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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Wochenausblick: Anstehende Zinserhöhungen bereiten in schwierigem Umfeld Sorgen




02.05.22 13:07
Redaktion boerse-frankfurt.de

Nach dem Kursrutsch vom Freitag an der Wall Street bleibt auch die Lage am deutschen Aktienmarkt angespannt. Die Berichtssaison ist nach Ansicht von Analysten kein ausreichendes Gegengewicht.



2. Mai 2022. Frankfurt (Börse Frankfurt). Vor den anstehenden Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed und der Bank of England bleiben die Aktienmärkte schwankungsanfällig. Dass stark steigende Zinsen im Kampf gegen die Inflation die wirtschaftliche Erholung abwürgen könnten, verunsichert  Investor*innen weiter. Der DAX steht vorbörslich bei 13.890 Punkten und damit unter dem Niveau des Schlusskurses vom Freitag.


„Angesichts des hohen Inflationsdrucks wird der Offenmarktausschuss der Federal Reserve die Zinsschraube nun noch entschiedener zum Einsatz bringen, als das noch zum Jahresanfang erwartet worden war“, kommentiert Hans-Jürgen Delp von der Commerzbank.


Fed vor schwieriger Gradwanderung


Fed-Chef Jerome Powell hatte bereits eine Zinserhöhung um 50 Basispunkte in Aussicht gestellt. „Dies dürfte somit im Markt bereits eingepreist sein.“


Wichtiger sei, wie weitere Zinserhöhungen verlaufen werden, um die Inflation einzubremsen: „Eine zu schnelle Straffung der Geldpolitik könnte auf der anderen Seite gerade im Umfeld einer noch andauernden Pandemie und großer geopolitischer Risiken dazu führen, dass die US-Konjunktur in eine Rezession rutscht.“ Anleger dürften sich im Vorfeld der Notenbanksitzung kaum weiter aus der Deckung wagen, resümiert Delp. Von der Bank of England wird erwartet, dass sie die Leitzinsen um 25 Basispunkte anhebt.


Auch technisch sei keine Unterstützung zu erwarten, erklärt Christoph Geyer: „Es ist nicht so, dass man die Wocheneröffnung einfach vorhersehen kann. Wenn man allerdings den Wochenschluss in den USA betrachtet, hat man eine Vorstellung davon, was uns zum Wochenauftakt in Deutschland bevorstehen könne. Vermutlich werde es einen erneuten Rückgang geben, was bedeute, dass der DAX die Abwärtstrendlinie wieder nicht überwinden könne. "Die Kaufsignale bei den Indikatoren werden hier also kaum ausreichen, um einen Trendbruch herbeizuführen.“ Die Unsicherheit dürfte anhalten. Immerhin sieht Geyer er keine Ausverkaufssituation wie im März.


Geyer


Die Unsicherheit schlug sich im April allerdings auf die Kurse nieder: So beendete der DAX den Frühlingsmonat mit einem Minus von 3,5 Prozent. Damit schlug er sich im internationalen Vergleich allerdings besser als viele andere Märkte: Der S&P 500 verlor 10,2 Prozent, der Shanghai Composite 6,7 Prozent, der Nikkei 4,2 Prozent und der Hang Seng ging mit einem Minus von 5,1 Prozent aus dem April-Handel.


An der Wall Street hatten Titel wie Amazon und Google den schwächsten Börsenmonat seit der Finanzkrise 2008 erlitten.


Positive Berichtssaison kann Stimmung nicht drehen


Selbst die bis dato relativ positiv verlaufende Berichtssaison zum ersten Quartal dürfte nach Einschätzung vieler in der kommenden Woche keinen Stimmungsumschwung bringen, weil die Sorge vor weiteren, einzelnen Enttäuschungen präsent ist. „Auch die bislang insgesamt solide US-Berichtsaison für das erste Quartal 2022 wirkt bei Anlegern nicht als Stimmungsaufheller“, kommentiert Robert Halver von der Baader Bank die aktuelle Stimmung.


Von einigen spektakulären Enttäuschungen abgesehen, hätten zwar knapp 80 Prozent der bislang veröffentlichten Unternehmen des S&P 500 die Gewinnerwartungen übertroffen. „Doch ist das ja regelmäßig der Fall.“ Insbesondere bei den Ergebnissen der Tech-Werte trenne sich die Spreu vom Weizen, wobei vor allem Titel, die Gewinne überwiegend mit digitaler Werbung erzielen, die Auswirkungen der Konjunkturskepsis zu spüren bekämen.


Sinnbildlich für die schwache Wirtschaftsverfassung ist auch die gegenüber Vorjahr schwächere Umsatzentwicklung des weltgrößten Baumaschinenherstellers Caterpillar. Das Unternehmen, das Baumaschinen herstellt, gilt als Konjunkturfrühindikator.


Weiteren Aufschluss über den Inflationstrend dürfte der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag geben. „Angesichts der trotz der schrumpfenden US-Wirtschaft hohen Unternehmensinvestitionen sollte dieser weiterhin einen starken Stellenaufbau ausweisen“, erwartet Delp von der Commerzbank. Im Fokus dürfte wegen der angespannten Stellensituation künftig vor allem die Entwicklung der Lohnkosten stehen, die den Inflationstrend weiter verstärken könnte.


Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine der Woche


Montag, 2. Mai 2022


10:00 Uhr. Eurozone: Einkaufsmanagerindex, verarbeitendes Gewerbe April.


Der Index dürfte nach Einschätzung der Commerzbank von 55,8 im März auf 55 gesunken sein.


16:00 Uhr. USA: ISM-Index verarbeitendes Gewerbe April.


Konsens ist eine Steigerung im Vergleich zum März von 57,1 auf 58 Punkte.


Dienstag, 3. Mai 2022


11:00 Uhr. Eurozone: Arbeitslosenquote März


Nach dem Rückgang im Vormonat erwartet die Commerzbank plus 1,5 Prozent.


Mittwoch, 4. Mai 2022


10:00 Uhr. Eurozone: Einkaufsmanagerindex, Dienstleistungen April.


16:00 Uhr. USA: ISM-Index, Dienstleistungen April


Nach 58,3 sind 59 Punkte für April Konsens.


20:00 Uhr. USA: FOMC-Zinsentscheidung.


Die geldpolitische Straffung der Fed nimmt nach Einschätzung der DekaBank nun Fahrt auf: „Nach der Leitzinswende im März mit einer Anhebung um 25 Basispunkte dürfte die FED nun eine Anhebung um 50 Basispunkte beschließen. Das Leitzinsintervall läge dann bei 0,75 Prozent bis 1 Prozent.“ Zudem steht die Entscheidung über die Bilanzreduzierung an, die zu einer weiteren geldpolitischen Straffung führe.


Donnerstag, 5. Mai 2022


03:45 Uhr. China: Caixin-Einkaufsmanagerindex, Dienstleistungen April


13:00 Uhr. GBR: Zinsentscheid der Bank of England


14:30 Uhr. USA: Wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung


Freitag, 6. Mai 2022


08:00 Uhr. Deutschland: Industrieproduktion April


14:30 Uhr: USA. Beschäftigte außerhalb der Landwirtschaft April


Das Makro-Team der DekaBank erwartet, dass der geringste Beschäftigungsaufbau seit April vergangenen Jahres gemeldet werde.


von: Antje Erhard. 2. Mai 2022, © Deutsche Börse AG




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