von WisdomTree Europe würden erwarten, dass die OPEC weitere Kürzungen vornehme, falls die Marktbedingungen dies rechtfertigen würden. Da die Revolutionsgarde im Iran die Säbel rassele, würden die Experten von WisdomTree Europe nicht ausschließen, dass die Ölpreise stark ansteigen würden, sollte der Ölfluss um die Straße von Hormuz behindert werden. Da die spekulative Positionierung in WTI- und Brent Futures unter einem Fünfjahresdurchschnitt liege, würden die Experten die jüngste Ölpreiserholung nicht für überzogen halten.

Da China die schwächsten BIP-Wachstumsraten seit Anfang der 90er Jahre verzeichne, würden weitere Stimuli für die Wirtschaft erwartet. Die Experten von WisdomTree Europe würden glauben, dass neue Impulse bevorstünden, aber sie würden behutsam sein. Die Lust Chinas, ökonomische Verwerfungen zu erhöhen, um den Konjunkturzyklus zu glätten, schwinde. Vielmehr strebe das Land ein niedrigeres aber nachhaltiges Wachstum an. Das Wachstum im Reich der Mitte dürfte eher auf den Inlandskonsum als auf den Export ausgerichtet sein. Die Experten sähen darin einen insgesamt positiven Trend in Bezug auf die Reduzierung der Volatilität der Rohstoffpreise.

Dass sich Investoren mit Short-Positionen bei Agrarrohstoffen eingedeckt hätten, zeige eine Aufhellung der Marktstimmung, der Angebotsüberhang in diesem Segment halte jedoch an. Die spekulative Nettopositionierung bei Weizen, Mais, Sojabohnen, Kaffee, Zucker und Kakao sei im Vergleich zum Vormonat angestiegen, da die Anleger ihre Short-Positionen reduziert und gleichzeitig ihre Long-Positionen erhöht hätten, was eine Verbesserung der Stimmung gegenüber diesen Agrarrohstoffen unterstreiche.

Positive chinesische Wirtschaftsdaten würden die Nachfrage nach Metallpreisen stützen. Die Preise für Industriemetalle hätten einen Schub aufgrund der monatlichen Konjunkturdaten aus China erhalten, die besser ausgefallen seien als erwartet. Die Aussicht auf zusätzliche Konjunkturmaßnahmen der chinesischen Politik sollte die Nachfrage nach Metallen in Zukunft stärken.

Die Entspannung des Handels trage zur Erholung des Ölpreises bei. Der Energiesektor habe einen starken Monat mit einer Erholung der Ölpreise gehabt, da sich die USA und China nach den Ankündigungen zum G20-Gipfel im Juni in Richtung Wiederaufnahme der Handelsgespräche bewegt hätten.

Gold habe seine Stärke durch ein Einpreisen der Zinssenkung der FED im Juli behauptet: Gold habe sich in der zweiten Junihälfte stark erholt und sei im Juli stabil geblieben, wobei die Märkte nun eine Zinssenkung durch die FED Ende Juli erwarten würden. Insgesamt hätten die Kurse der Edelmetalle einen starken Monat verzeichnet. (25.07.2019/ac/a/m)







 
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