Kolumnist: Feingold-Research

Wirecard und Tesla als Cash Alternativen




08.01.20 09:32
Feingold-Research

Die Welt der Zinsanlagen ist seit langem aus den Fugen geraten. In einem Umfeld, in dem Anleger nur noch Niedrigzinsen erhalten stellt sich die Frage: Wohin mit dem kurz- und mittelfristig verfügbaren Geld, das aus Risikogesichtspunkten nicht direkt in Aktien investiert werden soll? Gut, dass es Strukturierte Produkte gibt. Sie können den schwierigen Spagat zwischen Renditemaximierung und Risikominimierung bewältigen. Vontobel bietet eine Multi-Aktienanleihe auf Wirecard und Tesla unter der WKN VE4MG9 an. Für Anleger empfehlen wir auch Bonus-Zertifikate wie die WKN CP83WV der Citi.


Beherztes Eingreifen von Fed, EZB & Co.


Die extrem lockere Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken hat in den letzten Jahren dazu beigetragen, dass zinsgebundene Investments wie Sparbücher, Tages- oder Festgeld kaum noch Renditen abwerfen und bei Einbeziehung der Inflation häufig negative Realrenditen ausweisen. Immer wieder verteidigen die Fed, EZB & Co ihre extremen Maßnahmen. Das Argument: Im Jahr 2008 traf die bisher schlimmste Finanzkrise das weltweite Wirtschaftssystem. Zur Stabilisierung dieses Systems öffneten die wichtigsten Notenbanken die Schleusentore und fluteten die Märkte mit Liquidität. Andernfalls wären die Folgen der Krise deutlich verheerender gewesen. Auch mehr als zehn Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise sind diese Nebenwirkungen und Folgeschäden noch immer zu spüren.


Ganz vorne mit dabei sind hier die Negativzinsen für Staats- und Unternehmensanleihen. Derzeit sieht es nicht danach aus, als sollte sich bald etwas am Niedrigzinsumfeld ändern. Geld zu investieren, ohne gleich große Risiken in Kauf zu nehmen, bleibt schwer. Anleger müssen ihr Geld jedoch nicht unter das berühmte Kissen legen oder auf mickrig verzinsten Tages- oder Festgeldkonten parken. Ein gewisses (Aktien-) Risiko muss für hohe Renditen in Kauf genommen werden. Um als «Cash-Alternative» dienen zu können, sind clevere Anlagelösungen gesucht, die zwar Rendite generieren, gleichzeitig aber das Anlagerisiko einer Aktie reduzieren. Strukturierte Produkte können dies möglich machen. Beispiele hierfür sind Aktienanleihen mit tiefen Basispreisen und Aktienanleihen mit Barriere.


Aktienanleihen mit tiefen Basispreisen


Aktienanleihen mit tiefem Basispreisen beziehen sich auf einen oder mehrere Basiswerte. Der Anleger leiht dem Emittenten gewissermaßen Geld. Am Laufzeitende ist die Zahlung eines zuvor festgelegten Kupons sicher. Die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals zum Nennwert ist von der Entwicklung der Basiswerte abhängig. Wenn am Bewertungstag (nur dieser ist für die Rückzahlung relevant) sämtliche Basiswerte auf oder über den jeweiligen Basispreisen notieren, wird der Nennwert zurückbezahlt. Liegt am Bewertungstag mindestens ein Basiswert unter dem Basispreis, erhält der Anleger den Basiswert mit der maßgeblich schlechtesten Wertentwicklung. Der Nachteil einer Aktienanleihe mit tiefem Basispreis ist der Umstand, dass ihre Rendite auf die Höhe des Coupons begrenzt ist. Zusätzlich verzichten Anleger auf den Anspruch auf Dividenden aus dem Basiswert oder Stimmrechte.


Im Gegenzug erhalten Anleger großzügigen Abstand zum Basispreis. Bei einem Basispreis von beispielsweise 60 Prozent des aktuellen Aktienkurses, müsste dieser um mindestens 40 Prozent im Wert fallen, damit der Anleger einen Verlust erleidet, indem er statt den Nennbetrag, Aktien erhält. Selbst wenn ein oder mehrere Basiswerte unter den Basispreis rutschen, fällt der Verlust deutlich geringer aus als bei einem Direktinvestment in seine schwächste, zugrundeliegende Aktie. Aktienanleihen mit tiefen Basispreisen bieten damit die Chance auf eine Outperformance gegenüber einem Direktinvestment bei seitwärtstendierenden oder leicht sinkenden Kursen der Basiswerte.


Aktienanleihen mit Barrieren


Auch Aktienanleihen mit Barrieren, lassen sich mit tiefen Barrieren gestalten. Diese können zum Beispiel bei 40 Prozent oder tiefer liegen. Auch bei Aktienanleihen mit Barriere erhalten Anleger einen festen Kupon. Ob das eingesetzte Kapital zum Nennwert zurückgezahlt wird, hängt von der Entwicklung der Basiswerte ab. Ihre Entwicklung muss jedoch über den gesamten Beobachtungszeitraum für die Barriere im Blick behalten werden. Eine Rückzahlung zum Nennwert ist gewährleistet, solange die Basiswerte ihre Barrieren während dieser Phase nicht berühren. Hat einer der Basiswerte seine Barriere während der Laufzeit berührt, notieren aber alle Basiswerte am Bewertungstag wieder höher oder auf dem Niveau ihrer Basispreise, wird der Nennwert zurückbezahlt.


Sollte einer der Basiswerte seine Barriere berühren und am Bewertungstag mindestens einer der Basiswerte unter dem jeweiligen Basispreis liegen, erhält der Anleger den Basiswert mit der schlechtesten Wertentwicklung. Das Gute: Selbst in diesem Fall ist der Anleger nicht schlechter gestellt als bei einem Direktinvestment. Bei seitwärtstendierenden oder leicht sinkenden Kursen der Basiswerte bietet sich zudem die Chance auf eine Outperformance gegenüber einem Direktinvestment.


Fazit


Im aktuellen Niedrigzinsumfeld haben es Anleger schwer, renditeträchtige Investments aufzuspüren, die das Risiko begrenzen. Aktien bieten weiterhin die Chance, hohe Renditen zu erzielen, allerdings erfüllen sie nicht immer die hohen Anforderungen risikoscheuer Investoren. Strukturierte Produkte wie Aktienanleihen mit Barriere und Aktienanleihen mit tiefem Basispreis können diese Anforderungen in einem schwierigen Marktumfeld sowohl auf der Renditeseite durch den Kupon als auch im Hinblick auf eine Risikominderung häufig besser erfüllen.


 Quelle: Vontobel, eigene


 



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