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Zinsanhebungsfurcht in den USA schüttelt Aktienmärkte dies- als auch jenseits des Atlantiks gehörig durcheinander




13.05.22 09:36
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag leichter geschlossen, konnten sich allerdings im späten Handel vom Tagestief lösen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Allerdings sei damit die zweitägige Erholungsphase unterbrochen worden. Ähnlich sei es auch jenseits des Atlantiks verlaufen: Auch hier hätten die Börsen tiefrot eröffnet, ehe sie gegen Handelsende die Verluste eingedämmt hätten, wobei sich die Tech-Werte knapp ins positive Terrain vorgewagt hätten. Neben dem Krieg in der Ukraine würden vor allem die Inflationssorgen und damit einhergehend vor allem die Zinsanhebungsfurcht in den USA die Aktienmärkte dies- als auch jenseits des Atlantiks gehörig durcheinanderschütteln. Auch wenn die aggressivere Inflationsbekämpfung der US-Notenbank mittels deutlicher Zinsanhebungen sowie einer raschen Bilanzreduzierung im Markt hinlänglich bekannt sein sollte, so seien die Marktteilnehmer aufgrund des dadurch befürchteten konjunkturellen Gegenwind (Stichwort: Stagflation) deutlich verunsichert.
Für weitere Ernüchterung hätten unter anderem auch neue Corona-Infektionen in der chinesischen Metropole Shanghai gesorgt, welche einer baldigen Lockerung der rigorosen Virus-Restriktionen diametral entgegenstünden. Die von China eingeschlagene Null-Toleranz-Strategie stelle für den Welthandel ein großes Problem dar, da der Hafen in Shanghai eine große Bedeutung für die internationale Güter-Schifffahrt habe und somit die ohnehin belastende Lieferkettenproblematik weiter verschärfe.

In diesem weiterhin wenig erfreulichen Umfeld hätten die europäischen Aktienmärkte zumindest wieder Teile ihrer Vortagesgewinne abgegeben müssen, wobei sich der deutsche DAX (ISIN: DE0008469008, WKN: 846900) aber wenigstens klar über der Marke von 13.500 Punkten habe halten können. Das deutsche Börsenbarometer habe den Handelstag mit einem Minus von 0,6% beendet, während das europäische Pendant EURO STOXX 50 (ISIN: EU0009658145, WKN: 965814) mit einem Kursrutsch von 0,9% etwas stärker zum Handkuss gekommen sei. Der österreichische ATX (ISIN: AT0000999982, WKN: 969191) habe im Vergleich des Dreiergespanns mit einem Kursrückgang von knapp 1,6% den stärksten Kursrückgang hinnehmen müssen.
Auch die Wall Street habe gestern keine klare Trendwende zu vollziehen vermocht, wenngleich die deutliche Verlust-Eindämmung und der vorsichtige Move der Tech-Werte ins positive Terrain gegen Handelsende durchaus schon fast erbaulich wirken würden. Der mehrheitlich mit Standardwerten bestückte Dow Jones (ISIN: US2605661048, WKN: 969420) sei zum Schluss mit einem leichten Minus von knapp 0,3% aus dem Handel gegangen, während der marktbreite S&P 500 (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0) mit einem Rückgang in Höhe von 0,1% etwas besser abgeschnitten habe. Genau dazwischen habe sich der technologielastige Auswahlindex NASDAQ 100 (ISIN: US6311011026, WKN: A0AE1X) platziert, der die Ziellinie mit einem Kursrücksetzer von 0,2% durchschritten habe. Der breite Tech-Index NASDAQ Composite (ISIN: XC0009694271, WKN: 969427) habe hingegen zur Schlussglocke ein marginales Kursplus in Höhe von knapp 0,1% vorzuweisen vermocht.

Aber nicht nur die Aktienmärkte hätten gestern in Summe wieder schwächer tendiert, nein, auch der EUR/USD-Wechselkurs habe gestern einen Satz nach unten gemacht und dabei die Marke von USD 1,05 durchbrochen. Im Tief habe die Gemeinschaftswährung USD 1,0352 gekostet und damit so wenig wie seit Anfang 2017 nicht mehr.

An den Rohstoffmärkten hätten die Ölpreise aufgrund des festeren USD sowie der Sorge vor anhaltenden und weiteren Lockdowns in China zwischenzeitlich einen Teil der Vortagesgewinne wieder abgegeben, hätten aber schlussendlich im Vergleich zum Vortag kaum verändert geschlossen. Heute Morgen tendiere das schwarze Gold wieder klar höher, wobei der Preis der Sorte Brent aktuell um die Marke von USD 109 je Fass notiere. Gold sei im gestrigen Umfeld nicht gefragt gewesen, wobei der Preis für die Feinunze Gold aktuell rund um USD 1.825 gehandelt werde. Beim Bitcoin habe sich die Talfahrt auch gestern weiter fortgesetzt, wobei auch andere Krypto-Währungen deutlich Federn hätten lassen müssen. Im Tief habe der wohl bekannteste Vertreter bei USD 25.390 notiert, ehe er im Sog der sich erholenden Börsen ebenfalls die Verluste eingedämmt habe. Heute Morgen notiere er deutlich im Plus, wobei der aktuelle Kurs um USD 30.500 pendele.

Die Börsen Asiens hätten von der erbaulichen Erholungsbewegung gegen Handelsende profitieren können und würden aktuell mehrheitlich klar im positiven Terrain notieren, wobei auch für Europas Börsen die Frühindikatoren aktuell einen festeren Handelsauftakt signalisieren würden. (13.05.2022/ac/a/m)






 
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