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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Wochenausblick: Vorweihnachtliche Schaukelbörse hält an




20.12.21 15:02
Redaktion boerse-frankfurt.de

Zu den Omikron-, Inflations- und China-Sorgen kommt der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hinzu. Eine Jahresendrally scheint trotzdem noch realistisch zu sein.



20. Dezember 2021. Frankfurt (Börse Frankfurt). Die Risiken an den Aktienmärkten werden auch zum Jahresende nicht weniger, doch anstehende Konjunkturdaten aus den USA und attraktive Bewertungen vor allem im DAX können die Kurse in einer verkürzten Handelswoche unterstützen, schätzen die Marktteilnehmer.


Ausreichend Themen, die für Unruhe sorgen


„Steigende Omikron-Fallzahlen, anhaltende Inflationsängste, die latente Unruhe am chinesischen Immobilienmarkt und Sorgen vor einem verschärften Konflikt zwischen Russland und der Ukraine belasten kurzfristig den Ausblick“, kommentiert Chris-Oliver Schickentanz, Chefanlagestratege der Commerzbank. Er geht davon aus, dass sich die Schaukelbörse fortsetzt. Allerdings sei der DAX inzwischen aber mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 und einer Dividendenrendite von knapp 3 Prozent attraktiv bewertet. Das sollte den Markt regelmäßig stabilisieren. Sollte sich das Omikron-Virus tatsächlich als deutlich weniger gefährlich als die Delta-Variante erweisen, könnte dies die Aktienmärkte bis zum Jahreswechsel nochmals antreiben“.


Eine vorerst gemächlichere Gangart erwartet Markus Reinwand von der Helaba angesichts weiterhin hoher Bewertung. Das aktuelle Zeitfenster gehöre zwar „eigentlich zur „performancestärksten Phase des Jahres“, doch Aktien hätten sich zuletzt schwer getan. „Üppige Liquiditätsversorgung reicht offensichtlich nicht mehr für durchgreifende Kurssteigerungen aus“. Darüber hinaus signalisierten wichtige Frühindikatoren wie das ifo-Geschäftsklima nachlassende Wachstumsdynamik.  Auch die positive Dynamik der Gewinnrevisionen hätte deutlich nachgelassen.


„Die FED lässt die Katze aus dem Sack, die EZB nur ein Kätzchen“, fasst Robert Halver, Kapitalmarktstratege der Baader Bank, die Notenbank-Entscheidungen zusammen. Seine Conclusio: „Selbst wenn Geld-Geschenke 2022 kleiner ausfallen, ist keine dramatische Liquiditäts-Zäsur am Aktienmarkt zu befürchten.“


Halver

Halver


„Infernales Quartett“ sorgt für Angst


Halver erwartet, dass die Kombination aus Inflationsangst, Zinswende, Konjunkturdelle und Corona die Anleger zunächst noch zurückhaltend sein lasse, der CNN Money Fear & Greed Index signalisiere Angst. „Dieses Szenario hat aber auch große Qualitäten als Kontraindikator, der gegen eine weitere dramatische Aktienkonsolidierung spricht“, ist Halver optimistisch. Es sei zwar mit kurzfristigen Rücksetzern zu rechnen, zumal sich viele institutionelle Investor*innen bereits Buchgewinne sicherten und die Umsätze zunehmend dünner würden. Bei Rücksetzern biete sich dann aber – gerade bei Titeln mit überzeugender Story die Gelegenheit für selektive Zukäufe.


Seit Jahresbeginn hat der DAX 13,2 Prozent zugelegt, die mittelgroßen Titel im MDAX im Schnitt 11,90 Prozent, während der SDAX um 8,4 Prozent stieg. Die größten prozentualen Gewinner erreichte mit 18,9 Prozent der TecDAX.


Während in der Eurozone keine wichtigen Konjunkturdaten anstehen, dürften US-Daten das Geschehen in der Weihnachtswoche prägen: In den USA dürften gestiegene Verkäufe bestehender Häuser und Neubauten zeigen, dass sich der Immobilienmarkt belebt.  Die privaten Konsumausgaben, die laut Konsens im November 0,6 Prozent höher waren als im Vormonat sollten zeigen, dass die US-Verbraucher*innen eine wichtige Stütze der Wirtschaft bleiben.


China: Geldpolitischer Kurswechsel?


