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Wirtschaft und Märkte: Fiebriger Jahresauftakt




08.01.19 12:32
La Financière de l´Echiquier

Paris (www.aktiencheck.de) - Zwar scheint der Jahreswechsel allgemein ein guter Anlass für gute Vorsätze zu sein und die ideale Gelegenheit für einen Neubeginn, doch dies lässt sich in Bezug auf die Wirtschaft und Märkte nicht so einfach sagen, so Olivier de Berranger, Chief Investment Officer und Enguerrand Artaz, Fondsmanager La Financière de L’Echiquier.

Das Jahr 2019 beginne mit den gleichen Zweifeln, wie 2018 geendet habe. Die Ereignisse der ersten Woche seien weltweit trotz positiver Meldungen zum Schluss generell durchwachsen gewesen.

Für China würden sich die Sorgen um eine deutliche Wachstumsverlangsamung immer stärker abzeichnen. Sie seien durch die Anfang vergangener Woche gemeldeten, sehr enttäuschenden Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe verstärkt worden. Der amtliche Indikator sowie der Indikator der Agentur Caixin seien unter die Schwelle von 50 gesunken, die die Grenze zwischen Expansion und Kontraktion der Wirtschaftsaktivität markiere. Zwar weise der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor in die richtige Richtung, doch die klare Verlangsamung der Aktivität im verarbeitenden Gewerbe beseitige nicht die Zweifel, welche die chinesische Konjunktur belasten würden, und dies umso mehr vor dem Hintergrund des seit Monaten schwelenden Handelskonflikts mit den USA. Die durch diese Zahlen ausgelöste Enttäuschung sei jedoch teilweise durch die Ankündigungen der chinesischen Zentralbank (PBoC) wettgemacht worden, die den Mindestreservesatz bis Ende Januar (in zwei Schritten) um 1 Prozent senken wolle. In Anbetracht der Wachstumsverlangsamung schienen die Behörden mithilfe der PBoC also nach wie vor zu Stützungsmaßnahmen entschlossen.

Die Zweifel an der chinesischen Konjunktur würden jedoch nicht an den Grenzen des Reichs der Mitte Halt machen. Sie seien teilweise für ein anderes Ereignis verantwortlich: die erste Gewinnwarnung von Apple seit 15 Jahren. Das Unternehmen mit dem Apfel habe seine Umsatzziele für das erste Quartal des Geschäftsjahrs 2018/2019 in der Tat nach unten korrigiert. Apple-CEO Tim Cook habe die Sättigung des Smartphone-Marktes ins Feld geführt, habe aber auch die Konjunkturverlangsamung in China betont, die er unterschätzt habe. Diese Gewinnwarnung eines der US-Technologieriesen, dessen Aktienkurs fast 10 Prozent verloren habe, habe die US-Märkte nach unten gezogen, zumal diese gleichzeitig enttäuschende gesamtwirtschaftliche Zahlen zu verkraften gehabt hätten.

Vor allem der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe habe mit 54,1 sehr deutlich unter den Erwartungen gelegen (57,5) und sei im Vergleich zum Vormonat (59,3) stark rückläufig gewesen. Einen derartigen Rückgang (5,2 Punkte in einem Monat) habe es seit der Jahrtausendwende erst zwei Mal gegeben: Ende 2008 mitten in der Finanzkrise und nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Obschon sehr stark, stehe dieser Rückgang mit den Erwartungen für das BIP-Wachstum in den USA für 2019 (zwischen 2,5% und 2,7%) im Einklang. Überdies nähere sich der Indexstand dem Markit-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe an, der mit seinen 53,8 Punkten den Erwartungen (53,9) weitgehend entsprochen habe. Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor habe mit 54,4 die
Erwartungen übertroffen, die stabil bei 53,4 gelegen hätten. Dies habe die Anleger am vergangenen Freitag etwas beruhigt.

Bruchstellen gebe es zu Beginn dieses Jahres weiterhin zuhauf. Die Woche habe jedoch mit einer positiven Nachricht geendet: In seiner Rede am Freitag in Atlanta habe Jerome Powell erklärt, dass die FED im Bedarfsfall bereit sei, ihre Politik des Bilanzabbaus zu ändern. Eine Ankündigung, auf die der Markt bei der Anhebung der Zinssätze im Dezember gehofft habe. Helle sich dadurch der Himmel etwas auf? (08.01.2019/ac/a/m)







 
 
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