Erweiterte Funktionen


Die Zukunft ist asiatisch - Favoritenwechsel am Aktienmarkt




20.11.20 10:33
Weberbank

Berlin (www.aktiencheck.de) - Die Veröffentlichungen der neuesten Testergebnisse zweier Impfstoffhersteller machten zuletzt Hoffnung im Kampf gegen COVID-19 und wirkten auf Investoren elektrisierend, so Daniel Schär, CFA bei der Weberbank.

Trotz dessen würden die kommenden Wintermonate herausfordernd für die Bevölkerung und die Wirtschaft. Wie passe dieses ambivalente Bild zusammen und wie würden die Analysten der Weberbank die Situation an den Kapitalmärkten einschätzen?

Endlich Silberstreifen am Horizont - das hätten sich in den vergangenen Tagen sicher viele gedacht, als sie die Erfolgsnachrichten zweier großer Impfstoffprojekte vernommen hätten. Mit einer Erfolgsquote von 90 bzw. 94,5 Prozent im Schutz vor der Krankheit COVID-19 gebe es nun tatsächlich sehr erfolgsversprechende Impfstoffkandidaten. Bisher habe die Erfolgsquote in den Tests mit ca. 50 Prozent deutlich unter diesem Niveau gelegen.

Leider müssen wir die Euphorie an dieser Stelle etwas dämpfen, so die Analysten der Weberbank. Natürlich sei aufgrund der deutlichen Einschränkungen des gewohnten Alltags der Wunsch nach einer Rückkehr zur Normalität enorm groß. Es werde jedoch noch einige Zeit dauern, bis die Impfstoffe großflächig einsetzbar seien und erste Erfolge zeigen würden. Einerseits liege die medizinische Zulassung noch nicht vor und es müssten weitere Tests durchgeführt werden. Andererseits dürfe der zeitliche und logistische Aufwand nicht unterschätzt werden, große Teile der Bevölkerung zu impfen. Bei guter Vorbereitung werde es laut Experten mindestens bis in das Jahr 2022 hinein dauern, eine Breitenimmunisierung zu erhalten. Bis dahin sei die beste Prävention die Einhaltung der mittlerweile etablierten Distanzregeln.

In Europa, das zuletzt von einer heftigen zweiten Pandemiewelle erfasst worden sei, würden sich langsam erste Erfolge der jüngsten "Lockdowns" ablesen lassen. Länder wie Frankreich oder die Niederlande hätten durch deutliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens die exponenzielle Entwicklung der Fallzahlen stoppen können. Die Entwicklung erinnere an das Frühjahr und wecke mit Blick auf die Folgen für die Wirtschaft ein ungutes Gefühl.

Wir erwarten jedoch keinesfalls einen Konjunktureinbruch wie zu Jahresbeginn, so die Analysten der Weberbank. Vielmehr sei von einer Stagnation bzw. einem leichten Rückgang im vierten Quartal auszugehen. Die Industrie entwickle sich derzeit relativ stabil. Lediglich der Konsum leide. Stützend würden die Hilfsprogramme der Regierungen wirken. Auch wenn die Verhandlungen um das 750 Mrd. Hilfspaket der Europäischen Union derzeit stocken würden, werde der große ökonomische Druck die Partner zurück an den Verhandlungstisch bringen und am Ende ein Kompromiss erzielt werden. Das Jahr 2021 werde in den Augen der Analysten der Weberbank trotz der aktuell noch wirkenden Belastungen eine deutliche Wirtschaftserholung mit sich bringen.

Während wir uns in Europa im Würgegriff der Pandemie befinden und die USA immer noch über den zukünftigen Präsidenten debattieren, wird in Asien an der Zukunft gearbeitet, so die Analysten der Weberbank. Wie zuletzt bereits von den Analysten der Weberbank berichtet, habe die Region COVID-19 mittlerweile recht gut unter Kontrolle. Die Politik habe somit Spielräume, sich mit wesentlichen Zukunftsthemen zu beschäftigen.

Am vergangenen Wochenende sei ein Freihandelsabkommen mit historischer Dimension vereinbart worden. Es umfasse mit 14 Ländern inklusive China und Japan ca. ein Drittel des gesamten Welthandels, der künftig weitgehend zollfrei und ohne große Handelsbeschränkungen ablaufen solle. Während im Westen speziell die USA mit China hadern würden und in den letzten Jahren neue Barrieren aufgebaut hätten, öffne sich der gesamte asiatische Raum und bekenne sich zu einem freien Warenverkehr. Das eröffne unter strategischer Sicht gewaltige wirtschaftliche Chancen für die Region. Bereits ohne dieses Abkommen sei Asien dabei gewesen, bis zum Jahr 2030 zur wichtigsten Wirtschaftszone der Welt heranzuwachsen.

Für die Teilnehmer am Aktienmarkt sei bekanntermaßen vor allem der Blick in die Zukunft wichtig. So überrasche es nicht, dass die Nachrichten zum COVID-19-Impfstoff positiv aufgenommen worden seien. Im Fokus hätten dabei jedoch weniger die Impfstoffhersteller oder die bisherigen Profiteure der Krise aus dem Technologie- und Konsumbereich gestanden. Derzeit sei ein radikaler Favoritenwechsel zu zyklischen Unternehmen wie Finanztiteln, Industrieunternehmen oder zu Nebenwerten zu beobachten. Bereits im Frühsommer dieses Jahres habe es eine kurze Renaissance dieser Titel gegeben, die jedoch nicht lange angehalten habe. Die Frage sei, ob es diesmal tatsächlich eine reelle Chance gebe, dass diese von Investoren eher ungeliebten Unternehmen eine nachhaltige Wiederentdeckung erleben würden?

Die Analysten der Weberbank würden glauben, es sei an der Zeit, sich intensiver mit diesem Anlagesegment auseinander zu setzen. Im kommenden Jahr wird COVID-19 einen geringeren Einfluss auf die Wirtschaft haben und aufgrund der Stimuli von Staaten und Notenbanken werden wir eine globale Wirtschaftserholung verzeichnen, so die Analysten der Weberbank. In diesem Umfeld sollte es zyklischen Aktien möglich sein, sich deutlich zu erholen. Anlegern sei geraten, ihre Depotaufstellung zu überprüfen und mit Blick auf das kommende Jahr sukzessive anzupassen. Die Analysten der Weberbank seien in den von ihnen verwalteten Mandaten seit dem Sommer dabei, diese Adjustierung vorzunehmen. Die aktuelle Entwicklung bestärkt uns, diese Ausrichtung weiter zu verfolgen und auszubauen, so die Analysten der Weberbank. (20.11.2020/ac/a/m)







 
 
Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.



Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

RSS Feeds




Bitte warten...