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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Wochenausblick: Abwärtsrisiken bleiben




25.11.19 16:31
Redaktion boerse-frankfurt.de

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Neue Hoffnung auf ein bevorstehendes US-chinesisches Teilabkommen im Zollstreit stimmt Anleger versöhnlich. Nach dem guten Lauf an den Aktienmärkten erkennen Analysten derweil kurzfristig Risiken durch Gewinnmitnahmen.
 


25. November 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt) Knapp 0,7 Prozent auf 13.163 Punkte verlor der DAX in der vergangenen Woche. Eine erneut aufkommende Unsicherheit im Handelsstreit zwischen China und den USA sowie sich hochschaukelnden Proteste in Hong Kong sorgten Analysten zufolge für Gewinnmitnahmen.


Ob sich Anleger auf eine Jahresendrally einstellen können, wird nach Ansicht von Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank vor allem von den Meldungen zum Zollkonflikt beeinflusst. Dieser wirke undurchsichtig wie ein Pokerspiel. Auf die jüngsten Aussagen des US-Präsidenten sowie Medienberichte in der chinesischen Global Times hinsichtlich eines womöglich baldigen Teilabkommens reagierten die Börsen zum Wochenauftakt mit Gewinnen. Der Shanghai Composite und CSI 300 legten um 0,65 bzw. 0,64 Prozent zu. Der DAX startete mit 13.247 Punkten in den Handel.


Gewinnmitnahmen einkalkulieren


Grundsätzlich sieht Schickentanz wenig Alternativen zu Aktien. Allerdings sei viel Positives bereits vorweggenommen worden. „Da wird das Risiko auch schnell verringert.“ In den kommenden Wochen erwartet der Analyst eine Konsolidierung, die abhängig von den Konjunkturdaten eine leichte Korrektur bedeuten könne.


Auch Markus Reinwand stellt sich die Frage, ob Investoren angesichts einer gewissen technischen Überhitzung an den Aktienmärkten kurzfristig mit nachgebenden Kursen rechnen sollten. Nach einem guten Lauf bewegten sich Aktien mittlerweile am oberen Rand des fairen Bewertungsbereichs. Eine neuerliche Eskalation des Handelskonflikts erwartet der Helaba-Analyst zwar nicht. Allerdings habe sich bei diesem Thema immer wieder gezeigt, dass man den Tag nicht vor dem Abend loben sollte.


Statistik spricht für weiter steigende Kurse


Historische Verlaufsmuster sprechen Reinwand zufolge übrigens für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Vergleiche man die Performance nach Jahren mit einer ähnlich starken Kursentwicklung wie derzeit, habe der DAX in insgesamt fünf Jahren bis Ende Oktober ein Plus zwischen 20 und 30 Prozent erreicht. „Im schlechtesten Fall schloss der DAX danach mit einem Jahresplus von 22 Prozent, im besten Fall mit 47 Prozent.“


Noch keine Trendumkehr


Aus technischer Perspektive trifft der deutsche Aktienindex nach Ansicht der Baader Bank bei fortgesetzter Konsolidierung um 13.019 Punkte auf eine erste Unterstützung. Darunter warteten weitere Haltelinien um 12.992 und 12.795 DAX-Punkte. Komme es zu einer Gegenbewegung nach oben, läge ein erster Widerstand bei 13.308 Punkten. Bei Überwindung folgten die nächsten Barrieren in den Bereichen um 13.526 sowie 13.597 Punkte.


Andreas Büchler von index-radar.de bezeichnet die DAX-Trendpause als noch ungefährlich. Die kurzfristige Konsolidierung spiele sich nach wie vor in einem sehr moderaten Rahmen ab. Verluste unter das erste Korrekturziel seien vorläufig unwahrscheinlich. Der DAX stabilisiere sich derzeit bereits früh im Bereich seines Monatsdurchschnitts, so dass es noch nicht zu einem Test der ersten horizontalen Nachkaufzone um 12.800 Punkte gekommen sei. Diese bilde zusammen mit der Untergrenze des Schwankungskorridors das wahrscheinlichste Ziel für eine DAX-Bodenbildung.


Markus Reinwand

Reinwand


Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten


Mittwoch, 27. November


16.00 Uhr. USA: Deflator des privaten Konsums, Oktober. Der Wert verspricht nach Ansicht der DekaBank insoweit Spannung, weil die Teilbereiche im Deflator andere Gewichte haben als im Verbraucherpreisindex. Grundsätzlich bildet der BIP-Deflator Änderungen aller Preise der Volkswirtschaft ab. Der Konsens für den vergangenen Monat liegt bei 0,3 Prozent. Aufs Jahr gerechnet käme die Inflation damit auf 1,4 Prozent. Lasse man Energie und Nahrungsmittel außen vor, liege die Inflationsrate mit 1,7 Prozent weiterhin unterhalb der Zielmarke der Federal Reserve.


Freitag, 29. November


11.00 Uhr. Euroraum: Verbraucherpreise HVPI, November. Die Preise dürften im Vergleich zum Vorjahr laut Umfrage um 0,9 Prozent zugelegt haben. Zwar waren Benzin, Diesel und Heizöl der DekaBank zufolge im Monatsvergleich günstiger, in anderen Bereichen nehme die Teuerung aber zu. Das gelte besonders für Dienstleistungen. Dort machten sich steigende Löhne als erstes bemerkbar. Hinzu kämen positive Basiseffekte. Ende vergangenen Jahres seien insbesondere in Deutschland Pauschalreisen günstiger als für die Saison üblich über den Tisch gegangen. Bleibe dies 2019 aus, werde die Kernrate der Verbraucherpreise – ohne Energie und Nahrungsmittel - vorübergehend auf 1,3 Prozent steigen. Der Konsens liegt bei 1,2 Prozent.


von: Iris Merker


25. November 2019, © Deutsche Börse AG




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