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Zeit zum Umdenken




14.01.19 12:15
La Financière de l´Echiquier

Paris (www.aktiencheck.de) - Dass 2018 ein verheerendes Börsenjahr war, daran besteht kein Zweifel, so Didier Le Menestrel von La Financière de l'Echiquier.

De facto sei es ein schwieriges Jahr für sämtliche liquiden Anlageklassen gewesen, die allesamt stark in Mitleidenschaft gezogen worden seien. Dazu hätten verschiedene Bedrohungen - der Handelskrieg zwischen USA und China, das Ende des quantitativen Lockerungskurses der US-Notenbank FED, Schwankungen des Ölpreises und der Vormarsch des Populismus - beigetragen und Monat für Monat die Stimmung der Anleger vermiest. Selbst traditionelle "Fluchtwerte" hätten der ihnen zugeschriebenen Rolle nicht gerecht werden können: So habe Gold (in USD) 1,6 Prozent verloren, während europäische und US-amerikanische Staatsanleihen nur eine winzige Rendite abgeworfen hätten.

Bei den anderen Anlageklassen habe es nicht besser ausgesehen. Unternehmensanleihen (-2,3%), der Euro habe zum US-Dollar 4,5 Prozent verloren, europäische Indices (DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900): -22%, CAC 40 (ISIN FR0003500008/ WKN 969400): -11%, EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814): -14%) oder Rohöl (-21%) hätten die Sparer allesamt zur Verzweiflung gebracht. Schlimmer noch, Schwellenländerwährungen (Argentinischer Peso: -50,5%, Türkische Lira: -28%), der chinesische Markt (Shenzhen: -34% in EUR) oder auch Bitcoins (-74%) hätten selbst die wagemutigsten Anleger in eine schwierige Lage getrieben. "Ein globales Phänomen", wie es Vicomte d'Homécourt de la Vibraye (Raoul für Eingeweihte) so trefflich formuliert habe. Selbst der himmelsstürmende NASDAQ (ISIN US6311011026/ WKN A0AE1X) habe dem nichts entgegenzusetzen gehabt und sei in den letzten drei Monaten des Jahres um 22 Prozent eingebrochen.

Vor diesem Hintergrund falle es den Experten von La Financière de l'Echiquier sehr schwer, erneut ihren unerschütterlichen Glauben an die Zukunft der Märkte und den Wert der Unternehmen zu vermitteln. Um den Auftakt des Jahres 2019 etwas zu versüßen, möchten sie ein Plädoyer des versierten Bostoner Anlegers Gary Mishuris, auf das sie beim Stöbern auf LinkedIn zufällig gestoßen seien, im Wortlaut wiedergeben:

Heute früh sagte ich zu meiner Frau, dass ich nach den Kurseinbrüchen der vergangenen Wochen mit dem Gedanken spiele, erneut eine Anlage zu tätigen.

Sie fragte mich: "Aber woher weißt du, ob der Aktienkurs nicht noch weiter fallen wird? Sinken die Kurse im Moment nicht ins Bodenlose?"

Das weiß ich natürlich nicht. Man kann wie das Kaninchen vor der Schlange auf den Computerbildschirm starren und gebannt die Talfahrt der Kurven und Preise verfolgen. Das Risiko, sich von der Angst vor Verlusten lähmen zu lassen und in Lethargie zu verharren, ist groß. Der Verstand sagt: "Der Kurs ist um X Prozent gesunken. Er wird weiter sinken. Man muss nur noch etwas warten." Ich starre weiterhin regungslos auf die Bildschirme. Diese Situation kenne ich, ich habe mich schon des Öfteren aus ihr befreit.

Nach einigen Baissemärkten - ganz zu schweigen von der großen Finanzkrise der Jahre 2008 bis 2009 - habe ich meinen Investmentprozess in den letzten Jahren erheblich optimiert: Mittlerweile verwende ich eine rigorose und disziplinierte Methode, die ich sogar verschriftlicht habe und gerne mit anderen Investoren teile. Diese Methode weist einen doppelten Nutzen auf. Sie dient mir als Leitfaden, wie ich unter Druck handeln soll. Und sie zwingt mich zu rationalem Denken, um nicht der Panik anheimzufallen, und schützt mich vor irrationalen Reaktionen.

Nach einer besonnenen Analyse des Unternehmens sowie seiner Fundamentaldaten und nach Abwägung verschiedener Alternativen habe ich gestern Abend meine Entscheidung getroffen. Heute früh kaufte ich die Aktien. Ich weiß nicht, wie viel sie kurzfristig wert sein werden. Auf der Grundlage meiner Überlegungen und Analysen glaube ich, dass sie mehr wert sind als sie gekostet haben und dass das Verlustrisiko selbst im schlimmsten Fall niedrig ist. Mehr konnte ich nicht tun. Wie Benjamin Graham es so treffend formulierte: "Kurzfristig ist der Markt eine Abstimmungsmaschine, langfristig jedoch eine Waage".

Beherzigen wir diese zeitlosen, vom gesunden Menschenverstand geprägten Bonmots, die uns auf ihre Weise die goldenen Regeln für langfristige Investitionen in Erinnerung rufen, so die Experten von La Financière de l'Echiquier. Der Medienhype um die Finanzmärkte bilde immer nur den Augenblick und die Jagd nach dem schnellen Geld ab. Und das sei definitiv nicht die richtige Anlagestrategie für 2019! (14.01.2019/ac/a/m)







 
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