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Kolumnist: Holger Steffen

Wirecard: Alles umsonst?




21.11.18 08:21
Holger Steffen

Bei der Aktie des Zahlungsdienstleisters Wirecard ist derzeit Land
unter. Obwohl das Unternehmen einen sehr positiven Ausblick auf das neue
Jahr gegeben hat, steht der Wert weiter stark unter Druck. Die Frage
ist, wo es einen Boden geben kann. Gute Nachrichten sind die Börsianer
von Wirecard bereits gewöhnt. Das Finanzunternehmen, das erst im
September die Commerzbank aus dem DAX verdrängt hatte, hat in diesem
Jahr bereits mit mehrfach erhöhten Gewinnprognosen glänzen können.
Nun präsentierte man einen ersten Ausblick auf das nächste Jahr. Nach
derzeit geschätzten 550 bis 570 Millionen Euro EBITDA in 2017 sollen es
in der kommenden Periode zwischen 740 und 800 Millionen Euro werden.
Damit würde Wirecard die Weichen stellen, um 2020 tatsächlich einen
Milliardengewinn auf operativer Ebene zu erwirtschaften, wie es bislang
die Mittelfristprognose vorsieht. Der Umsatz könnte dabei mehr als 3
Milliarden Euro betragen.

Die Wachstumstreiber sind dabei bereits im Groben bekannt. Denn Wirecard
profitiert natürlich von dem weiter boomenden Online-Handel. Große
Hoffnungen setzt das Unternehmen dabei speziell auch auf den
Zahlungsdienst Apple Pay, der zukünftig auch in Deutschland verfügbar
sein soll. Wirecard ist hier einer der Partner. Dennoch: Trotz dieser
optimistischen Prognosen lässt der Verkaufsdruck in der Aktie nicht nach.

Hatte sie noch Anfang September an den 200 Euro gekratzt, büßte sie in
den Folgemonaten rund ein Drittel ihres Wertes ein. Am Dienstag ging es
in einem volatilen Handelsverlauf trotz der guten Nachrichten auf rund
130 Euro zurück. Die Begründungen dafür klingen etwas fadenscheinig.
Verwiesen wurde vor allen Dingen auf die Ängste im Markt, dass der
bevorstehende Black Friday und der folgende Cyber Monday für den
stationären und den Online-Handel nicht so gut ausfallen könnten wie im
Vorjahr.

Am Dienstag gab es dabei kräftige Kursverluste insbesondere bei
Einzelhandels-Werten wie Target und Kohl´s. Auch Online-Händler wie
Amazon verbuchten Minus-Vorzeichen, allerdings weitaus weniger stark. So
sieht das aktuelle Minus bei Wirecard hier deutlich überzogen aus. Eher
schon dürfte zutreffen, dass die Aktie nach der gewaltigen Rally von
Anfang 2017 bis zum Herbst 2018 Luft ablässt – hier ist schlichtweg eine
Spekulationsblase geplatzt, eingeleitet durch die Stimmungswende am
Markt in Bezug auf Wachstumswerte. Damit ist die Aktie derzeit ein
heißes Eisen. Eine kurzfristige Gegenbewegung ist jederzeit möglich, für
eine Trendwende muss es aber erst eine belastbare Bodenbildung geben.
Diese könnte anhand der bisherigen Charttechnik in diesem Jahr
allerdings erst bei 110 Euro liegen. Hier ist derzeit Abwarten die beste
Devise.



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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
124,90 € 99,00 € 25,90 € +26,16% 26.03./15:44
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0007472060 747206 199,00 € 86,00 €
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
Tradegate (RT)
124,25 € +23,26%  15:59
Nasdaq OTC Other 142,25 $ +27,01%  15:17
Xetra 125,00 € +26,26%  15:44
München 125,05 € +26,01%  15:43
Frankfurt 124,95 € +25,60%  15:43
Hannover 125,50 € +25,25%  15:30
Berlin 124,00 € +24,77%  15:35
Düsseldorf 123,55 € +24,50%  15:41
Stuttgart 125,05 € +23,45%  15:44
Hamburg 122,50 € +23,24%  15:39
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