Zugleich lohnt sich ein Blick nach China: Hier könnte die Notenbank eine Senkung des Leitzinses für einjährige Kredite von 3,85 auf 3,80 Prozent beschließen, um den zuletzt schwachen Konjunkturdaten wie auch den Unruhen am Immobilien-Markt Rechnung zu tragen. Das wäre nach der kürzlichen Senkung der Mindestreservesätze ein weiteres Signal, dass die chinesische Notenbank einen geldpolitischen Kurswechsel einleiten werde, kommentiert Schickentanz. Eine bessere wirtschaftliche Lage in China käme auch Deutschland zugute: „Ein mittelfristig wieder besseres Momentum der chinesischen Wirtschaft wäre ein sehr wertvoller Rückenwind für den exportabhängigen deutschen Aktienmarkt.“


Auf Unternehmensseite kehrt vorweihnachtliche Ruhe ein. Quartalszahlen veröffentlichen gleich zu Wochenbeginn zwei Schwergewichte ihrer Branche: Micron Technology und Nike.


Rückblick: Eine volatile Woche endet überwiegend mit Abschlägen


In der vergangenen Woche waren vor allem die Aktienmärkte volatil. Jedoch sorgte die Entscheidung der US-Notenbank FED, das Anleihenkaufprogramm zu beschleunigen und drei Zinserhöhung für 2022 anzukündigen, für Planungssicherheit. Nachdem aber einzelne FED-Mitglieder erneut die Inflation in den USA als „alarmierend hoch“ bezeichnet, die geplanten Zinserhöhungen für „sehr bald nach dem Ende des Tapering“ angekündigt hatten, kamen vor allem die US-Märkte unter Druck. Die volatile Woche beendete der Dow Jones mit einem Minus von 530 Punkten. Auch hohe Omikron-Aufkommen hatten die Stimmung belastet. Der Nasdaq Composite verlor knapp drei Prozent, der S&P 500 knapp zwei auf Wochensicht.


In Europa hielt hatte der DAX in der vergangenen schwankungsintensiven Woche mit einem Minus von 0,6 Prozent vergleichsweise gut halten: Der CAC-40 hatte knapp ein Prozent eingebüßt, der AEX 2,1 Prozent, der Euro Stoxx 50 rund 1,5 Prozent.


In der Weihnachtswoche endet der Handel an der Frankfurter Börse bereits am Donnerstag. Auch die New Yorker Börsen sind zu Heiligabend geschlossen, während in Japan und China gehandelt wird. Ab Montag nach Weihnachten findet der Börsenhandel wieder wie gewohnt statt. Nicht nur in Frankfurt. Außer in London (Montag und Dienstag nach Weihnachten geschlossen) sind alle Handelsplätze geöffnet, bis zu Silvester an vielen Börsenplätzen wieder eine Pause eintritt.


Wichtige Konjunkturdaten und Wirtschaftstermine der Woche


Montag, 20. Dezember


2:30 China: Leitzins für einjährige Kredite: Konsens ist eine Senkung von derzeit 3,85 auf 3,8 Prozent.


Dienstag, 21. Dezember


8:00 Deutschland: GfK-Konsumklima Januar: Eine Verschlechterung von -1,6 auf -2,3 wird erwartet.


Mittwoch, 22. Dezember


16:00 USA: Verbrauchervertrauen (Conference Board) Dezember: Nach 109,5 im Vormonat sind die Konsens-Schätzungen optimistisch mit 110,8 Punkten.


16:00 USA: Verkäufe bestehender Häuser November: Nach 6,3 Millionen wird ein Anstieg auf 6,55 Millionen erwartet.


Donnerstag, 23. Dezember


14:30 USA: Einkommen privater Haushalte November: Im Vergleich zum Vormonat mit plus 0,5 Prozent sollten die privaten Einkommen laut Konsens im November ebenfalls um 0,5 Prozent zugelegt haben.


14:30 USA: Ausgaben privater Haushalte November: Nach einem Plus von 1,3 Prozent sollten die Ausgaben im November um 0,5 Prozent gestiegen sein.


14:30 USA: Kerndeflator privater Konsum November: Einer unveränderten Situation im Monatsvergleich (0,4 Prozent Plus) steht im Jahresvergleich ein Anstieg von 4,5 Prozent (Vorjahr: 4,1 Prozent) gegenüber.


14:30 USA: Wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung: Im Vergleich zur Vorwoche von 206.000 könnten weniger Menschen erstmals Arbeitslosenhilfe beantragt haben.


16:00 USA: Auftragseingang langlebiger Güter November: Nach einem Rückgang von 0,4 Prozent im Oktober erwarten die meisten Marktteilnehmer (Konsens) nun ein Plus von 2,0 Prozent.


16:00 USA: Neubauverkäufe November: Die Neubauverkäufe sollten von 745.000 auf 769.000 gestiegen sein.


Freitag, 24. Dezember


Die Börse Frankfurt bleibt am Heiligabend geschlossen.


 


Anstehende Börsengänge an der Frankfurter Börse


In der Weihnachtswoche stehen an der Frankfurter Börse keine Neuemissionen an
von: Antje Erhard, 20. Dezember 2021, © Deutsche Börse AG




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