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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Wochenausblick: Getrieben von politischen Ereignissen




26.08.19 11:31
Redaktion boerse-frankfurt.de

Monitoren an der Börse


Nach einem politisch ereignisreichen Wochenende bleibt das Thema Zollspirale insbesondere zwischen den USA und China am Markt präsent. Die beidseitige Ankündigung neuer Einfuhrgebühren samt gegenseitiger verbaler Schuldzuweisungen hatte Anleger am Freitag verschreckt und eine bis dahin positive Wochenbilanz am deutschen Aktienindex ins Minus gedrückt. Nach deutlichen Einbußen an den asiatischen Märkten am Montag – die Börsen in Tokio, Shanghai, Südkorea, Taiwan, Indonesien und Australien notieren alle tief im Minus – startete der DAX am Morgen mit 11.619 Punkten stabil in den Tag.


Bislang ist Trumps Plan, China zum Nachgeben zu zwingen nicht aufgegangen und wird die Finanzmärkte weiter beschäftigen, wie Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank feststellt. Hinzu komme der ungelöste Konflikt mit der Europäischen Union. Am 13. November drohten auf Eis gelegte US-Einfuhrzölle für Autos aus der Staatengemeinschaft.


Gefangen zwischen Nachrichten


Christoph GeyerGeyer


Für Christoph Geyer von der Commerzbank werden die Märkte derzeit von Nachrichten gejagt. Der sich zuspitzende Handelskrieg sowie die aus dem Ruder laufenden Krisen weltweit lassen Unternehmensmeldungen in den Hintergrund treten. So langsam setzen sich nach Ansicht des Charttechnikers die von diesen Szenarien ausgehenden möglichen Gefahren in den Köpfen der Marktteilnehmer fest. Die reine technische Analyse böte hier ebenso wenig Antworten wie andere Analysemethoden.


Kurzfristig sei der DAX auf dem Weg zur Widerstandslinie bei knapp unter 12.000 Punkten ins Straucheln geraten und am Freitag bei leicht anziehenden Umsätzen in den Bereich der Haltelinie um 11.600 Punkte gefallen. Dabei hätten positive Indikatoren-Signale die Abwärtsdynamik etwas bremsen können. Mit den Verlusten zum Wochenstart ist für Geyer ein Test der Unterstützung bei etwa 11.400 Punkten nur eine Frage der Zeit.


Zinsen senken oder nicht


Jerome Powell’s Rede zum Auftakt des Stelldicheins der weltweiten Finanz- und Wirtschaftselite in Jackson Hole enthielt kaum Hinweise bezüglich einer weiteren Zinssenkung im September. Zwar erkenne der US-Notenbankchef Risiken für die US-Wirtschaft, unter anderem ausgelöst durch den Zollstreit. Insgesamt habe sich die heimische Konjunktur aber gut entwickelt.


Donald Trumps Rezept gegen einen möglichen Abschwung ist Claudia Windt zufolge hingegen eine sofortige Senkung der Leitzinsen um mindestens 1,0 Prozent. Zusammen mit einem Anleihe-Kaufprogramm und Steuererleichterungen werde sich die US-Konjunktur in das „rocket ship“ verwandeln, das der US-Präsident für die Wiederwahl im kommenden Jahr brauche. Für die Analystin der Helaba stellt sich die Frage, ob die Zentralbanken in den USA und Europa mit der zunehmenden Politisierung der Geldpolitik übertrieben haben. Eine Lösung hat Windt nicht: „Der Geist ist aus der Flasche und lässt sich nur schwer wieder einfangen.“ Deshalb seien wohl auch die Preise an den Finanzmärkten übers Ziel hinausgeschossen.


Schuld sind die anderen


Viel Zeit bleibt nicht, um den drohenden Brexit ohne Abkommen noch abzuwenden. Sollte es dazu kommen, stellt Boris Johnson schon mal eine Kürzung der Scheidungsrechnung in den Raum. Statt der vorgesehenen 39 Milliarden Pfund sei der britische Premierminister bereit, 9 Milliarden Pfund zu zahlen und begründet dies Medienberichten zufolge mit den aus seiner Sicht ungültigen Vereinbarungen seiner Vorgängerin. „Scheinbar möchte Johnson den Schwarzen Peter für ein Scheitern der Verhandlungen der EU zuschieben“, meint Schickentanz.


Italien lässt sich Zeit


Spannend bleibt der Fortgang der Krise in Italien. Bei ihrem Versuch zur Regierungsbildung kommen die italienischen Sozialdemokraten und die 5-Sterne-Bewegung in der Frage, wer die neue Mannschaft anführen soll, scheinbar nicht so recht voran. Staatspräsident Sergio Mattarella hat den Parteien zunächst bis Dienstag Zeit gegeben, eine tragfähige Koalition im Parlament zu finden und damit Neuwahlen zu verhindern. Grundsätzlich wird diese Koalition – sollte sie zustande kommen – nach Auffassung von Robert Halver weder in puncto Stabilität noch Wirtschaftsreformen große Sprünge machen. Anleger blickten dennoch relativ gelassen Richtung Rom. Zur Abwendung einer möglichen Finanzkrise werde die EU aller Wahrscheinlichkeit nach ihr Spardiktat gegenüber Italien lockern. Ebenso werde die EZB im Bedarfsfall einspringen.


Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten


Freitag, 30. August


11.00 Uhr. Euroraum: Verbraucherpreise HVPI, August. Die Inflation in der Währungsgemeinschaft dürfte laut DekaBank in diesem Monat auf 0,9 Prozent unter anderem aufgrund von Preisrückgängen bei Benzin, Diesel und Heizöl weiter abnehmen. Der Konsens liegt bei 1,0 Prozent. Demgegenüber werde die Kernrate auf 1,0 Prozent leicht zunehmen. Im Juli schwach ausgefallene saisonal übliche Preiserhöhungen bei Pauschalreisen würden im August nachgeholt. Auch führten Basiseffekte bei Bekleidung und Schuhen auf Jahresbasis zu etwas stärkeren Preisanstiegen. Eine grundsätzliche Trendwende der Kerninflation nach oben – etwa als Folge gestiegener Löhne – sei hingegen weiterhin nicht erkennbar.


14.30 Uhr. USA: Inflation, Juli. Anfang des Jahres sackte in den Vereinigten Staaten die Inflationsrate ab, insbesondere ohne Nahrungsmittel und Energie. Diese Entwicklung trug laut DekaBank schließlich dazu bei, dass die Federal Reserve im Juli die Leitzinsen senkte. Seit April habe die Teuerung wieder zugelegt. Mit den Juli-Daten rechnen die DekaBank-Analysten mit einer Anhebung der Inflation. Die August-Zahlen dürften demnach wieder in der Nähe des Inflationsziels von 2,0 Prozent liegen.


von: Iris Merker


26. August 2019, © Deutsche Börse AG


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