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Kolumnist: Holger Steffen

Wirecard: Folgt jetzt der Durchmarsch?




09.05.19 09:06
Holger Steffen

Der Zahlungsdienstleister Wirecard hat in den vergangenen Wochen viel
getan, um aus seiner Kurs-Talsohle herauszukommen und das Vertrauen der
Anleger zurückzugewinnen. Mit den nun präsentierten Fakten und Prognosen
könnte die Erholung an der Börse noch dynamischer werden. Wirecard
setzte den Markt zuletzt unter ein Dauerfeuer positiver Meldungen.
Zuerst der auch an dieser Stelle bereits berichtete Deal mit dem
japanischen Technologie-Giganten Softbank, der nicht nur eine
finanzielle Beteiligung der Japaner beinhaltet, sondern auch zukünftige
gemeinsame Projekte. Dann konnte der verspätet abgelieferte
Jahresbericht 2018 im Großen und Ganzen Anleger wie Analysten
überzeugen. Nun also die nächsten zwei  Highlights.

Denn Wirecard legte am gestrigen Mittwoch einerseits einen Bericht zum
ersten Quartal vor, der sich sehen lassen konnte. So erreichte das
Unternehmen im Jahresvergleich eine Umsatzsteigerung um fast 35 % auf
566,7 Millionen Euro. Das operative Ergebnis erhöhte sich sogar um knapp
41 % auf 158 Millionen Euro. Beide Werte lagen über den
Markterwartungen. Und noch ein ganz wichtiger Aspekt wurde deutlich: Ein
Großteil des Wachstums wurde auf organischer Basis, also ohne Zukäufe,
erreicht. Doch damit nicht genug.

Denn das Unternehmen nutzte die Gelegenheit und erhöhte gleichfalls die
Prognose für das Gesamtjahr. Das war die größere Überraschung am
Mittwoch. Zwar kannte man Ähnliches von Wirecard auch schon aus den
letzten Quartalen. Nach den Turbulenzen im Zuge der massiven Vorwürfe
durch die britische Finanzzeitung „Financial Times“ hatten aber viele
Marktteilnehmer damit gerechnet, dass sich Wirecard diesmal eher bedeckt
hält, bis endgültig wieder Ruhe eingekehrt ist. Dass man nun doch die
Prognose erhöht hat, dürfte auch daran liegen, dass man ein starkes
Signal in den Markt senden wollte.

Denn viele Investoren hatten befürchtet, dass die Vorwürfe von
Bilanzmanipulationen potenzielle Kunden abschrecken könnten. Doch
angesichts der Zahlen war dies offenbar nicht der Fall, im Gegenteil. In
den letzten Wochen hatte Wirecard immer mal wieder Meldungen über neue
Projekte abgesetzt. Für das Gesamtjahr rechnet Vorstandschef Markus
Braun nun mit einem EBITDA in Höhe von 760 bis 810 Millionen Euro. Die
bisherige Prognosespanne lautete auf 740 bis 800 Millionen Euro. Im
Durchschnitt erwarteten die Analysten bislang 764 Millionen Euro.

Damit wird es nun auch in der Aktie richtig spannend. Denn die jüngsten
Kurszuwächse haben den Wert inzwischen an den oberen Rand einer
Widerstandszone zwischen rund  128 und 142 Euro geführt. Ein Ausbruch
nach oben könnte hier weitere Kräfte mobilisieren, wodurch die Aktie als
erstes ihr Januar-Hoch bei 167 Euro in Angriff nehmen könnte. Natürlich
bleiben zwei Fragen im Raum stehen: Was machen die Shortseller und wagt
die Financial Times eine weitere „Enthüllungsstory“? Diese beiden Fragen
bleiben wohl ein Risiko. Aktuell scheinen allerdings die Anleger ihren
Frieden mit Wirecard gemacht zu haben und den Wachstumsversprechungen zu
trauen. Wir schließen uns da an und bestätigen unseren Rat, investiert
zu bleiben.



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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
152,35 € 150,75 € 1,60 € +1,06% 23.07./13:02
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0007472060 747206 199,00 € 86,00 €
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
Tradegate (RT)
151,95 € +0,63%  13:16
Nasdaq OTC Other 165,54 $ +2,78%  22.07.19
Frankfurt 152,50 € +1,67%  12:43
Hamburg 152,60 € +1,40%  12:50
Berlin 152,05 € +1,20%  11:35
Stuttgart 152,50 € +1,19%  12:55
Düsseldorf 151,80 € +1,07%  12:00
Xetra 152,35 € +1,06%  12:59
Hannover 152,30 € +1,03%  11:47
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