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Wirecard: Ermittlungen laufen - Aktienanalyse




12.07.19 15:59
Der Aktionär

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Wirecard-Aktienanalyse vom Online-Anlegermagazin "Der Aktionär":

Nikolas Kessler von "Der Aktionär" rät in einer aktuellen Aktienanalyse weiterhin zum Kauf der Aktie des Aschheimer E-Payment-Spezialisten Wirecard AG (ISIN: DE0007472060, WKN: 747206, Ticker-Symbol: WDI, Nasdaq OTC-Symbol: WRCDF).

Im Rahmen einer Kleinen Anfrage habe die FDP-Fraktion im Bundestag Anfang Juli um eine Stellungnahme der Bundesregierung zu den Bilanz-Vorwürfen gegen Wirecard und das von der BaFin verhängte Leerverkaufsverbot gebeten. Inzwischen lägen die Antworten der Bundesregierung vor - und sie würden einen schlimmen Verdacht erhärten.

Bei den Leerverkäufern, die im Zuge der negativen Berichterstattung durch die "Financial Times" im Frühjahr 2019 von fallenden Kursen der Wirecard-Aktie profitiert hätten, handle es sich nach bisherigen Erkenntnissen um alte Bekannte. "Die Melder, die Netto-Leerverkaufspositionen in der Wirecard AG halten, sind insofern bekannt, als dass sie überwiegend auch schon in der Vergangenheit Netto-Leerverkaufspositionen in der Wirecard AG hielten, die sie mitgeteilt und ggf. veröffentlicht hatten", heiße es in der Stellungnahme der Bundesregierung.

Hinweise darauf, dass die Leerverkäufer ihre Positionen gestückelt hätten, um unter der gesetzlichen Meldeschwelle zu bleiben, lägen jedoch nicht vor. Ob die Autoren der fraglichen FT-Artikel in Kontakt mit den Shortsellern gestanden hätten, habe die Bundesregierung unter Verweis auf "laufende Verfahren" nicht kommentieren wollen.

Den FT-Berichten über angebliche Bilanz-Tricks bei der Wirecard-Niederlassung in Singapur sei ein heftiger Kursrutsch der Aktie sowie ein Anstieg der Leerverkaufspositionen gefolgt. Das habe schnell den Verdacht einer gezielten Shortattacke gegen das Unternehmen aufkommen lassen - zumal Wirecard in der Vergangenheit wiederholt Opfer derartiger Angriffe geworden sei.

Die BaFin habe daraufhin zeitweise den Auf- und Ausbau von Leerverkaufspositionen verboten und zur Begründung unter anderem auf eine Bedrohung für die Finanzstabilität oder das Marktvertrauen in Deutschland verwiesen. Die Verhältnismäßigkeit der ungewöhnlichen Maßnahme sei umstritten gewesen. Die Bundesregierung habe der BaFin nun aber den Rücken gestärkt: Die Aufsichtsbehörde habe "innerhalb des ihr zugewiesenen Aufgabenbereichs gehandelt und ist ihren zugewiesenen Aufgaben nachgekommen."

In den Tagen nach dem ersten Pressebericht vom 30. Januar sei ein deutlicher Anstieg der Netto-Leerverkaufspositionen zu beobachten gewesen. Zudem habe die BaFin am 15. Februar 2019 konkrete Informationen der Staatsanwaltschaft München erhalten, wonach eine weitere Short-Attacke geplant sein könnte.

"Insgesamt bestand das Risiko, dass das Eingehen und die Erweiterung von Netto-Leerverkaufspositionen im geschilderten Marktumfeld exzessive Kursbewegungen der Wirecard Aktie hätte verursachen können. Diese hätten durch ihre trendverstärkende Wirkung den Verlust des Marktvertrauens in Deutschland, insbesondere hinsichtlich der Preisbildung an den Märkten, bewirken können", heiße es dazu in der Bundestagsdrucksache.

Speziell bei Shortsellern sei das Leerverkaufsverbot verständlicherweise nicht besonders gut gekommen. Der berüchtigte britische Hedgefonds-Manager Crispin Odey etwa habe mit Klagen gegen die Maßnahme gedroht. Bislang lägen bei der Bundesregierung und der BaFin aber keine Informationen zu Schadensersatzklagen vor.

