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ZEW: Innovationsschere öffnet sich in Europa während Wirtschaftskrisen weiter




06.04.21 16:10
aktiencheck.de

Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - OECD-Staaten reagieren mit ihren Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) unterschiedlich auf Veränderungen im Konjunkturzyklus: In Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs erhöhen die Staaten merklich ihre öffentlichen Budgets für FuE, während die öffentlichen FuE-Ausgaben in Rezessionen im Durchschnitt über alle Länder nahezu konstant bleiben, so das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim (ZEW) in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemitteilung:

Hinter dieser Konstanz verbergen sich allerdings gerade in Rezessionen systematische Unterschiede zwischen den Staaten in Abhängigkeit von ihrer Innovationskraft. Während Innovationsführer wie Deutschland, Schweden oder Finnland ihre öffentlichen FuE-Ausgaben in Rezessionen antizyklisch erhöhen und damit ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber wirtschaftlichen Krisen verbessern, kürzen innovationsschwächere Länder wie Portugal, Spanien oder die meisten EU-Länder in Osteuropa ihre öffentlichen FuE-Budgets. Dies trägt zu einer weiteren Öffnung der Innovationsschere zwischen den Ländern bei, wie eine aktuelle Studie des ZEW Mannheim nahelegt. Für die Studie analysierten die Wissenschaftler/innen öffentliche FuE-Ausgaben von 28 OECD-Staaten in den Jahren 1995 bis 2017.

Innovationskraft bestimmt Ausgabenpolitik

In wirtschaftlichen Krisenzeiten sehen sich die meisten Staaten einem Rückgang der von Unternehmensseite finanzierten FuE-Ausgaben gegenüber. "Zumindest teilweise sollte die öffentliche Hand die geringeren FuE-Investitionen von Unternehmen durch höhere öffentliche FuE-Ausgaben kompensieren. Das ist ökonomisch sehr sinnvoll, denn Forschung und Entwicklung sind der zentrale Motor für stärkeres Wirtschaftswachstum", betont ZEW-Wissenschaftlerin Prof. Dr. Bettina Peters. Gleichzeitig sehen sich viele Staaten in der Krise gezwungen, wegen fallender Steuereinnahmen zu sparen. "Die staatliche Ausgabenpolitik bei Forschung und Entwicklung sollte allerdings nicht von der Finanzkraft eines Landes bestimmt werden, sondern auf die Stärkung der Innovationskraft zielen", erläutert Peters. "Unsere Ergebnisse zeigen denn auch, dass die unterschiedlichen Reaktionen von innovationsstarken und -schwachen Ländern nicht von deren Schuldenstand abhängen. Vielmehr zeigt sich hier die Bedeutung, die diese Länder Innovationen beimessen. Japan oder Belgien, beides Länder mit hohem Schuldenstand, waren hierfür in der Finanzkrise 2009 ein gutes Beispiel. Trotz hoher Verschuldung haben sie die öffentlichen FuE-Ausgaben gesteigert", sagt die ZEW-Wissenschaftlerin.

Mit ihren öffentlichen FuE-Ausgaben finanzieren die Staaten sowohl vorrangig anwendungsorientierte FuE-Aktivitäten in privaten Unternehmen als auch Grundlagenforschung in staatlichen Forschungseinrichtungen und Universitäten. Auch in Rezessionen ändert sich dieses Finanzierungsportfolio kaum. "Nur Staaten mit schwacher Innovationsleistung verlagern in Rezessionen ihre FuE-Ausgaben weg von öffentlichen Einrichtungen hin zu Privatunternehmen, um dort die weggebrochenen privaten FuE-Ausgaben teilweise zu ersetzen", erläutert Prof. Dr. Maikel Pellens, ZEW-Research Associate und Co-Autor der Studie. (06.04.2021/ac/a/m)






 
 
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