Die Frage nach dem Stand der Untersuchung zur möglichen Kursmanipulation von Wirecard-Aktien beantworte die Bundesregierung so: "Die BaFin hat am 10. April 2019 bei der Staatsanwaltschaft München Anzeige wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Verbot der Marktmanipulation in Form einer Short-Attacke erstattet." Zudem würden Verstöße gegen das Insiderhandelsverbot untersucht. Die Ermittlungen würden noch andauern. Neben der BaFin hätten zwischenzeitlich auch ein Anleger sowie Wirecard selbst Anzeige gegen die "Financial Times" erstattet.

Die Aufklärung der unmittelbar gegen Mitarbeiter der Wirecard-Gruppe in Südostasien gerichteten Vorwürfe falle indes zunächst in die Zuständigkeit der Behörden in Singapur. Die Bundesregierung habe bestätigt, dass die BaFin wegen der Angelegenheit im Kontakt mit ausländischen Aufsichtsbehörden stehe, habe aufgrund der laufenden Untersuchungen aber keine weiteren Angaben dazu machen wollen. Die Ermittlungen der Polizei in Singapur gegen Wirecard würden laut Medienberichten ebenfalls noch andauern.

Auch wenn die juristische Aufklärung des Bilanz-Krimis womöglich noch Jahre dauern könnte: Die Wirecard-Aktie habe einen großen Teil der zwischenzeitlichen Verluste wieder aufgeholt. In den letzten Wochen sei die Erholung allerdings ins Stocken geraten.

Trotz der Konsolidierung bleibt "Der Aktionär" bei seiner Kaufempfehlung und setzt im Aktien-Musterdepot selbst auf den DAX-Titel, so Nikolas Kessler. (Analyse vom 12.07.2019)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link.

Börsenplätze Wirecard-Aktie:

Xetra-Aktienkurs Wirecard-Aktie:
143,70 EUR -1,78% (12.07.2019, 15:37)

Tradegate-Aktienkurs Wirecard-Aktie:
143,85 EUR -2,41% (12.07.2019, 15:53)

ISIN Wirecard-Aktie:
DE0007472060

WKN Wirecard-Aktie:
747206

Ticker-Symbol Wirecard-Aktie Deutschland:
WDI

Nasdaq OTC Ticker-Symbol Wirecard-Aktie:
WRCDF

Kurzprofil Wirecard AG:

Die Wirecard AG (ISIN: DE0007472060, WKN: 747206, Ticker-Symbol: WDI, Nasdaq OTC-Symbol: WRCDF) ist einer der weltweit führenden unabhängigen Anbieter von Outsourcing- und White-Label-Lösungen für den elektronischen Zahlungsverkehr. Wirecard unterstützt Unternehmen dabei, elektronische Zahlungen aus allen Vertriebskanälen anzunehmen. Über eine globale Multi-Channel-Plattform stehen internationale Zahlungsakzeptanzen und -verfahren mit ergänzenden Lösungen zur Betrugsprävention zur Auswahl.

Für die Herausgabe eigener Zahlungsinstrumente in Form von Karten oder mobilen Zahlungslösungen stellt die Wirecard Gruppe Unternehmen die komplette Infrastruktur inklusive der notwendigen Lizenzen für Karten- und Kontoprodukte bereit.

Die Wirecard AG ist an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert (DAX, TecDAX). (12.07.2019/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.







 
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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
139,60 € 142,25 € -2,65 € -1,86% 18.07./10:46
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0007472060 747206 199,00 € 86,00 €
Metadaten
Ratingstufe:Ohne
Analysten: Nikolas Kessler
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
Tradegate (RT)
139,70 € -2,95%  11:00
Xetra 139,60 € -1,86%  10:45
Berlin 140,20 € -2,16%  10:29
München 139,80 € -2,41%  10:34
Düsseldorf 139,70 € -2,44%  10:30
Stuttgart 139,70 € -2,58%  10:45
Frankfurt 139,90 € -2,61%  10:41
Hamburg 139,35 € -3,03%  10:45
Hannover 139,50 € -3,33%  09:46
Nasdaq OTC Other 157,99 $ -4,18%  17.07.19
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